Der KuKvS feiert einen Auftakt voller Herzblut

Wo Ideen und Visionen auf Menschen treffen

Mit seiner Auftaktveranstaltung machte der Kultur- und Kreativwirtschaftsverband Schwaben deutlich: Die kreative Branche ist weit mehr als Inspiration – sie ist Wirtschaftskraft, Innovationstreiber und vor allem ein Netzwerk von Menschen, die gemeinsam Zukunft gestalten wollen.

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Bild: Nina Königs
Manchmal sind es nicht die großen Inszenierungen, die in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es die Gespräche dazwischen, das ehrliche Interesse am Gegenüber, das gemeinsame Lachen und dieses besondere Gefühl, dass hier gerade etwas entsteht.
Genau diese Aufbruchsstimmung lag am Freitagabend im Verlagshaus der Augsburger Allgemeinen in der Luft. Zur Auftaktveranstaltung des Kultur- und Kreativwirtschaftsverbands Schwaben (KuKvS) kamen Kreativschaffende, Unternehmer, Vertreter aus Politik und Verwaltung, Kulturschaffende, Medienschaffende und zahlreiche Interessierte zusammen. Und schnell wurde klar: Hier soll mehr entstehen als ein Verband. Hier wächst eine Gemeinschaft.

Charmant führte eine junge, frisch gelernte Moderatorin durch den Abend. Dass dabei die Aufregung eines ersten großen Auftritts durchaus spürbar war, verlieh der Veranstaltung eine besondere Herzlichkeit. Kleine Versprecher, ein Lächeln, sympathische Momente – all das erinnerte daran, dass Kreativität und Kultur immer von Menschen gemacht werden, die gerade am Anfang Unterstützung und Bühnen brauchen. 

Und genau darin spiegelte sich ein Gedanke wider, der den gesamten Abend prägen sollte: Chancen geben, Talente fördern und Menschen auf ihrem Weg begleiten. „Ich finde, es gibt viel zu wenig Förderung, was den Nachwuchs angeht“, betonte Präsident Marco Licht gleich zu Beginn. Der Inhaber einer Event- und Künstleragentur weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Vertrauen und Unterstützung sind. Besonders bewegend schilderte er jene Momente, wenn junge Talente, die mit 16 oder 17 Jahren ihre ersten Schritte machen, viele Jahre später zurückkehren und sagen, dass genau diese ersten Möglichkeiten den Grundstein für ihren Erfolg gelegt hätten. Denn kreative Berufe seien nicht immer einfach. „Das ist wirklich ein Weg, der oftmals sehr steinig ist“, sagte Licht offen.

Mehr als schöne Veranstaltungen: Eine Stimme für die Kreativwirtschaft

Der KuKvS wurde 2025 gegründet, um der Kultur- und Kreativwirtschaft in Schwaben eine gemeinsame Stimme zu geben. Zwar gebe es in der Region zahlreiche engagierte Vereine, freie Theatergruppen, Veranstalter und kulturelle Initiativen – eine übergreifende Interessenvertretung habe bislang jedoch gefehlt. „Was wir nicht haben, ist letztendlich eine Interessenvertretung für die Kultur- und Kreativschaffenden. Und das will der Kultur- und Kreativwirtschaftsverband Schwaben sein“, erklärte Licht. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um Konfrontation, sondern um Dialog. Der Verband wolle Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sein, Sichtbarkeit schaffen und dazu beitragen, die Rahmenbedingungen für die Branche weiterzuentwickeln. „Es ist wichtig, dieser Branche eine Stimme zu geben und ein breiteres Netzwerk zu schaffen“, so der Präsident.
Kreativität ist Wirtschaftskraft

Dass Kultur und Kreativität weit mehr als Leidenschaft und Hobby sind, wurde im Laufe des Abends immer wieder deutlich. Mit rund 205 Milliarden Euro Umsatz und insgesamt zwölf Teilmärkten zählt die Kultur- und Kreativwirtschaft zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen Deutschlands. Von Architektur und Design über Musik, Film und Medien bis hin zu Software, Games und kreativem Handwerk reicht die Bandbreite einer Branche, die Innovationen hervorbringt und gesellschaftliche Entwicklungen mitprägt. „Das ist nicht unbedingt nur ein Hobby, sondern da steht wirklich ein Wirtschaftsfaktor dahinter“, machte Marco Licht deutlich.

Ein buntes Netzwerk voller Kompetenzen

Dass die Kreativwirtschaft von Vielfalt lebt, zeigte sich auch bei der Vorstellung des Präsidiums. Kommunikationsprofis, KI-Experten, Autoren, Musiker, Filmemacher und Kreative aus unterschiedlichsten Bereichen bringen ihre Erfahrungen und Kompetenzen ein.
Dabei wurde schnell klar: Hier geht es nicht um Einzelkämpfer, sondern um ein Netzwerk, das voneinander lernen und gemeinsam wachsen möchte. Mit einem Schmunzeln blickte Marco Licht schließlich in den Saal und sagte: „Wir haben wirklich einen bunten Haufen hier – und das finde ich besonders schön.“ Und tatsächlich schien genau diese Vielfalt die größte Stärke des neuen Verbands zu sein.

