Kommunalwahlen in Bayern, was haben die Kandidaten vor

Kommunale Ämter werden neu besetzt

Am 08.03.2026 wird in Bayern wieder gewählt. In über 2000 Kommunen des Freistaates werden somit die kommunalen Gremien neu besetzt und geordnet. Manche, etablierte Amtsträger werden bestätigt werden, andere müssen politischen Gegnern weichen oder Plätze werden neu besetzt, weil Vorgänger aufhören.

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Bild: TRENDYone
Am 16.01. konnte man sich in Augsburg schon ein erstes Bild von den sechs Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt machen. Die Amtsinhaberin, Eva Weber (CDU), ihre Stellvertreterin Martina Wild (Grüne) stellten sich in einer Podiumsdiskussion des BdS, ihren Gegenkandidaten, Hannes Aigner (freie Wähler), Florian Freund (SPD), Iris Steiner (FDP/Pro Augsburg) und Elisabeth Wiesholler (Die Linke). Dabei zeigten sich zwar viele Gemeinsamkeiten aber auch deutlich unterschiedliche Auffassungen einer funktionierenden Stadtpolitik.

Es interessierte uns, wie die verschiedenen Kandidaten denken, ob sie sich wirklich so unterschiedlich präsentieren, wie man es bei so vielen Charakteren erwartet?
Deshalb haben wir die Bürgermeister- und Spitzenkandidaten, sowie die Kandidaten für das Amt des Landrats, der verschiedenen Parteien, im Verbreitungsgebiet unserer Ausgaben Augsburg und Ulm angeschrieben und allen die gleichen zwei Fragen gestellt:

Was würden Sie grundlegend anders machen als die Vorgängerperson im Amt, bzw. als Sie selbst es gemacht hatten?

Welche, bis zu drei, Projekte halten Sie für die nächste Wahlperiode für die Wichtigsten?
 
Alle Antworten, die wir erhielten, veröffentlichen wir hier unverändert.

Eva Weber, amtierende Oberbürgermeisterin Augsburg / CSU
Diese Amtszeit begann nicht im Normalbetrieb. Pandemie, Krieg in Europa, Energie- und Wirtschaftskrise. In den ersten Jahren ging es für mich darum, Augsburg sicher durch außergewöhnliche Zeiten zu führen. Rückblickend würde ich vor allem eines anders machen: noch deutlicher machen, dass Stabilität selbst eine Leistung ist. Gerade, wenn alles um einen wankt.
Unsere Hausaufgaben sind noch nicht fertig. Die Großprojekte Hauptbahnhof und Staatstheater laufen. Und sie laufen jetzt stabil. Der neue Architekt arbeitet topp mit unserem Team in der Stadt zusammen. Genau diese Stabilität müssen wir jetzt halten und die Projekte verantwortungsvoll zu Ende führen. Unsere Großbauprojekte brauchen jetzt keine weiteren Brüche, sondern Verlässlichkeit und Führung.
Gleichzeitig müssen wir dranbleiben. Dranbleiben an dem, was wir gemeinsam für Augsburg erreicht haben: Augsburg gehört zu den sichersten Städten Deutschlands, Augsburg ist digitaler Champion in Deutschland. Augsburg startet durch bei KI und in der Luft und Raumfahrt. Und Augsburg  zählt zu den Top-10-Großstädten bei der Lebensqualität.Das gabs noch nie.
Und wir müssen mit voller Kraft die nächsten großen Themen starten: 400 neue Wohnungen in vier Jahren. Unsere Innenstadt stärken. Und zwar nicht ideologisch, sondern gemeinsam. Und ich will unsere Jahrhundertchance Medical Valley zum Leben erwecken. Hier entwickeln wir den neuen Wirtschaftsstandort rund um das Uniklinikum. Für einen starkes Augsburg, das wir für die Zukunft noch fitter machen

Florian Freund, OB Kandidat Augsburg / SPD
Wirtschaft wird mit mir als Oberbürgermeister wieder Chefsache. Es muss uns wieder gelingen, neue Unternehmen anzusiedeln und bestehende zu halten. Augsburg hat sich in schlecht gemanagten Großprojekten verheddert und mutet den Bürgern zu hohen Ausgaben zu, ohne Ideen für die Einnahmenseite der Stadt zu haben. Das bringe ich wieder in Ordnung. Wir brauchen Gestaltungswillen statt Verwaltungseifer. Dafür möchte ich neuer Oberbürgermeister werden. Ich packe das an.
Alle Schultoiletten in einen ordentlichen Zustand bringen und unsere städtischen Schulen mit mehr Tempo sanieren.
Augsburgs Plätze und Straßen wieder in Ordnung bringen. Wir fangen mit der Fuggerpromenade an und bringen anschließend die Bahnhofstraße als Fußgänger und Radstraße mit hoher Aufenthalts- und Einkaufsqualität wieder in Ordnung.
Die Ansiedlung neuer Unternehmen ermöglichen und gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen. Das Uniklinikum ist eine Riesenchance, mit der Schaffung einer Medical City, einem Forschungs- und Wirtschaftshotspot für Augsburg und Schwaben

Helmut Wiedemann, Spitzenkandidat in Augsburg / WSA
Augsburg braucht einen echten Neustart. Zu oft sind gute Ideen in endlosen Diskussionen oder in der Bürokratie stecken geblieben. Ich werde Entscheidungswege verkürzen, die Verwaltung modernisieren und eine neue Kultur der Zusammenarbeit schaffen – Bürger und Unternehmen als Partner, nicht als Bittsteller. Ich komme aus der Praxis, nicht aus der Politik. Deshalb arbeite ich lösungsorientiert und pragmatisch: Probleme lösen statt vertagen.
Für die nächste Wahlperiode setze ich drei klare Prioritäten:
Eine Wohnungsbau-Offensive mit einer komplett modernisierten, digitalisierten Bauverwaltung. Wir müssen schneller, effizienter und mutiger bauen, damit Augsburg wieder bezahlbaren Wohnraum bekommt.
Eine starke Wirtschaftspolitik, die Augsburg als Standort wieder attraktiv macht – durch weniger Bürokratie, schnellere Entscheidungen und eine lebendige Innenstadt.
Mehr Lebensqualität in allen Stadtteilen: saubere Straßen, sichere Plätze und lebendige Quartierszentren, die Gemeinschaft fördern und den Alltag erleichtern.
„Augsburg hat enormes Potenzial – wir müssen es nur endlich nutzen.

