Schladming-Dachstein: Vier Berge und mindestens vier Sterne

Skiregion in der Steiermark

Es muss nicht immer Kitzbühel, Ischgl oder Sölden sein. Auch abseits der bei Deutschen beliebten Ski-Destinationen finden sich prämierte Skigebiete. Die Skiregion Schladming-Dachstein in der Steiermark zum Beispiel konnte in einer aktuellen Studie unter anderem mit Freundlichkeit punkten.

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Der Dachsteingletscher versteckt sich hinter dem Dachstein-Massiv, aber ab Anfang Dezember öffnen auch die gegenüberliegenden Skigebiete
Bild: Schladming-Dachstein_Georg Knaus

Während auf den österreichischen Gletschern fast immer Betrieb herrscht, dauert es in allen anderen Skigebieten bis zum Saisonstart 2018/2019 noch ein wenig. Meist werden Anfang Dezember die Openings mit großen Events und Konzerten zelebriert. Doch wohin, fragt sich der Skifahrer bei fast 400 zur Auswahl stehen Skigebieten in der Alpenrepublik. Die zahlreichen Bestenlisten, die das Internet bei der Urlaubsvorbereitung zu Tage fördert, dominieren vor allem Gebiete in Tirol, Vorarlberg und dem Salzburger Land. Aber auch in anderen Bundesländern lassen sich außergewöhnliche Skigebiete entdecken.

So landete im Best Ski Ressort Report 2018 von Anfang November neben Platzhirsch Serfaus-Fiss-Ladis (Tirol, Platz 3) auch Schladming (Steiermark, Platz 5) in der Top5 für überdurchschnittliche Freundlichkeit - ein Aspekt, der bei vielen Besuchern eine immer größere Rolle spielt, so der Herausgeber der Studie, Michael Partel von Mountain Management Consulting.

Vier Skigebiete in einem

Auch die Webseite Skiresort.de, eines der größten Bewertungsportale für Skigebiete, listet die Skiregion Schladming-Dachstein als 5-Sterne-Skigebiet und hat Auszeichnungen in 18 Einzel-Kategorien verteilt. Schon die reinen Zahlen beeindrucken: 44 Lifte erschließen 123 Pistenkilometer, von 728 Höhenmetern geht es hinauf bis auf 2.015 über Normalnull.

Möglich ist diese umfangreiche Pistengaudi, weil die vier Gebiete Planai, Hochwurzen, Hauser Kaibling und Reiteralm durch eine sogenannte Ski-Schaukel miteinander verbunden sind. Es besteht also die Möglichkeit, mit dem Tagesskipass alle vier Gebiete zu befahren, deren Pisten und Lifte zusammenhängen. Stattlich ist allerdings auch der Tagespreis: 53,50 Euro werden in der Hauptsaison ab 21. Dezember fällig - damit schafft es das Skigebiet leider ebenfalls in die österreichische Negativ-Top10.

Auch wenn man die Preise für Unterkunft hinzuzieht, wird es nicht viel günstiger. Die Ferienhaus-Suchmaschine Hometogo hat diesen Wert ermittelt: Schladming liegt je nach Monat auf den unrühmlichen Plätzen 1 (Dezember), 5 (Januar) oder 8 (Februar/März). Dass man für dieses Geld aber auch etwas geboten bekommt, zeigen die zahlreichen exklusiven Unterkünfte im Tal - oder auch direkt am Hang an den Pisten.

Von der Piste in die hauseigene Sauna

Wer sich nicht zwischen Ferienwohnung, Hotel und Skihütte entscheiden kann, sollte einen Blick auf die Reiteralm riskieren. Dort hat Familie Unterkofler rund um das ursprüngliche Almhotel Edelweiss ein ganzes Dorf auf 1.200 Metern Höhe errichtet. Das "Almdorf Reiteralm" umfasst 30 Hütten - von der schlichteren Variante für bis zu 18 Personen bis hin zu Premium-Chalets mit offenem Kamin sowie hauseigener Sauna und Outdoor-Whirlpool. Alle Hütten sind für Selbstversorger mit einer vollständigen Küche ausgestattet.

Wer also nach dem Skifahren in Ruhe entspannen möchte, kann sich mit Blick auf das Dachsteinmassiv ins sprudelnde Wasser gleiten lassen - und danach in der gemütlichen Stube zu Abend essen. Alternativ kann man den Tag aber auch im Hotelrestaurant bzw. an der Hotelbar ausklingen lassen, oder - und das macht den Charme des Almdorfes aus - eine Auswahl von der Restaurant-Speisekarte direkt ins Chalet bestellen. Und am nächsten Morgen stehen wahlweise Frühstücksbuffet im Haupthaus oder Brötchenservice vor die Hüttentür zur Auswahl.

Das Almdorf-Konzept ist natürlich nicht neu - allein in der Region Schladming-Dachstein listet das offizielle österreichische Tourismusportal austria.info neun Angebote - wurde aber auf der Reiteralm mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. So versorgt ein kleiner Shop auch die Selbstversorger-Gäste mit dem Nötigsten, um ihnen die kurvenreiche Fahrt ins Tal zu ersparen. Für die Unterhaltung der kleineren Gäste gibt es Ziegen, Ponys und Kaninchen, aber auch einen ansehnlichen Kettcar- und Traktor-Fuhrpark sowie ein riesiges Spielplatz-Areal.

Die Auszeichnungen von skiresort.de für die Region Schladming/Dachstein in Bezug auf "Freundlichkeit des Personals" und "Top für Familien und Kinder" findet der Gast hier auf jeden Fall bestätigt. Und alle, die im Winter bislang meist in Richtung Serfaus-Fiss-Ladis, ins Zillertal oder nach Vorarlberg aufgebrochen waren, könnten dieses Jahr vielleicht ein wenig weiter östlich auf der Österreich-Karte fündig werden.

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