Neue ELRD-Fahrzeuge stärken Sicherheit und Einsatzführung in Bayerisch Schwaben

Johanniter segnen fünf neue ELRD-Fahrzeuge

Bei hochsommerlichen Temperaturen haben die Johanniter in Kempten vorgestern, 24.06.2026, ihre traditionelle Johannisfeier mit der Segnung von fünf neuen Fahrzeugen für die Einsatzleiter Rettungsdienst (ELRD) gefeiert.

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Zahlreiche Gäste aus Politik, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen und Feuerwehren waren der Einladung gefolgt, um die Indienststellung der neuen Fahrzeuge gemeinsam zu fe...Bild: Johanniter Bayerisch Schwaben
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Zahlreiche Gäste aus Politik, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen und Feuerwehren waren der Einladung gefolgt, um die Indienststellung der neuen Fahrzeuge gemeinsam zu feiern.
Zu Beginn begrüßte Christian Hegemann, Mitglied des Regionalvorstandes der Johanniter in BayerischSchwaben, die anwesenden Gäste. Besonders willkommen hieß er Johannes Erd, Stellvertreter des Landrats des Landkreises Ostallgäu, sowie Vertreter der Landratsämter, des Bayerischen Roten Kreuzes, der Feuerwehren, Hilfsorganisationen und des Rettungsdienstes.

In seiner Ansprache erinnerte Hegemann an die Bedeutung des Johannistages für die Johanniter. „Der Johannistag hat für uns Johanniter eine besondere Bedeutung. Johannes der Täufer ist Namensgeber unseres Ordens und steht für Werte wie Dienst am Nächsten, Verantwortung und Hilfsbereitschaft. Diese Werte prägen die Arbeit der Johanniter bis heute“, betonte er. Die Johannisfeier sei weit mehr als ein fester Termin im Kalender. Sie erinnere daran, warum die Johanniter ihren Dienst leisten: „Für Menschen, die Hilfe benötigen – Aus Liebe zum Leben.“

Mit Blick auf die neuen Fahrzeuge hob Hegemann hervor, dass die Segnung ein sichtbares Zeichen für den Wunsch sei, „dass die Menschen, die mit diesen Fahrzeugen unterwegs sind, stets wohlbehalten von ihren Einsätzen zurückkehren“. Gleichzeitig dankte er den ehrenamtlichen Einsatzleiterinnen und Einsatzleitern für ihr außergewöhnliches Engagement. „Dieses Engagement ist keineswegs selbstverständlich. Es ist ein wertvoller Dienst für unsere Gesellschaft und für die Menschen in unserer Region.“

Anschließend erläuterte Markus Adler, Bereichsleiter Einsatzdienste, Ausbildung und Bevölkerungsschutz der Johanniter in Bayerisch-Schwaben, die Bedeutung der neuen Fahrzeuge für den Rettungsdienst. Die fünf ELRD-Fahrzeuge werden künftig in Augsburg, Bidingen, Kempten, Memmingen und im Oberallgäu stationiert sein.

„Heute dürfen wir fünf neue ELRD-Fahrzeuge segnen. Auf den ersten Blick sind das weitere Einsatzfahrzeuge, tatsächlich stehen sie jedoch für ein wichtiges Führungsinstrument im Rettungsdienst: die koordinierte Leitung komplexer Einsatzlagen direkt an der Einsatzstelle“, erklärte Adler.

Er verwies auf die steigenden Anforderungen im Rettungsdienst. Schwere Verkehrsunfälle, Brände, Unwetterlagen oder ein Massenanfall von Verletzten erforderten eine klare Führungsstruktur. Gerade die Mischung aus urbanen Zentren wie Augsburg, Kempten und Memmingen sowie ländlich geprägten Regionen stelle die Einsatzkräfte vor unterschiedlichste Herausforderungen. „Es gibt keinen Standard-Einsatz mehr. Jede Lage erfordert schnelle Lageeinschätzung, klare Kommunikation und abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten.“

Die Einsatzleiter Rettungsdienst seien dabei ein unverzichtbarer Bestandteil der Gefahrenabwehr. Sie koordinieren die rettungsdienstlichen Maßnahmen vor Ort, stimmen sich mit Feuerwehr, Polizei und Leitstellen ab und sorgen für eine bestmögliche Patientenversorgung.

Zugleich richtete Adler den Blick auf die Zukunft. Steigende Einsatzzahlen, die Folgen des demografischen Wandels sowie zunehmende Extremwetterereignisse würden den Rettungsdienst weiter fordern. Umso wichtiger seien verlässliche Rahmenbedingungen. „Die fünf Fahrzeuge, die wir heute segnen, sind mehr als eine technische Erweiterung. Sie sind ein klares Bekenntnis zu einem leistungsfähigen, modernen und zukunftssicheren Rettungsdienst, getragen von haupt- und ehrenamtlichem Engagement.“

In seinem Grußwort unterstrich Johannes Erd, Stellvertreter des Landrats des Ostallgäus, die Bedeutung der neuen Fahrzeuge für die Sicherheit der Bevölkerung. Die Segnung sei „ein wichtiges Zeichen für die Sicherheit im Allgäu“. Gerade bei größeren Schadenslagen brauche es Menschen, „die den Überblick behalten“.
Erd betonte, dass Rettungsdienst und Gefahrenabwehr nicht an Landkreisgrenzen endeten. „Großschadenslagen oder Unwetter machen vor Landkreisgrenzen keinen Halt. Eine gute und schnelle Zusammenarbeit ist daher unerlässlich.“ Der Landkreis freue sich besonders darüber, dass künftig auch ein ELRD-Fahrzeug in Bidingen stationiert sei und damit die rettungsdienstliche Infrastruktur weiter gestärkt werde.

Aus eigener Erfahrung konnte Erd die Bedeutung des Ehrenamts besonders würdigen. Seit 14 Jahren engagiert er sich selbst bei der Bergwacht, davon acht Jahre als Einsatzleiter. Er wisse daher genau, wie zeitintensiv diese Aufgaben seien. Sein Dank galt deshalb ausdrücklich den Ehrenamtlichen: „Sie investieren so viele Stunden, damit Menschen sich auf schnelle und professionelle Hilfe verlassen können. Das ist ein riesengroßer Dienst an der Gesellschaft.“ Beeindruckt zeigte er sich zudem vom hohen Ausbildungsstand und der Professionalität der Einsatzkräfte.

Den feierlichen Höhepunkt bildete die Segnung der fünf neuen Fahrzeuge durch Regionalverbandspfarrer Werner Vogl. Dabei machte er deutlich, dass die Segnung weit über die Fahrzeuge hinausreiche. Sie sei vor allem ein Symbol für die Menschen, die mit ihnen unterwegs sind, und Ausdruck des Wunsches, dass alle Einsatzkräfte gesund und wohlbehalten von ihren Einsätzen zurückkehren. Im Anschluss nahm sich Vogl auch Zeit, die weiteren Einsatzfahrzeuge der Johanniter zu segnen, die vor Ort waren.

Nach dem offiziellen Teil nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Bei kühlen Getränken, trotz der sommerlich heißen Temperaturen, wurden die neuen Fahrzeuge besichtigt und zahlreiche Gespräche zwischen Ehrenamtlichen, hauptamtlichen Kräften, Vertretern der Politik sowie Partnerorganisationen geführt. Die Johannisfeier bot damit nicht nur einen würdigen Rahmen für die Fahrzeugsegnung, sondern auch die Möglichkeit, die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten im Bevölkerungsschutz und Rettungsdienst zu stärken.