Martina Wild, OB Kandidatin Augsburg / B 90 / Die Grünen
In den vergangenen Jahren konnte ich zeigen, dass ich Augsburg mit Plan, Struktur und einem klaren Kompass gestalten kann. Mir ist wichtig, dass Politik dabei nicht im Klein-Klein stecken bleibt, sondern strategisch, ehrlich und verlässlich handelt. Wir haben in den letzten Jahren große Herausforderungen gemeistert – von der Bewältigung der Pandemie über die Unterbringung und Integration ukrainischer Geflüchteter bis hin zur Steuerung komplexer Schulbauprojekte. Dabei war für mich immer entscheidend: Miteinander statt Gegeneinander, klare Prozesse und eine transparente Kommunikation. Und: Klimaschutz war für mich nie ein Randthema, sondern immer zentral – von der Begrünung der Innenstadt über die energetische Sanierung unserer Schulen bis hin zur Wärmewende.
Ich stehe für eine Stadt, die Chancen schafft und niemanden zurücklässt. Deshalb habe ich nicht nur Rekordinvestitionen in Schulen und Kitas umgesetzt und über 2100 neue KiTA Plätze geschaffen, sondern auch die Integrationsarbeit gestärkt und neue Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche etabliert. Wir haben das Leitbild Integration entwickelt, die Bildungsmittelpunkte aufgebaut und Projekte wie MAX 59 – ein Ort für Kinder und Jugendliche auf den Weg gebracht – Orte, die Begegnung und Teilhabe ermöglichen.
Für die Zukunft gilt: Wir müssen noch stärker auf innovative Wohnformen setzen, wie Wohnungstauschprogramme oder „Wohnen für Hilfe“ – diese sind geplant und sollen in der nächsten Periode Realität werden. Mit Erfahrung, Belastbarkeit und einem klaren Plan lassen sich die großen Aufgaben, die vor uns liegen, bewältigen – strukturiert und gemeinsam.
Wohnen bezahlbar und sozial gestalten: Einführung einer Leerstandsabgabe, Ausbau des kommunalen Wohnhilfebüros, mehr geförderte Wohnungen und Pilotprojekte für junges Wohnen wie „WG überm Betrieb“.
Bildung und Teilhabe weiter ausbauen: Fertigstellung der Generalsanierungen von FOS/BOS/RWS und Schillerschule, Neubau der Realschule im Osten, Gymnasium im ehemaligen Karstadt, Ausbau von Ganztagsangeboten und Sanierung der Toiletten.
Klimaschutz und Stadtentwicklung zusammen denken: Umsetzung des Hitzeaktionsplans, Entsiegelungsoffensive für Innenhöfe und Pausenhöfe, mehr Bäume in der Innenstadt und Ausbau der Fernwärme für die Wärmewende.
Mein Ziel: Augsburg soll eine Stadt sein, die Vielfalt lebt, Chancen eröffnet und Zukunft gestaltet – strukturiert, verlässlich und mit dem Augsburger Motto: „Net g’schwätzt, sondern g’macht

Iris Steiner, OB Kandidatin für die Stadt Augsburg / FDP und Pro Augsburg 
Ich halte es für wichtig, die Kommunikation zwischen Stadtverwaltung und Politik grundlegend zu verbessern. In den Gesprächen der letzten Wochen wurde mir wiederholt signalisiert, dass die Stadtspitze vor allem „nach außen“ marketingwirksam kommuniziert, während der Austausch mit den zuständigen Fachabteilungen der Verwaltung zu kurz kommt. Die Theaterbaustelle mit all ihren Pleiten, Pech und Pannen ist ein anschauliches Beispiel dafür. Hier wurde deutlich, dass es seitens der Oberbürgermeisterin an klarer Führung gefehlt hat. Eine solche Misskommunikation verlängert die Prozesse, kostet unnötig Geld und verärgert die Bürger. Eine Stadtverwaltung sollte idealerweise wie ein guter Dienstleister funktionieren - Bürger sind „Kunden“ - wie in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen.Für mich hat die Fertigstellung laufender Projekte sowie die Bewältigung aktuell dringlicher Probleme oberste Priorität gegenüber neuen Vorhaben. Augsburg tut sich bereits jetzt schwer, seine Pflichtaufgaben zu erfüllen. Hier gilt es, bestehende Prozesse möglicherweise grundlegend zu hinterfragen oder zumindest kritisch auf Alternativen zu prüfen. Es sollte verstärkt versucht werden, Drittmittel oder Förderungen zu akquirieren und sich gegebenenfalls auch von liebgewonnenen Gepflogenheiten zu lösen. Vielleicht muss man auch Prioritäten verschieben, da wäre ich offen für Neues.
Förderung von mehr bezahlbarem Wohnraum:
Mir und uns als bürgerliche Mitte von FDP und Pro Augsburg - ist besonders wichtig, Maßnahmen zu unterstützen, die mehr und bezahlbaren Wohnraum ermöglichen. Dazu gehören die Anpassung von Bauvorschriften, um neue Baugebiete auszuweisen. Die stärkere Einbindung der Umlandgemeinden beim sozialen Wohnungsbau, die Umwandlung von innenstadtnahen Gewerbegebieten in Mischgebiete sowie generell die Vereinfachung des Augsburger Baurechts ohne „Sonderwege“.
Stärkung des lokalen Einzelhandels:
Ein lebendiger und attraktiver Einzelhandel ist essenziell für unsere Stadt. Ich setze mich daher dafür ein, vor allem die lokale Wirtschaft gezielt zu fördern – in enger Abstimmung mit den Handelsverbänden – und gleichzeitig die Rahmenbedingungen zu verbessern, etwa durch eine stabile Gewerbesteuer, gute Erreichbarkeit der Innenstadt für ALLE Verkehrsmittel - ausreichende Parkmöglichkeiten inklusive.
Schnellstmöglicher Abschluss des Staatstheater-Projekts:
Mir liegt die schnellstmögliche, transparent kommunizierte Fertigstellung des Staatstheaters am Herzen. Dies ist nicht nur deshalb entscheidend, damit Augsburg endlich seine kulturelle Mitte wiederbekommt, sondern auch wirtschaftlich entscheidend: Jede Verzögerung treibt die Kosten weiter in die Höhe, wodurch der Stadt viele Millionen Euro für andere wichtige Projekte fehlen. Diesen „Luxus“ kann sich Augsburg nicht leisten, das muss jetzt ein Ende haben. Und: endlich CHEFSACHE sein

