Peter und der Wolf trifft auf Popkultur: 30.000 Besucher feiern das Theaterviertel in Augsburg
Kulturelle Vielfalt
Mit rund 30.000 Besucherinnen und Besuchern an zwei Tagen hat das dritte (und damit vorerst letzte) Theaterviertelfest seine Rolle als eines der wichtigsten Kultur- und Stadtentwicklungsprojekte Augsburgs eindrucksvoll unterstrichen. Trotz eines zunächst regnerischen Auftakts strömten bereits am Freitag rund 10.000 Gäste in die Festzonen rund um das Staatstheater. Am Samstag sorgte strahlendes Sommerwetter für einen Besucherrekord mit mindestens weiteren 20.000 Menschen, die das Quartier zwischen Ludwigstraße, Theaterstraße, Fronhof und Hofgarten in eine lebendige Kultur- und Begegnungslandschaft verwandelten.
Ein besonderes Fazit: auch in diesem Jahr gab es keinerlei Vorfälle von Gewalt oder übermäßigem Alkohol. Dies war bereits in den vergangenen zwei Jahren so und freut die Veranstalter ganz besonders.
Kulturelle Vielfalt mit über 130 Programmpunkten
Von klassischer Musik bis Clubkultur, von Familienprogramm bis Urban Art: Das Theaterviertelfest präsentierte sich erneut als Spiegel der kulturellen Vielfalt Augsburgs. Das Programm reichte von Sergej Prokofjews „Peter und der Wolf“ im Leopold Mozart College of Music über Singer-Songwriter, Hip-Hop, House-DJs, Indie-Rock und Italopop bis hin zu Performances, Straßenkunst, Tanz, Literatur und Mitmachformaten. Der Verein Theaterviertel Jetzt e.V. organisierte gemeinsam mit seinen Partnern mehr als 100 Programmpunkte mit rund 150 Künstlerinnen und Künstlern.
Das Staatstheater macht das Viertel zur Bühne
Einen besonderen Akzent setzte erneut das Staatstheater Augsburg, das sich mit insgesamt 33 Programmpunkten aus Musiktheater, Schauspiel, Konzert, Digitaltheater, der Beteiligungsplattform Plan A und der Theatervermittlung beteiligte. Hier wurde erstmals das Leopold Mozart College der Universität Augsburg zum zentralen Spielort.
Insgesamt wirkten 180 Künstlerinnen und Künstler sowie zahlreiche Mitarbeitende hinter den Kulissen mit. Beteiligt waren Solistinnen und Solisten der Ensembles, Gäste des Hauses, der Opernchor, die Augsburger Philharmoniker in unterschiedlichen Besetzungen sowie Studierende des Leopold Mozart College of Music.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten die zahlreichen künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum. Immer wieder wurde das gesamte Quartier selbst zur Bühne – mit überraschenden Musical-Ausschnitten, Kammermusik, Schauspiel und Konzertformaten zwischen Baustelle, Straßenraum und Festivalpublikum. Damit machte das Staatstheater bereits heute sichtbar, welche kulturelle Strahlkraft der Standort nach Abschluss der Sanierung für die gesamte Innenstadt entwickeln kann.
Parkhaus der Kunst entwickelt sich zum kulturellen Hotspot
Zu einem der großen Publikumsmagneten des Wochenendes entwickelte sich das Parkhaus der Kunst. Auf sechs Ebenen verwandelte sich das Gebäude in einen außergewöhnlichen Kulturraum mit Ausstellungen, Installationen, Fotografie, Urban Art und Performancekunst. Besonders groß war der Andrang beim Internationalen Augsburger Jazzsommer, der erstmals mit einem eigenen temporären Jazzclub vertreten war. Die Konzerte fanden durchgehend vor dicht gefüllten Räumen statt und gehörten zu den meistbesuchten Angeboten des gesamten Festivals.
Auch das Planetarium verzeichnete an beiden Tagen einen außergewöhnlich hohen Besucherzuspruch.
Familienfest mit besonderer Atmosphäre
Im Fronhof und Hofgarten zeigte sich das Theaterviertelfest erneut von seiner familienfreundlichen Seite. Hunderte Familien nutzten die großzügigen Grünflächen, Picknickbereiche und Mitmachangebote. Kinderprogramm, Musik, Kunstaktionen und eine breite Palette gastronomischer Angebote sorgten für eine friedliche, entspannte und generationenübergreifende Atmosphäre, die das gesamte Wochenende prägte.
Das Theaterviertel wird zum Zukunftsraum für Augsburg
Für die Veranstalter ist das Festival längst mehr als eine Kulturveranstaltung.
Richard Goerlich, Vorsitzender von Theaterviertel Jetzt e.V.: „30.000 Besucherinnen und Besucher sind ein starkes Signal für die Zukunft unserer Innenstadt. Das Theaterviertelfest zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn Kultur, Stadtentwicklung, Gastronomie und bürgerschaftliches Engagement zusammenkommen. Die Menschen nehmen dieses Quartier bereits heute als einen Ort des Wandels wahr. Mit der Fertigstellung des Staatstheaters wird hier ein kultureller Anziehungspunkt entstehen, der weit über Augsburg hinaus wirken kann.“
Raphael Brandmiller, Vorsitzender von Theaterviertel Jetzt e.V.: „Was wir an diesem Wochenende erlebt haben, ist eine Vorschau auf das zukünftige Theaterquartier. Die enorme Resonanz zeigt, dass die Augsburgerinnen und Augsburger bereit sind für neue urbane Räume, für Begegnung, Kultur und Aufenthaltsqualität. Das Viertel entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem neuen, urbanen Zentrum der Stadt.“
Keine Denkverbote: Neue Perspektiven für die Festivalstadt Augsburg
Nach dem erfolgreichen Wochenende und dem Ende der dreijährigen städtischen Förderung des Theaterviertelfestes wollen die Veranstalter gemeinsam mit der Stadt Augsburg über die zukünftige Entwicklung von Kultur- und Festivalformaten sprechen.
Richard Goerlich: „Wir wissen, dass die Stadtpolitik im wahrsten Sinne größere Baustellen zu bewältigen hat als das Theaterviertelfest. Aber es ist ein Teil des großen Ganzen. Deshalb blicken wir mit großem Vertrauen auf die neue Stadtregierung und freuen uns auf die Gespräche mit Oberbürgermeister Dr. Florian Freund und Kulturreferentin Tatjana Dörfler. Augsburg verfügt über außergewöhnliche kulturelle Potenziale. Jetzt gilt es, diese gemeinsam weiterzuentwickeln und daraus neue Impulse für die gesamte Innenstadt zu schaffen.“ Mit dem dritten Theaterviertelfest habe das Quartier rund um das Staatstheater eindrucksvoll gezeigt, dass es längst mehr ist als eine Baustelle: Es ist ein Zukunftsraum für Kultur, Begegnung und die weitere Entwicklung der Augsburger Innenstadt.
Raphael Brandmiller: „Mit dem Ende unserer vertraglichen Förderung durch die Stadt und der gleichzeitigen Neuaufstellung des Modular Festivals eröffnet sich die Chance, die Festival- und Veranstaltungslandschaft Augsburgs neu zu denken. Wir bringen das Theaterviertel dabei bewusst in die Diskussion ein. Es geht uns nicht um die bloße Verstetigung bestehender Formate. Es geht um neue Ideen, neue Kooperationen und um ein Aufbruchgefühl für unsere Heimatstadt. Wir sollten offen und transparent diskutieren, wie wir uns die Stadt als Kulturort vorstellen. Dabei sollten keine Denkverbote vorab erteilt werden.“





