Warum der Blue Lake in Neuseeland der klarste See der Welt ist

Mitten im Nelson Lakes National Park

Dass Neuseeland voller atemberaubender Landschaften ist, wissen nicht nur die Fans der "Herr der Ringe"-Trilogie. Neben grünen Weiten und mächtigen Gebirgsketten spielt auch das Element Wasser eine große Rolle. Der Blue Lake ist längst kein Geheimtipp mehr - aber trotzdem einen Ausflug wert.

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Das Wasser im Blue Lake verdient nur ein Adjektiv: kristallklar
Bild: Mi-chi/Shutterstock.com

Klar, klarer, Rotomairewhenua! Diesen Namen gaben die Maori, Neuseelands Ureinwohner, einem kleinen See auf ihrer Südinsel. Deutlich einprägsamer ist seine englische Bezeichnung Blue Lake (zu Deutsch: "Blauer See"). Denn "blau" ist die beste Beschreibung für die 385 Meter lange und knapp 100 Meter breite Wasserstelle mitten im Nelson National Park. Der Blue Lake ist nahezu vollständig frei von Sedimenten oder sonstigen Verschmutzungen. Das hat den Effekt, dass unter Wasser Sichtweiten von weit über 70 Metern (!) möglich sind.

Am eigenen Leib durften bislang aber nur ganz wenige Menschen diese Erfahrung machen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist der See den Maori heilig und steht unter strengem Naturschutz. Zum anderen ist der Blue Lake auch nicht unbedingt das, was man gemeinhin unter einem Badesee versteht. Er liegt nicht nur auf über 1200 Metern, seine Wassertemperatur pendelt ganzjährig zwischen fünf und acht Grad Celsius. Außerdem setzt ein Besuch des Blue Lakes eine mehrstündige Wanderung durch teils unwegsames Gelände voraus.

Was steckt hinter dem Naturwunder?

Das Geheimnis des Blue Lake ist einfach erklärt. Der See wird ausschließlich von Quell- und Schmelzwasser eines Gletschers in den Neuseeländischen Alpen gespeist. Das Wasser wird zusätzlich durch mehrere Gesteinsschichten gefiltert. Ein weiterer Punkt ist, dass sich das Wasser im See alle 24 Stunden komplett erneuert. Der hohe Durchfluss hält den Blue Lake auf natürlichem Weg unfassbar sauber. Kein Wunder also, dass ihm die Maori den Namen "Land des friedvollen Wassers" verpasst haben. Bis heute nutzt ihn das indigene Volk für Zeremonien. Für Touristen gilt daher: Auf keinen Fall einen Fuß ins Wasser setzten, am Ufer ist Schluss. Für unvergessliche Eindrücke sollte es trotzdem reichen.

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