Hannes Aigner, OB Kandidat Augsburg / Freie Wähler
Ich möchte Augsburg stärker vom Alltag der Menschen und Betriebe her denken: mit klaren Prioritäten, mehr Tempo und mehr Verlässlichkeit. Politik muss Probleme lösen und Vertrauen schaffen – gerade bei zentralen Zukunftsfragen.
Bezahlbares Wohnen ermöglichen
Hohe Mieten drücken die Kaufkraft und schwächen den Wirtschaftsstandort. Ich setze mich dafür ein, dass Bauen in Augsburg einfacher , günstiger und schneller wird. Nur mit mehr Wohnraum können wir Mieten senken und Augsburg attraktiv für Familien und Fachkräfte halten.
Augsburg als Wirtschaftsstandort stärken
Unternehmen brauchen Planungssicherheit und eine unternehmensfreundliche Verwaltung. Die steigende Zahl an Insolvenzen ist ein Warnsignal. Wir müssen Genehmigungen beschleunigen, Bürokratie abbauen und Ansiedlungen erleichtern.
Mehr Investitionen in Sport und Infrastruktur
Sport steht für Gesundheit, Gemeinschaft und Integration. Schulen brauchen funktionierende Turnhallen, Vereine verlässliche Bedingungen. Nach Jahren des Sparkurses besteht auch bei Bädern großer Nachholbedarf

Elisabeth Wiesholler, Studentin Spitzenkandidatin / dieLinke Augsburg
Der Titel unseres Wahlprogramms tatsächlich Programm: „Augsburg. Bezahlbar. Für Alle!“. Die Kommunalpolitik kann einen großen und vor allem direkten Einfluss auf den Alltag der Augsburger*innen haben. Diesen möchte ich nutzen, um den Schwerpunkt ganz klar auf ein bezahlbares Augsburg zu richten. Aber – und das ist mir und meinen Mitkandidierenden aus der Linken ebenfalls ein großes Anliegen – wir wollen auch dass die Arbeit des zukünftigen Stadtrats transparent ist. Und auch hier: Für Alle! Das bedeutet: Schluss mit Behördensprache, einfache Erklärungen und vor allem nachvollziehbare Entscheidungen. Gerade bei so großen und heiklen Themen wie die Aufarbeitung des Corona-Impfzentrums, bei dem Nachzahlungen in Millionen-Höhe im Raum stehen.
Die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets wäre eine direkte Entlastung unzähliger Geldbeutel und statt große Prestige-Projekte wie das Staatstheater oder eine mögliche Magnetschwebebahn in den Vordergrund zu stellen, möchte ich für bezahlbares Wohnen einstehen. Es braucht mehr sozialen Wohnungsbau. Immer mehr Sozialwohnungen fallen aus der Bindung und werden so weniger und weniger. Aber es braucht eine stärkere Überprüfung und Ahndung von Leerstand oder Mietwucher – also illegalen Mieten. Mit solchen und weiteren Maßnahmen sollen die Mieten in Augsburg langfristig gesenkt werden, statt erhöht.
Als Pädagogin liegen mir aber auch die Augsburger Schulen und Kindertagesstätten besonders am Herzen. Hier braucht es gesundes und kostenfreies Essen für die Kinder, um ohne Stigmatisierung und Hunger lernen zu können. Aber für das bessere Lernen spielt auch die Lernumgebung und das Personal eine große Rolle. Also Schluss mit Schimmel und kaputten Heizungen in den Schulen und stattdessen mehr Personal, das durch gute Arbeitsbedingungen und Weiterbildungen auch seiner pädagogischen Arbeit nachkommen kann

Gülüzar Starizin, OB Kandidatin Gersthofen / SPD
Ich werde mehr Sachverstand und echte Tatkraft ins Rathaus bringen. Als Bauingenieurin bin ich es gewohnt, anzupacken und Projekte vom Plan auf die Straße zu bringen. Ich möchte weg von komplizierter Bürokratie und hin zu einer klaren, ehrlichen Kommunikation. Die Bürger sollen sich darauf verlassen können, dass ich Entscheidungen fachlich solide vorbereite und verständlich erkläre. Mein Ziel ist eine Stadtverwaltung, die aktiv Lösungen sucht und die Zukunft von Gersthofen gemeinsam mit den Bürgern und dem Stadtrat mutig gestaltet.
Wohnraum schaffen und das Stadtzentrum beleben: Ich werde den Wohnungsbau im gesamten Stadtgebiet stärker fördern, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Ein zentrales Vorhaben ist das Projekt „Zukunft Nord“ in der Stiftersiedlung, das ich bürgernah und mit Augenmaß umsetzen will. Dabei setze ich konsequent auf ein Einheimischenmodell, damit unsere Bürgerinnen und Bürger bei der Vergabe den Vorrang haben. Gleichzeitig werde ich das Projekt „Grünes Herz“ mit Fachverstand vorantreiben, damit unsere Innenstadt lebendiger und attraktiver wird. 
Unabhängigkeit bei unserem Wasser: Ich setze alles daran, die Eigenständigkeit unserer Wasserversorgung zu sichern. Ich werde die Planung für ein eigenes Wasserwerk mit Hochdruck vorantreiben und dem Stadtrat eine wirtschaftliche Lösung präsentieren, die Hand und Fuß hat. Ziel ist es, die Kontrolle über unsere Gebühren zu behalten und dauerhaft bestes Trinkwasser für Gersthofen zu garantieren.
Unsere Gemeinschaft stärken: Unsere Vereine und das Ehrenamt sind das Herz unserer Stadt – ich werde ihnen eine verlässliche Partnerin sein. Ein wichtiges Ziel ist für mich zudem der Neubau des Jugendzentrums. Ich möchte unseren Jugendlichen einen modernen und attraktiven Ort schaffen, der Platz für neue Ideen bietet und ihren heutigen Bedürfnissen gerecht wird