Netzwerke als Schlüssel für die Zukunft

Die große Resonanz aus Politik, Wirtschaft und Institutionen zeigte, wie wichtig die Kultur- und Kreativwirtschaft für die Region geworden ist.

In den Grußworten wurde immer wieder die Bedeutung von Austausch und Kooperation hervorgehoben. Gerade dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, entstehen neue Ideen, innovative Lösungen und zukunftsfähige Partnerschaften.
Offene Netzwerke, Begegnungen auf Augenhöhe und der Dialog zwischen Kreativschaffenden, Unternehmen und Institutionen seien entscheidende Bausteine für die Entwicklung der Region. Auch die Zusammenarbeit zwischen Kultur und Wirtschaft wurde dabei als große Chance verstanden. Denn Kreativität und Unternehmertum schließen sich nicht aus – im Gegenteil: Sie können sich gegenseitig bereichern und neue Impulse setzen.

Nina Königs für TREND>one

Kunst trifft Einzelhandel

Dass aus ersten Gesprächen bereits konkrete Projekte entstanden sind, zeigte ein Ausblick auf die zukünftige Arbeit des Verbands. Unter dem Namen „Art to Retail“ arbeitet der KuKvS gemeinsam mit Partnern an einer Idee, die Kunst und Einzelhandel miteinander verbindet. Ziel ist es, Innenstädte wieder stärker zu Erlebnisräumen zu machen. Künstlerinnen und Künstler sollen zusätzliche Sichtbarkeit erhalten, während der stationäre Handel durch kreative Formate und Ausstellungen neue Anziehungskraft gewinnen kann. Darüber hinaus sind Workshops, Weiterbildungsangebote sowie Formate rund um Innovation und Künstliche Intelligenz geplant. Das Wichtigste passierte zwischen den Programmpunkten. Vielleicht waren es aber gar nicht die Reden, die den Abend so besonders machten.
Es waren die Begegnungen.

Hier ein spontanes Gespräch zwischen Unternehmern und Kreativen. Dort ein Austausch über Fördermöglichkeiten. An anderer Stelle wurden Ideen für gemeinsame Projekte gesponnen, Erfahrungen geteilt und neue Kontakte geknüpft. Musiker kamen mit Kommunikationsprofis ins Gespräch. Filmemacher tauschten sich mit Unternehmern aus. Designer trafen auf Kulturschaffende. Menschen, die sich vorher nicht kannten, gingen mit dem Gefühl nach Hause, sich bald wiederzusehen.

Es herrschte eine Atmosphäre, die man nicht planen kann. Keine Ellenbogen. Keine Konkurrenz. Sondern Offenheit, Neugier und gegenseitige Unterstützung. Fast schien es, als kenne jeder jemanden, der jemanden kennt. Und genau daraus entstehen oft die besten Ideen.

Die kreative Zukunft Schwabens beginnt jetzt

Der Kultur- und Kreativwirtschaftsverband Schwaben versteht sich als Plattform für alle, die die kreative Landschaft der Region mitgestalten möchten. Ob Kunst, Musik, Medien, Film, Design, Architektur, Software oder kreatives Handwerk – die Vielfalt der Branche soll sichtbar werden und noch stärker zusammenwachsen.

Bereits bei den Augsburger Sommernächten wird der Verband an allen drei Tagen präsent sein. Gleichzeitig sind weitere Netzwerktreffen, Workshops und Veranstaltungen geplant, bei denen Interessierte jederzeit willkommen sind, um die Menschen hinter dem KuKvS kennenzulernen.
Zum Abschluss gab Marco Licht den Gästen noch einen Gedanken mit auf den Weg, der vielleicht die schönste Zusammenfassung dieses Abends war: „Nutzen Sie die Gelegenheiten, wo wir den persönlichen Kontakt miteinander finden können. Reden Sie auch mal mit Leuten, die Sie gar nicht kennen. Sie werden feststellen: Man entdeckt viele neue Möglichkeiten.“

Und vielleicht war genau das die wichtigste Botschaft des Abends. Große Ideen entstehen selten allein. Sie entstehen dort, wo Menschen einander begegnen. Wo Erfahrungen geteilt werden. Wo Chancen gegeben werden. Und wo Leidenschaft auf Gemeinschaft trifft. Die Auftaktveranstaltung des KuKvS war deshalb weit mehr als ein offizieller Startschuss. Sie war ein Versprechen. An die Kultur- und Kreativszene. An die Region. Und an eine Zukunft, die gemeinsam gestaltet werden will.

Fazit

Mit seiner Auftaktveranstaltung hat der Kultur- und Kreativwirtschaftsverband Schwaben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der Region steckt. Zwischen inspirierenden Impulsen, persönlichen Begegnungen und vielen neuen Ideen wurde deutlich: Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist weit mehr als ein Wirtschaftsfaktor – sie lebt von Menschen, von Leidenschaft und vom gemeinsamen Gestalten. Der KuKvS möchte genau dafür eine Plattform bieten und Kreativen aus unterschiedlichsten Bereichen eine starke Stimme geben. Der Abend machte Lust auf mehr und zeigte, dass die kreative Zukunft Schwabens längst begonnen hat.