Aktuelle Ebola-Welle im Kongo breitet sich rasend schnell aus - 600 Tote
Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC schneller aus als jede Ebola-Welle zuvor. Es handele sich nicht nur um die bislang schnellste Verbreitung des Bundibugyo-Virustyps, sondern sämtlicher Ebola verursachenden Viren, sagte Wessam Mankoula vom Africa CDC am Donnerstag.
Seit Mitte Mai starben in der Demokratischen Republik Kongo nach UN-Angaben bereits mehr als 600 Menschen an Ebola. Insgesamt infizierten sich mehr als 1759 Menschen mit der hochansteckenden Krankheit, die Sterblichkeitsrate liegt damit bei 34 Prozent. Im benachbarten Uganda gab es 20 bestätigte Infektionsfälle, zwei Menschen starben.
"Leider ist das Virus unseren Maßnahmen immer noch einen Schritt voraus. Es breitet sich schneller aus, als wir Ressourcen zur Eindämmung bereitstellen können", sagte Mankoula. Die Zahl der Fälle verdoppele sich schätzungsweise alle 28 Tage, fügte er hinzu.
Nach den Angaben des CDC-Vertreters sind insgesamt 1,4 Milliarden Dollar (rund 1,22 Milliarden Euro) für die Bekämpfung der Krankheit und humanitäre Hilfsmaßnahmen nötig. "Wir müssen unsere Hilfsmaßnahmen verstärken, und das bedeutet, dass wir finanzielle und personelle Ressourcen benötigen", sagte Mankoula. Er forderte "alle Partner und Geber auf, die Auszahlung dieser Mittel zu beschleunigen".
In der Demokratischen Republik Kongo sind insgesamt 285 Patienten von der Krankheit genesen. Der Ausbruch betrifft vier Provinzen in dem Land, konzentriert sich jedoch auf die Provinz Ituri, in der sich bewaffnete Gruppen bekämpfen.
Das Ebola-Virus wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten übertragen. Hoch ansteckend sind auch die Leichen Verstorbener, oft wird das Virus daher bei Begräbnissen übertragen. Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Virus verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie.
© 2026 AFP