Melanie Schappin, OB Kandidatin Gersthofen / Freie Wähler
Ich möchte Politik transparenter gestalten und die Bürger stärker einbeziehen. Dazu gehört für mich, offen und verständlich über Inhalte und Entscheidungen aus den Sitzungen zu informieren. Viele Menschen wissen heute nicht, was im Stadtrat oder in den Ausschüssen beraten und beschlossen wird. Als Bürgermeisterin werde ich regelmäßig verständliche Berichte aus den Sitzungen veröffentlichen, in denen erläutert wird, welche Entscheidungen getroffen wurden und aus welchen Gründen. Wenn Entscheidungen nachvollziehbar sind, entsteht Vertrauen. Genau hier möchte ich ansetzen, damit die Menschen wissen, was in ihrer Stadt passiert und warum.
Stadtzentrum fertigstellen und ein attraktives Zentrum schaffen. Das Stadtzentrum muss endlich fertiggestellt werden. Seit Jahren prägt eine große unbebaute Fläche das Bild der Innenstadt. Dieser Zustand ist für Gersthofen nicht akzeptabel und muss beendet werden. Die Fläche soll entsprechend dem Bürgervotum zeitnah bebaut werden. Ziel ist eine ansprechende, funktionierende Mitte mit verlässlicher Nahversorgung, Grünflächen und ausreichend Parkmöglichkeiten im Zentrum, damit die Innenstadt für alle gut erreichbar bleibt.
Eigenes Wasserwerk für eine sichere Versorgung. Gersthofen wird derzeit aus technischen Gründen über die Stadtwerke Augsburg mit Wasser versorgt. Für die Zukunft steht die Entscheidung an, ob diese Lösung dauerhaft bestehen bleibt oder wieder eine eigene Versorgung aufgebaut wird. Wasser ist ein lebenswichtiges Gut. Deshalb halte ich es für richtig, dass die Stadt hier selbst gestalten kann. Unser eigenes Wasser kann qualitativ hochwertig und wirtschaftlich gefördert werden. Langfristig sehe ich daher wieder ein eigenes Wasserwerk für Gersthofen, gegebenenfalls auch in Kooperation mit westlichen oder nördlichen Nachbargemeinden.
Eigene Wohnungsbaugesellschaft für bezahlbaren Wohnraum. In den vergangenen Jahren wurde in Gersthofen umfangreiches Planungsrecht geschaffen, dennoch ist nur wenig gebaut worden. Dort, wo Bauprojekte umgesetzt werden, entstehen häufig hochpreisige Wohnungen, da sich hohe Grundstückskosten unmittelbar auf die Mieten auswirken. Viele Familien sowie ältere Menschen können sich Wohnen in ihrer eigenen Stadt dadurch kaum noch leisten. Wenn bezahlbarer Wohnraum für die Menschen vor Ort entstehen soll, müssen wir als Stadt selbst Verantwortung übernehmen. Mit einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft kann gezielt Wohnraum geschaffen und dauerhaft gesichert werden

Susanne Olita, OB Kandidatin Gersthofen / CSU
Ich bin anders als andere Bürgermeisterkandidaten: Ich will nicht nur entscheiden, was richtig ist – sondern von Anfang an mitdenken, wie es verlässlich umgesetzt wird. Denn ich weiß, wie Verwaltung funktioniert: von der Basis bis zur politischen Entscheidung. Mit über 25 Jahren Erfahrung im Rathaus Gersthofen in verschiedenen Führungspositionen kenne ich die Abläufe sowie die Herausforderungen - und die Stellschrauben, auf die es wirklich ankommt. Ich habe drei verschiedene Bürgermeister aus nächster Nähe erlebt und weiß aus der Praxis deshalb nicht nur was, wie beschlossen werden muss, sondern auch, welche Themen für Bürger echte Mehrwerte mit sich bringen. Genau hier liegt für mich die Basis meiner Arbeit: Klarheit, Verlässlichkeit und eine Verwaltung, die für die Bürgerinnen und Bürger arbeitet – nicht an ihnen vorbei.
Eine funktionierende Stadt zeigt sich im Alltag. Eine sichere und bezahlbare Wasserversorgung gehört genauso dazu wie ein ÖPNV, der zuverlässig ist und eine echte Alternative bietet – von Kindern bis Senioren. Gleichzeitig braucht Gersthofen ein starkes Miteinander vor Ort: einen lebendigen Einzelhandel, ein attraktives Stadtzentrum und Plätze, an denen man sich gerne trifft. Und nicht zuletzt: Ein neues Stadtfest, dass schmerzlich vermisst wird und unter neuen Konstellationen wieder stattfinden kann - davon bin ich überzeugt. 
Eine wirtschaftlich stabile Stadt, Aufenthaltsqualität im Zentrum und faire Bedingungen für alle Generationen, das ist mein Ansatz. Und mir persönlich besonders wichtig: ein offenes Ohr für die vielen kleinen Themen vor Ort für Gersthoferinnen und Gersthofer. Denn genau daran erkennt man, ob Politik nah bei den Menschen ist. Und das bin ich, jeden Tag.

Richard Greiner, amtierender Oberbürgermeister Neusäß / CSU
Im Großen und Ganzen würde ich wieder so vorgehen. Denn wir konnten Kurs halten, die Leistungen für die Bürger erbringen und unsere großen Projekte anschieben. Und das, obwohl mit Corona, der „Gasmangellage“, die unser energieintensives Titania besonders getroffen hat, und der Trinkwasserkrise im Landkreis außergewöhnliche Herausforderungen zu stemmen waren.
Erstens wären die erfolgreiche Umsetzung des Neubaus der Feuerwache Neusäß und des Neubaus der Schule Westheim mit Ganztagsbetreuung, Turnhalle und integrierter Feuerwehr.
Zweitens die Weiterentwicklung des „Gesundheitsstandorts Neusäß“ mit Ansiedlung von weiterem medizinaffinem Gewerbe und ärztlichen Dienstleistungen, der Neubau der BRK-Rettungswache und die Schaffung von zusätzlichen Pflegeangeboten, insbesondere für Kurzzeit- und Tagespflege.  
Und drittens die Fortsetzung der Stadtmitte-Entwicklung mit noch mehr Aufenthaltsqualität, Entsiegelung und innerstädtischer Begrünung - wie es uns beim neuen Stadtplatz bereits schön gelungen ist

