Code trifft Couture: Das Augsburger Label „NACHTMAL“ verbindet Technologie mit Handwerk und nachhaltigem Luxus
Zwischen Zeichenblock und Algorithmus
Was passiert, wenn kreative Leidenschaft auf technologische Möglichkeiten trifft – und daraus etwas völlig Eigenständiges entsteht? In Augsburg formiert sich gerade eine Idee, welche die Regeln der Modebranche bewusst hinterfragt. Statt schneller Trends und Massenproduktion stehen hier Individualität, bewusster Konsum und eine klare gestalterische Handschrift im Mittelpunkt…
Jana: Wie ist die Idee zu „NACHTMAL“ entstanden?
Jaquelina Keljacki: Wir wollten etwas aufbauen, das auf Nachhaltigkeit und Beständigkeit setzt und gleichzeitig meine eigene Ästhetik widerspiegelt. Dazu kommt meine große Liebe zur Mode.
Das Label „NACHTMAL“ fällt sofort auf. Was steckt dahinter?
Uns war ein deutscher, einprägsamer Name wichtig. Er soll die gedeckte Farbpalette und die Mystik der Nacht widerspiegeln.
Du verbindest High-Tech mit traditionellem Handwerk – was fasziniert Dich an dieser Kombination?
Hightech – besonders KI – ist ein großartiges Werkzeug, das Arbeitsschritte erleichtern kann, wenn man es richtig einsetzt. Die Symbiose aus Technologie und Handwerk ist für mich die Zukunft.
Welche Rolle spielt KI in Deinem kreativen Prozess – ist sie eher Werkzeug oder schon so etwas wie ein Co-Designer?
Sie ist ganz klar ein Werkzeug, das meine gezeichneten Entwürfe digitalisiert. Das Design selbst kommt von mir.
Was macht NACHTMAL anders als andere Labels, die ebenfalls mit KI arbeiten?
Es ist das Gesamtpaket. Trotz KI setzen wir konsequent auf lokale Herstellung und möchten bestehende Strukturen nicht verdrängen, sondern sinnvoll ergänzen.
Augsburg hat eine große Textilgeschichte – siehst Du Dein Projekt als moderne Weiterführung davon?
Absolut. Gerade deshalb ist Augsburg für mich in diesem Zusammenhang so spannend.
Du setzt auf extreme Limitierung und Pre-Order. Warum gehst Du bewusst gegen klassische Modezyklen?
Die Modewelt ist extrem schnelllebig. Fast Fashion war noch nie mein Ding. Begehrlichkeit und Limitierung sind für mich zeitlose Prinzipien, die immer funktionieren werden.
Wer ist Deine Zielgruppe – und wie definierst Du heute eigentlich Luxus?
Meine Zielgruppe sind Menschen, die das Besondere suchen und Qualität schätzen. Genau das ist für mich auch Luxus: Qualität, Handwerk und Langlebigkeit.
Wie herausfordernd ist es, eine Marke aufzubauen, die Technologie, Nachhaltigkeit und Handwerk vereint?
Es gibt einige Faktoren, die man bedenken muss – vor allem den Gegenwind gegenüber KI. Aber wir gehen da ganz klar unseren eigenen Weg.
Deine erste Kollektion soll beim Augsburger Presseball 2026 gezeigt werden – was erwartet die Gäste dort?
Zwei komplette Outfits im Patchwork-Design. Mehr verraten wir noch nicht.
Gibt es ein Piece aus „Chapter I“, das Dir besonders am Herzen liegt?
Ja, definitiv die Signature Bag. Groß, alltagstauglich und perfekt fürs Büro – ein verlässlicher Begleiter.
Wird KI die Modebranche Deiner Meinung nach grundlegend verändern?
In gewisser Weise ja. Viele Prozesse können schneller und einfacher umgesetzt werden. Außerdem lassen sich Ressourcen sparen, indem man Schnitte zunächst digital testet.
Deine Entwürfe entstehen aktuell mithilfe von KI – gibt es bereits fertige, physische Stücke oder befindet sich NACHTMAL noch in der Konzeptphase?
Nein, bisher noch nicht. Da ich parallel als Model arbeite, sammle ich gerade viele Inspirationen und Ideen für die Marke.






