Der TRENDYone Buchtipp: Am helllichten Tag von Peter Probst
Ein True-Crime-Krimi, der Vergangenheit und Gegenwart zu einem tödlichen Rätsel verknüpft
Es gibt Krimis, die reine Unterhaltung bieten – und dann gibt es solche, die länger nachhallen. Am helllichten Tag von Peter Probst gehört in die zweite Kategorie: hier trifft investigativer Thrill auf ein düsteres historisches Verbrechen, das nicht zur Ruhe kommen will. Basierend auf einem wahren Fall und erzählt mit dem Erzähltempo eines klassisch guten Krimis, macht dieses Buch neugierig auf mehr – weit über den bloßen Plot hinaus
Bibliografische Angaben
Titel: Am helllichten Tag: Kriminalroman – Basierend auf einem wahren Verbrechen
Autor: Peter Probst
Verlag: Heyne Verlag (Penguin Random House Verlagsgruppe)
Erscheinungstermin: 25. Februar 2026
Format: Paperback/Kartoniert
Seiten: 336
Preis: ca. 18,00 € (DE) | 18,50 € (AT) | ca. CHF 25,50 CHF
ISBN: 978-3-453-27564-5
Inhalt
Toni, eine junge Journalistin, möchte ihre Vergangenheit eigentlich hinter sich lassen. Doch nach dem Tod ihres Vaters in Pirmasens – ihrer Heimatstadt am Rand des Pfälzer Waldes – findet sie in dessen Nachlass einen kryptischen Brief.
Er enthält die Andeutung, dass ihr Vater in Verbindung mit einer ominösen Verbrechensserie aus den 1960er Jahren stand: Drei Kinder waren damals spurlos verschwunden – ohne Aufklärung, ohne Spur. Doch plötzlich interessiert sich auch die Polizei für Tonis Familie. Der journalistische Instinkt in ihr erwacht, und sie beginnt zu graben – in der Geschichte ihrer Herkunft und in einer Vergangenheit, die alles andere als abgeschlossen scheint.
Persönliche Meinung
Was Am helllichten Tag so packend macht, ist die Mischung aus True-Crime-Elementen und klassischem Krimi-Narrativ. Der Fall spannt einen Bogen zwischen historischen ungelösten Fällen und einer Gegenwart, in der alte Wunden neu aufgerissen werden – und zwar ausgerechnet durch jemanden, der eigentlich Abstand von all dem gewinnen wollte.
Peter Probst gelingt es, die Atmosphäre des Pfälzer Waldes, die schemenhafte Andeutung familiärer Schuld und die zunehmende Verunsicherung der Protagonistin so zu verweben, dass man als Leserin regelrecht mit Toni mitfiebert. Sein Stil ist klar, seine Figuren glaubwürdig, und der Plot hält die Balance zwischen Spannung und emotionaler Tiefe.
Besonders stark wirkt die Decodierung des Nachlasses, und wie das Rätsel um die verschwundenen Kinder nach und nach greifbar wird – zugleich bleibt immer die Frage, wie viel Wahrheit in den Erinnerungen und wie viel Interpretation in Tonis Aufarbeitung steckt.
Für Leserinnen, die True Crime schätzen, aber auch ein Faible für psychologische Spannung und persönliche Verstrickungen haben, ist dieses Buch eine lohnende Lektüre.
Atmosphäre & Bedeutung
Dieses Buch steht in einer literarischen Tradition, in der das „Unter der Oberfläche Grabende“ mehr zählt als einfache Täter-Opfer-Konstellationen. Die Verknüpfung historischer Fälle mit einer Gegenwartsfigur, die sich selbst im Dunkel familiärer Geheimnisse verliert, macht Am helllichten Tag zu einem Krimi, der nicht nur nach dem „Was?“ fragt, sondern vor allem nach dem „Warum?“.
Gerade im Kontext der vielen moderneren, actionbetonten Thriller wirkt Probsts Herangehensweise wohltuend differenziert: spannend, ernsthaft, psychologisch klug und emotional spürbar.
Fazit
Am helllichten Tag ist kein oberflächlicher Krimi, sondern ein intelligenter, aufwühlender Thriller, der klassische Elemente des Genres mit historisch verankerten Verbrechen verbindet und dabei eine starke, vielschichtige Hauptfigur in den Mittelpunkt stellt.
Spannend bis zur letzten Seite und getragen von der Frage, was uns die Vergangenheit erzählen will – dieses Buch bleibt lange im Kopf.
Empfohlen für alle, die True Crime-inspirierten Spannungsromanen eine Chance geben wollen und gerne Geschichten lesen, die Tiefe, Atmosphäre und ein fesselndes Erzähltalent vereinen.