Susanne Höhnle, Bürgermeisterkandidatin Neusäß / SPD
Unsere Stadt lebt von den Begegnungen der Bürgerinnen und Bürger. Das durfte ich in den letzten sechs Jahren in meiner Arbeit als 3. Bürgermeisterin oft und intensiv erleben. Diese positiven Erfahrungen motivieren mich zum Engagement für unsere Heimatstadt Neusäß und für eine Kandidatur als Bürgermeisterin. Als Bürgermeisterin setze ich mich kompetent und verantwortungsbewusst für die gute Entwicklung unserer Stadt ein. Deshalb ist es mir wichtig zuzuhören, zu verstehen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden, die unsere Stadt, ihre Bewohnerinnen und Bewohner und die Neusässer Wirtschaft voranbringen. In den letzten sechs Jahren war ich an der Führung der Stadt beteiligt und konnte Akzente setzen bei der Kinderbetreuung vom Krippen- bis zum Grundschulalter, Naturschutz und Klimafestigkeit, Stärkung des Ehrenamts, mehr bezahlbaren Wohnungen und konkreten Lösungen im ÖPNV. In der Zukunft möchte ich meine Ideen weiter kraftvoll in die Tat umsetzen und die berechtigten Belange der Neusässer Bürgerschaft beim Neubau der Uniklinik selbstbewusst und überparteilich vertreten. Demokratie und Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft, dafür setze ich mich täglich ein!
Neusäß klimafest machen, um die Bürgerschaft vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Verstärkter Schutz vor Hochwasser und Starkregen, Beschattung gegen Hitze, regenerative Nahversorgung mit Wärme und Energie, Versiegelung vermindern.
Chancen für alle Generationen, Einkommensgruppen und Personen mit und ohne Handicap. Ausbau der Familienunterstützung (Kurzzeitpflegeplätze, Ganztagesbetreuung von Schulkindern - auch in Ferien, Kita-Platz für 3. Kind muss wieder kostenfrei werden.)
Kreative Stadtentwicklung mit attraktivem ÖPNV mit Ausbau der Barrierefreiheit und sicheren Schulwegen. Neubau der Uniklinik ergebnisoffen prüfen, Beteiligung der Anrainer-Kommunen, Verkehrssituation und Naturschutz stärker einbeziehen, besondere
Beachtung der Verkehrssituation in Bau- und Betriebsphase.

Martin Sailer, amtierender Landrat des Landkreises Augsburg, CSU
Ich möchte Politik noch stärker ganzheitlich und vorausschauend gestalten. Das bedeutet, Themen wie Bildung, Familie, Wirtschaft, Mobilität, Umwelt und Ehrenamt nicht isoliert zu betrachten, sondern konsequent miteinander zu verknüpfen. Mir ist wichtig, Entscheidungen frühzeitig gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen, Wirtschaft und Ehrenamt zu entwickeln und pragmatische Lösungen mit breiter Akzeptanz umzusetzen. Zudem will ich stärker präventiv handeln – etwa bei Bildung, sozialem Zusammenhalt, Gesundheit und Pflege – statt nur auf Entwicklungen zu reagieren. Das sind meine Ziele für die nächsten Jahre: Zukunftsoffensive Bildung, Familie und Zusammenhalt: Modernisierung und gute Ausstattung der Schulen, Ausbau von Beratungs-, Betreuungs- und Präventionsangeboten sowie Stärkung von Gesundheit und Pflege angesichts des demografischen Wandels.
Wirtschaft und Mobilität zukunftsfähig sichern: Aktive Wirtschaftsförderung, enge Kooperation mit Betrieben und eine nachhaltige Weiterentwicklung des Tourismus, verbunden mit dem Ausbau der Schiene, einem starken ÖPNV und guter regionaler Vernetzung.
Nachhaltiger Landkreis mit starker Heimat: Pragmatischer Umwelt- und Klimaschutz gemeinsam mit den Menschen vor Ort, insbesondere durch erneuerbare Energien und Bürgerbeteiligung, sowie gezielte Förderung von Ehrenamt, Kultur und Vereinsleben als tragende Säulen des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Fabian Wamser, Landratskandidat Augsburg-Land / SPD
Ich schaue nicht auf das, was andere tun oder getan haben, sondern möchte herausstellen, wer ich bin. Ich stehe für einen modernen Politikansatz: kommunikativ, transparent und mit einer Verwaltung, die digital denkt und handelt. Entscheidungen der Verwaltung müssen verständlich erklärt, Prozesse nachvollziehbar und Abläufe schneller werden. Genau so will ich Politik im Landkreis gestalten – nah an den Menschen und mit offener Kommunikation.
Elementar wird die Sicherung und Entwicklung der Gesundheitsversorgung im Landkreis sein. Als Rettungssanitäter und Jurist im Gesundheitswesen weiß ich: die Klinikstruktur verändert sich, viele junge Ärztinnen und Ärzte wollen keine eigene Praxis mehr aufbauen und überbordende Bürokratie tut ihr Übriges. Deshalb werde ich den Aufbau einer modernen und zukunftsfähigen Gesundheitsstruktur konsequent vorantreiben. Instrumente hierfür wären z.B. kommunale Versorgungszentren und vernetzte Gesundheitseinrichtungen. Für mich dabei zentral: der Bau einer neuen Kreisklinik.
Ein weiteres zentrales Thema ist ein verlässlicher Nahverkehr, bei dem Bus und Bahn wieder planbar funktionieren – unabhängig davon, ob im AVV oder im MVV. Einerseits wird das Auto auf dem Land noch lange Zeit eine gewisse Rolle spielen, jedoch müssen wir den Menschen ein Mobilitätsangebot machen, welches attraktiv und bezahlbar ist. Andernfalls schaffen wir die notwendige Verkehrswende nicht.
Drittens brennt für viele die Frage nach bezahlbarem Wohnen. Hier wird der Landkreis eine deutlich aktivere Rolle übernehmen müssen und selbst sozialen Wohnraum tatsächlich schaffen.

Gurdip Singh, Bürgermeisterkandidat Vöhringen / parteilos
Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Stadt Vöhringen einen neuen Bürgermeister braucht. Ich möchte mich als Kandidat zur Verfügung stellen.
Ich bringe klare und realistische Konzepte in den Bereichen Jugendschutz, Altenversorgung und Weiterbildung mit. Diese Themen sind entscheidend für die Zukunft unserer Stadt. VÖHRINGEN.
Mein Ziel ist es, Vöhringen spürbar zu verbessern und die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen. Ich möchte Vöhringen gemeinsam mit den Einwohnern modern, sozial und lebenswert gestalten. 
Die mir bekannten Mängel, wie der Ärztemangel und die Schwierigkeiten junger Menschen beim Start in die Selbstständigkeit, müssen berücksichtigt werden. Wer ein eigenes Unternehmen gründen möchte, dem werden wir den Weg erleichtern und keine unnötigen Hürden schaffen. Wir werden den einfachsten Weg für die Menschen finden.

