
Bild: Christina Bleier
St. Anna Kirche
Im Annahof 286150 Augsburg
Zwischen Welten - Stephanie Knauer - Klavier Solo
Wenn klassische Musik auf die rhythmische Freiheit und pulsierende Energie des Jazz trifft, entsteht eine faszinierende Klangwelt jenseits musikalischer Grenzen. Die Augsburger Pianistin Stephanie Knauer lädt zu einer musikalischen Entdeckungsreise ein, die zeigt, wie eng zwei scheinbar unterschiedliche Genres miteinander verbunden sind.
Das Programm vereint Werke von George Gershwin, Fazıl Say, Enrique Granados, Francis Poulenc, Erwin Schulhoff und weiteren Komponisten, die sich von den Rhythmen, Klangfarben und Ausdrucksmöglichkeiten des Jazz inspirieren ließen. Dabei reicht der Blick weit über das 20. Jahrhundert hinaus: Bereits Louis Moreau Gottschalk verband auf seinen Reisen durch Lateinamerika folkloristische und afroamerikanische Einflüsse mit der europäischen Klaviertradition. Damit wurde er zu einem wichtigen Wegbereiter des Ragtime und des frühen Jazz.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Verbindung beider Welten im Schaffen Erwin Schulhoffs. Als einer der bedeutenden Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts erkannte er im Jazz eine eigenständige moderne Kunstform. Inspiriert von neuen Rhythmen und der Tanzkunst seiner Zeit, darunter der Auftritte Josephine Bakers, schuf er 1926 seine „Cinq Études de Jazz“, die an diesem Abend ebenfalls erklingen. Schulhoff wurde später ein Opfer der Schoa; sein Werk steht zugleich für musikalische Experimentierfreude und kulturelle Offenheit.
Stephanie Knauer widmet sich neben dem klassischen Klavierrepertoire mit großer Neugier auch der Alten Musik, zeitgenössischen Kompositionen, Weltmusik, Chanson und Jazz. Nachdem sie bei einem Klavierabend im Augsburger Jazzclub Anfang 2025 bereits einen ersten Einblick in die vielfältigen Jazzbezüge der klassischen Musik gegeben hat, setzt sie diese musikalische Spurensuche nun fort.
Der Klavierabend eröffnet neue Perspektiven auf bekannte und weniger bekannte Werke und macht hörbar, wie sich klassische Kompositionskunst und jazztypische Vitalität gegenseitig bereichern. Eine Einladung, musikalische Grenzen neu zu entdecken und die überraschenden Gemeinsamkeiten zweier Welten zu erleben.
Informationen: www.tkva.de




