Das Schwörwochenende in Ulm begeistert mit Geschichte, Konzerten und Wasserspektakel

Tradition trifft Lebensfreude

Am 20. Juli 2026 ist es wieder soweit: Die Stadt Ulm steht Kopf, wenn der traditionsreiche Schwörmontag gefeiert wird. Wie jedes Jahr findet das besondere Ereignis am vorletzten Montag im Juli statt – und gilt als der höchste Feiertag der Doppelstadt Ulm/Neu-Ulm. Zwischen feierlichem Ritual, ausgelassenem Wasserspektakel und nächtlicher Partystimmung wird an diesem Tag die Verbindung zwischen Bürgerschaft, Geschichte und Moderne auf einzigartige Weise sichtbar.

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Bild: Alexander Kaya
Für viele Ulmer ist es die schönste Zeit des Jahres: Wenn sich die Donaustadt in eine einzige Festmeile verwandelt, wenn Musik durch die Gassen klingt, Tausende Menschen die Donauufer bevölkern und am Ende sogar die ganze Stadt auf dem Wasser unterwegs ist, dann steht das Schwörwochenende bevor.
 
Der Startschuss fällt auf dem Münsterplatz

Los geht es bereits am Freitag, den 17. Juli mit der „Schwör mal! Party“ auf dem Münsterplatz. Die Veranstaltung hat sich zu einem beliebten Auftakt entwickelt und bringt Festivalstimmung mitten in die Innenstadt. Direkt nach der akademischen Abschlussfeier der Universität Ulm übernehmen Live-Acts und DJs die Bühne. Mit dabei sind unter anderem das DJ-Duo Link The Beat & Caro Line, Electroclash-Künstler SALÒ sowie die Drunken Masters, die deutschlandweit für energiegeladene Club- und Festivalshows bekannt sind. Wer anschließend weiterfeiern möchte: Die offizielle Verlängerung der Schwör mal! Party steigt im Cocomo Ulm. Dort geht die Nacht nahtlos weiter mit Mixed Music Party Classics auf dem Main Floor und feinster House- sowie Tech House Music auf dem zweiten Floor. Alle Gäste mit „Schwör mal“-Bändchen erhalten freien Eintritt und können die Nacht in clubbiger Atmosphäre ausklingen lassen.
 
Klassik und Gänsehautmomente

Der Samstag schlägt zunächst ruhigere Töne an: Das traditionelle Schwörkonzert kehrt nach drei Jahren wieder ins Ulmer Münster zurück. Unter dem Motto „Festlich“ präsentieren der Motettenchor und das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm Werke von Händel, Mozart, Grieg und Mendelssohn. Von der klanggewaltigen „Feuerwerksmusik“ über Mozarts festliche „Krönungsmesse“ bis hin zu Griegs beliebter „Peer Gynt-Suite“ erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm.
 
Später steht dann das romantische Highlight des Schwörwochenendes an: Sobald die Dämmerung über Ulm hereinbricht, beginnt die Lichterserenade auf der Donau. Tausende schwimmende Lichter verwandeln den Fluss in ein glitzerndes Band aus Licht. Begleitet von Musik und einem Feuerwerk entsteht eine Atmosphäre, die jedes Jahr Zehntausende Besucher an das Ufer der Donau lockt.
 
Ein Abend voller Hits, Emotionen und unvergesslicher Momente
Der Sonntag steht traditionell ganz im Zeichen der großen Open-Air-Konzerte auf dem Münsterplatz. Nationale und internationale Stars wie Die Fantastischen Vier, Elton John, Pink, Neil Young oder Scooter sorgten für volle Plätze und besondere Konzertmomente.
 
Nachdem das Konzert von Wincent Weiss im vergangenen Jahr aufgrund eines Unwetters vorzeitig beendet werden musste, hoffen Veranstalter und Publikum 2026 auf bessere Bedingungen. Mit Roland Kaiser kommt einer der erfolgreichsten und beständigsten deutschen Sänger nach Ulm. Seit Jahrzehnten begeistert der Schlagerstar generationenübergreifend sein Publikum und füllt regelmäßig die größten Arenen Deutschlands.
 
Die einzigartige Tradition wird lebendig

Am Montag feiert Ulm seinen Schwörmontag: Um 11 Uhr beginnt auf dem Weinhof die traditionelle Schwörfeier. Von dort richtet sich der Blick auf das Schwörhaus, wo Oberbürgermeister Martin Ansbacher seine mittlerweile dritte Schwörrede halten wird.
 
Im Mittelpunkt steht dabei der historische Schwur: „Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein, in den gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen, ohne allen Vorbehalt.“ Mit diesen Worten bekräftigt das Stadtoberhaupt Jahr für Jahr den Anspruch auf Gerechtigkeit und Gemeinsinn. Der Schwörmontag gilt damit als eine der ältesten noch lebendigen kommunalen Traditionen Deutschlands. Tausende Menschen verfolgen die Zeremonie vor Ort oder im Livestream. Bei schlechtem Wetter wird die Schwörrede ins Ulmer Münster verlegt.
 
Wenn ganz Ulm auf dem Wasser unterwegs ist
Nach dem offiziellen Teil folgt am Nachmittag das wohl bekannteste Spektakel des Schwörmontags. Beim Nabada, was so viel wie „Hinunterbaden“ bedeutet, verwandelt sich die Donau in eine schwimmende Bühne.
 
Ab 16 Uhr starten fantasievoll gestaltete Themenboote, Musikgruppen auf traditionellen Ulmer Schachteln, Vereine, Unternehmen und unzählige „wilde Nabader“ ihre Fahrt flussabwärts. Manche präsentieren aufwendig gebaute Konstruktionen, andere nehmen aktuelle politische oder gesellschaftliche Themen humorvoll aufs Korn. Unzählige Zuschauer verfolgen das Spektakel entlang der Donauufer.
 
Das Nabada besitzt längst Kultstatus und wird häufig mit den großen Karnevalsumzügen anderer Regionen verglichen – nur eben auf dem Wasser. Seine Ursprünge reichen ebenfalls mehrere Jahrhunderte zurück und sind eng mit der Geschichte des Schwörmontags verbunden.
 
Ganz Ulm wird zur Festmeile
Wenn die letzten Boote angelegt haben, beginnt der inoffizielle Teil des Feiertags. Dann verwandelt sich die gesamte Stadt in eine einzige Feierzone. Auf den Plätzen der Innenstadt spielen Bands unter freiem Himmel und in Bars, Biergärten und Clubs wird bis tief in die Nacht gefeiert.
 
Genau diese Mischung verschafft dem Schwörwochenende seinen besonderen Reiz: Hier treffen jahrhundertealte Geschichte und moderne Festkultur aufeinander. Historische Zeremonien, klassische Konzerte, romantische Sommerabende, große Open-Air-Shows und das legendäre Nabada verschmelzen zu einem Ereignis, das weit über die Region hinaus bekannt ist. Für Ulm bedeutet das Schwörwochenende deshalb weit mehr als vier Tage Unterhaltung. Es ist Ausdruck der eigenen Geschichte, Identität und Lebensfreude – und jedes Jahr aufs Neue ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der gesamten Donauregion.
 
*Alle Angaben ohne Gewähr