Kati Ernst, OB Kandidatin Neu-Ulm / die Linke
Im Gegensatz zu meinen Vorgängern werde ich das Thema Wohnen nicht dem Markt überlassen. Was die Menschen in Neu-Ulm brauchen, ist ein entschiedener Fokus auf die explodierenden Mieten. Die Mietpreisbremse wird schamlos umgangen. Die Obdachlosigkeit droht weiter anzusteigen. Die Linke ist die einzige Kraft, die hier ernsthaft die Interessen der Mieterinnen und Mieter über die Profitinteressen stellt.
Bezahlbares Wohnen - Mieterhöhungen bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft NUWOG aussetzen und klare soziale Vergabekriterien einführen. Vorrang sollen Haushalte mit niedrigen Einkommen, Alleinerziehende und Menschen in besonderen Notlagen erhalten. So wird sichergestellt, dass die städtischen Wohnungen ihrem sozialen Auftrag gerecht werden und Neu‑Ulmer*innen mit wenig Geld nicht aus ihrer Stadt verdrängt werden.
Überlastung stoppen - Mehr Personal in Pflege, Betreuung und Bildung. Von Erzieherinnen in Kitas über Schulsozialarbeiterinnen bis zur Altenpflege braucht es mehr Kolleg*innen, damit der Beruf nicht krank macht. Höhere Gehälter waren ein wichtiger Schritt, doch viele Beschäftigte kündigen weiterhin wegen Überlastung. Hier hilft nur mehr Personal mit einer soliden Ausbildung.
Donausteg – Neubau mit Weitblick: Eine Brückensperrung darf den Alltag nicht lahmlegen. Deshalb setze ich auf den Planungsentwurf (Platz 2 im Wettbewerb), der den Neubau versetzt zur alten Brücke realisiert. Das Ergebnis: Die Verbindung zwischen Offenhausen und der Friedrichsau bleibt durchgehend offen. Wir sparen uns teure Behelfsbrücken und den Menschen lange Umwege

Katrin Albsteiger, amtierende Oberbürgermeisterin Neu-Ulm / CSU
In jedem Job gibt es Dinge, die, rückblickend betrachtet, nicht immer optimal gelöst wurden. Unfehlbar ist schließlich niemand. Manchmal schätzt man die Haltung der Bürgerschaft oder des Rates zu einem Thema falsch ein – dann reagiert man darauf, passt Planungen an oder muss auch mal ein Projekt aufgeben. Dennoch glaube ich, dass ich in den letzten sechs Jahren keine grundlegenden Fehler gemacht habe und die Herausforderungen bestmöglich bewältigen konnte. Ich denke dabei an den Bau des Heiners, an den Erhalt historischer Gebäude, wie bspw. den Wasserturm im Wiley, an den gemeinsamen neuen Nahverkehrsplan mit Ulm, an die Übernahme der ÖPNV-Aufgabenträgerschaft, die Sanierung und den Neubau von Spielplätzen, den Bau neuer Kitas und einer neuen Grundschule, die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, wie beispielsweise die Reuttier Straße und auch an die Entwicklung neuer Wohn- und Gewerbegebiete im Illerpark, Im Steinet, im Eiland u.v.m.
Um die Stadt am Laufen zu halten und auch weiter zu entwickeln braucht es in erster Linie eine starke Wirtschaft, die attraktive Arbeitsplätze bietet, nötige Dienstleistungen erfüllt und für Gewerbesteuereinnahmen sorgt. Die Entwicklung von Gewerbeflächen, u.a. des IT-Campus II und Schwaighofen-Süd, sowie die attraktivere Ausgestaltung der Innenstadt, die schließlich dem Handel und der Gastronomie dienen wird, muss deshalb Schwerpunkt der Stadtentwicklung sein.
Darüber hinaus halte ich es für essenziell, dass wir im Bereich Bürokratieabbau vor der eigenen Haustüre kehren und dafür sorgen, dass wir schneller, effizienter und einfacher in behördlichen Angelegenheiten werden. Dazu gehören Investitionen in die Digitalisierung – insb. in KI.
Und schließlich brauchen wir eine Bildungsoffensive. Sowohl der Ausbau der Schulen, um sie den Anforderungen des Ganztags anzupassen – bspw. die Grundschulen in Reutti und Offenhausen – als auch der Neubau von Kitas in der Turmstraße und in Gerlenhofen, sowie die Realisierung des Ganztagsanspruchs stehen hier in den kommenden Jahren im Mittelpunkt

Michael Mehren, Bürgermeisterkandidat Neu-Ulm / Die Grünen
Es braucht einen zusammenhängenden und durchdachten Plan für die Stadtentwicklung, statt vieler Einzelentscheidungen ohne klare Gesamtlinie. Aktuell zeigen sich deutliche Defizite im Alltag: Große Lücken im Radwegenetz, an wichtigen Stellen fehlen sichere Fußgängerüberquerungen und der öffentliche Raum ist immer noch stark auf den Autoverkehr ausgerichtet. Gleichzeitig stehen Busse im Stau und die Attraktivität der Innenstadt leidet unter dem starken Durchgangsverkehr. Hier brauchen wir einen klaren Plan, wie wir Busse auf die Überholspur bringen, den Fuß- und Radverkehr stärken und den Verkehr so lenken, dass Mobilität für alle schneller, sicherer und klimafreundlicher wird. Stadtentwicklung muss Mobilität, Wohnen, Klima- und Wirtschaftspolitik konsequent zusammendenken und langfristig planen, statt Probleme nur punktuell zu verwalten.
Für die nächste Wahlperiode halte ich drei Projekte für besonders wichtig:
Erstens den zusätzlichen Bau von bezahlbarem Wohnraum, z.B. auf dem freiwerdenden Gelände des Lessinggymnasiums. Steigende Mieten sind eine der größten sozialen Fragen unserer Stadt. Die Förderung der NUWOG und von Baugenossenschaften liegen mir am Herzen und helfen langfristig günstigen Wohnraum zu sichern.
Zweitens eine Stärkung unserer Wirtschaft. Neu-Ulm braucht eine nachhaltige, innovative Wirtschaftsstruktur mit guter Infrastruktur, kurzen Wegen und enger Vernetzung von Verwaltung, Hochschule und Betrieben. Das sichert Arbeitsplätze, fördert Start-ups und macht unsere Stadt zukunftsfähig. Konkret ist z.B. ein neuer Bahnhalt für das Gewerbegebiet Schwaighofen Süd entscheidend für die Attraktivität des Standorts. 
Drittens mehr Bäume & Natur in und um Neu-Ulm. Stadtgrün ist kein Luxus, sondern notwendiger Hitzeschutz, Lebensraum und Erholungsfläche. Mehr Bäume, entsiegelte Flächen, ein „Lärmschutzwald“ zur B28 und begrünte Dächer verbessern das Stadtklima und erhöhen die Lebensqualität für Alle.

Tanja Fendt, OB Kandidatin Neu-Ulm / Pro Neu-Ulm
Klare Prioritäten. Verlässliche Umsetzung: Zu viele Projekte wurden in der Vergangenheit gleichzeitig gestartet – mit Verzögerungen und steigenden Kosten. Ich möchte das ändern: weniger Vorhaben parallel, dafür sauber geplant, transparent begleitet und termingerecht umgesetzt.
Bürgerbeteiligung von Anfang an. Bei großen Themen wie Querspange, ICE‑Ausbau oder Buslinienführung wurden Sorgen der Bürgerinnen und Bürger oft zu spät gehört. Ich setze auf frühzeitigen Dialog, nachvollziehbare Entscheidungen und ein starkes Eintreten für Neu‑Ulms Interessen.
Wohnen & Gewerbe voranbringen: Mehr bezahlbarer Wohnraum durch Neubau, sinnvolle Nachverdichtung bestehender Wohnsiedlungen. Gleichzeitig wichtige Gewerbeflächen wie z.B. Schwaighofen Süd zügiger realisieren.
Schulen & Kitas modernisieren: Viele Gebäude sind veraltet. Ein langfristiger Sanierungs- und Investitionsplan schafft moderne Lernbedingungen und echte Planungssicherheit.
Jugend & Vereine stärken: Jugendprojekte umsetzen. Vereine besser unterstützen, denn sie stehen für Zusammenhalt, Integration von jung und alt sowie mehr Lebensqualität in unserer Stadt

Franz Schmid, OB Kandidat Neu-Ulm / AfD
Ich werde als Bürgermeister der Stadt Neu-Ulm die einheimische Bevölkerung in den Mittelpunkt stellen. Ich stehe nicht für den Regenbogenkult und habe auch kein Herz für illegal eingereiste Migranten. Ich bin gegen linke Ideologieprojekte, zu denen auch der sogenannte Klimaschutz zählt, sondern ich bin ein Freund von Vernunft, Sicherheit, Recht und Freiheit.
Die flotte Sanierung der Adenauerbrücke und Gänstorbrücke steht oben auf der Liste. Außerdem werde ich eine unabhängige Taskforce Anti-Filz im Rathaus ins Leben rufen. Wie kann es zum Beispiel sein, dass eine Grüne-Funktionärin zur Stadt-Juristin berufen wird? Wurde hier wirklich rein nach Qualifikation entschieden oder wurde gemauschelt? Da werde ich gegebenenfalls ordentlich ausfegen. Und schließlich werde ich mir von der Stadtverwaltung eine Übersicht vorlegen lassen für alle Ausgaben, die die Stadt für linke Projekte und Migration ausgibt und hier so viel Rotstift wie möglich anwenden. Ich denke da zum Beispiel an die sogenannte Stabsstelle Interkulturelles Neu-Ulm

Joachim Kögel, OB Kandidat Neu-Ulm / SPD
Die Stadt Neu-Ulm braucht einen Macher keinen Selbstdarsteller, jemanden, der die Stadt konsequent führt und weiterentwickelt. Ich komme aus der Praxis, nicht aus der Inszenierung. Als Betriebswirt  und Unternehmer weiß ich, wie man mit Geld umgeht, Projekte umsetzt und Ergebnisse liefert. Ich stehe für eine Stadtpolitik, die handelt.
Ich würde die Stadt Neu-Ulm klar und mit festen Prioritäten führen. Entscheidungen müssen vorbereitet, getroffen und umgesetzt werden - transparent und nachvollziehbar für die Bürgerinnen und Bürger.Stadtentwicklung braucht ein solides Fundament aus Finanzen, Wohnraum und wirtschaftlicher Stärke. Genau darauf lege ich meinen Fokus.
Ich arbeite täglich mit Budgets, Finanzplänen und Projekten die funktionieren müssen. 
Nicht irgendwann, sondern jetzt. Und genau das würde ich umsetzen. Kostenexplosionen und Haushaltslöcher wird es bei mir nicht geben.
Solide Finanzen – Grundlage für alles Weitere. Schulden entstehen nicht über Nacht. Sie wachsen schrittweise, wenn der Haushalt nicht konsequent kontrolliert und überwacht wird. Mein Ziel ist klar. Keine neuen Schulden, ein ausgeglichener Haushalt und klare Entscheidungen. Ohne stabile Finanzen gibt es keinen Spielraum für Klima, Soziales, Bildung oder Infrastruktur. Das ist keine Ideologie, sondern Verantwortung gegenüber heutigen und künftigen Generationen.
Bezahlbarer Wohnraum – nicht reden, sondern bauen. Wohnen ist ein Menschenrecht und eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Als Unternehmer im Wohnbau, kenne ich den Wohnungsbau aus der Praxis und weiß, wie Projekte effizient umgesetzt werden. Beim bezahlbaren Wohnraum spielt die städtische Wohnungsbaugesellschaft NUWOG eine Schlüsselrolle. Sie ermöglicht dauerhaft bezahlbaren Wohnraum und steuert Stadtentwicklung im Interesse der Menschen, nicht allein nach der Marktlogik.
Wirtschaft und Bürgernähe: Ohne wirtschaftliche Stärke kein Gestaltungsspielraum. Mittelstand, Handwerk, Gewerbe und Freiberufler brauchen Planungssicherheit und Verlässlichkeit. Eine starke lokale Wirtschaft sichert Arbeitsplätze und kommunale Einnahmen.
Gleichzeitig gilt für mich: Bürgernähe ist keine Bühne sondern tägliche Arbeit. Zuhören, die Menschen ernst nehmen und einbeziehen. Dazu gehören auch regelmäßige Bürgersprechstunden und persönliche Begegnungen. Keiner darf zurückgelassen werden. Oder anders gesagt: Du bist wichtig.
Ich stehe für eine sozialdemokratische Stadtpolitik mit Bodenhaftung:
solide Finanzen, bezahlbares Wohnen und eine starke lokale Wirtschaft als Fundament für alles Weitere -von Klimaschutz bis sozialem Zusammenhalt.
Unsere Stadt braucht einen Macher. Keinen Selbstdarsteller.

Andreas Büch, Bürgermeister-Kandidat Senden SPD
Der Begriff “grundlegend” suggeriert einen radikalen Neuanfang von heute auf morgen. Das halte ich für irreführend. Auch ein neuer Bürgermeister ist an rechtliche, finanzielle und strukturelle Rahmenbedingungen gebunden. Den Bürgerinnen und Bürgern etwas anderes zu versprechen, wäre unehrlich. Gleichzeitig ist es legitim anzuerkennen, dass meine Vorgängerin in vielen Bereichen sinnvolle Wege eingeschlagen hat – auch wenn diese aus meiner Sicht nicht überall konsequent zu Ende gegangen wurden. Mein Ansatz ist daher kein Bruch um des Bruchs willen, sondern ein Weiterbauen auf Bestehendem: Bewährtes fortführen, neue Akzente setzen, eingeschlagene Wege mutiger weitergehen oder dort, wo es notwendig ist, bewusst anders abbiegen.
Oberste Priorität hat für mich die finanzielle Stabilität unserer Stadt. Auch wenn niemand gerne über Geld spricht: In der Kommunalpolitik entscheidet eine solide Finanzlage darüber, was überhaupt möglich ist. Ohne sie bleiben viele Projekte reine Absichtserklärungen. Deshalb geht es einerseits darum, unsere Einnahmen – etwa durch eine nachhaltige Entwicklung der Gewerbesteuer – langfristig zu sichern und zu stärken. Andererseits müssen wir unsere Ausgaben kritisch prüfen, insbesondere in der Verwaltung.
Damit bin ich beim zweiten zentralen Punkt: dem zukunftsfähigen Umbau unserer Verwaltung. Nicht nur im Sinne eines besseren analogen und vor allem digitalen Bürgerservices, sondern ausdrücklich auch aus Kostengründen. Wenn die Verwaltung einer der größten Ausgabenposten unserer Stadt ist, müssen wir Strukturen und Prozesse hinterfragen: Sind wir effizient genug? Wo können wir durch konsequente Digitalisierung Aufwand und damit Kosten reduzieren?
Drittens ist mir ein langfristiger Blick wichtig. Politik darf nicht nur von Wahl zu Wahl denken. Themen wie der Klimaschutz lassen sich nicht in wenigen Jahren abhaken. Unsere Stadt wird künftig häufiger mit Extremwetterereignissen wie Hitzeperioden, Starkregen oder Hochwasser konfrontiert sein. Darauf müssen wir uns vorausschauend und dauerhaft vorbereiten

Claudia Schäfer-Rudolf, amtierende Bürgermeisterin Senden / CSU
Ich schaue nicht erst am Ende einer Amtszeit zurück, sondern prüfe mein Tun laufend. Wenn ich merke, dass etwas nicht gut läuft, steuere ich nach.
Ich möchte für die Menschen in Senden gute Arbeit leisten, die Stadt liegt mir sehr am Herzen. Deshalb ist es mir wichtig, jeden Tag aufmerksam zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen und mich selbst immer wieder ehrlich zu hinterfragen.
Innenstadt und Stadtentwicklung: Mit der „Lebendigen Mitte“ und dem Neubau der Stadtbücherei stärken wir das Herz unserer Stadt und schaffen ein lebendiges Zentrum, in dem sich die Leute wohlfühlen. Dieses Projekt macht Senden auch interessant für neue Unternehmen, was für eine gesunde Stadtentwicklung sehr wichtig ist.
Mobilität und Infrastruktur: Der Ausbau der Illertalbahn mit neuen Unterführungen und dem neuen Bahnhalt Senden Nord werden Senden nachhaltig verändern. Sichere Wege für Radler und Fußgänger bleiben ein wichtiges Thema, etwa beim Umbau der Kemptener Straße.
Zusammenhalt und Lebensqualität: Mir ist wichtig, dass sich die Menschen wohlfühlen, in den Stadtteilen, in der Kernstadt. Lebendige Vereine, ehrenamtliches Engagement und gute Angebote für Altersgruppen in vielen Bereichen wie Freizeit und Bildung machen Senden in seiner Vielfalt stark.

Martin Endhardt, OB Kandidat in Günzburg / GBL/die Grünen/VOLT
Die Arbeit der Verwaltung und die Ausgabenpolitik 
wird sich stärker nach dem Vorgehen in der freien Wirtschaft
ausrichten. Das bedeutet Verwaltungsstrukturen mit KI und
Digitalisierung verschlanken, Bürger- und Investoren
werden wie bei einem Dienstleister behandelt. Öffentliche Baumaßnahmen,
besonders die Landesgartenschau orientieren sich an wirtschaftlichen 
Faktoren. So wie ich das aus 30 Jahren selbständiger Tätigkeit 
als Architekt gewohnt bin.
Die Landegartenschau Günzburg 2029 wird die größte städtebauliche Entwicklung Günzburg für die nächsten Jahrzehnte auslösen. Alle Bürger der Stadt sollen von dieser Realisierung profitieren! Deshalb werden wir auf generationsübergreifende Konzepte und bleibende, nachhaltige Strukturen Wert legen und dies schon bei der Konzeption begleiten.
Die Resilienz in Bezug auf Klima, Verkehr und gesellschaftlichen Entwicklungen Günzburgs wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf die Probe gestellt.
Die Verwaltung und die politischen Gremien müssen vorrausschauend auf diese Herausforderungen reagieren. (unternehmerisches Denken anfangen) Begrünung der Innenstadt in Verbindung mit der Landesgartenschau ist geboten, die Mobilität muss sich den Möglichkeiten der Stadt anpassen und das Miteinander der Bürger in Bezug auf Wohnen, Arbeiten und Freizeit hat oberste Priorität.
Bezahlbarer Wohnraum ist für die wachsende Stadt Günzburg von oberster Priorität.
Als Aufsichtsrat der Stadtbau Günzburg und Vorstand der Baugenossenschaft Günzburg setze ich mich bereits jetzt für sozialverträglichen Wohnungsbau ein.
Bezahlbare Nebenkosten und die Modernisierung der eigenen Heizung tragen dazu bei, sparen den Mietern Geld und schützen das Klima.