Ein Festival, viele Kommunen – Das Kulturfestival LechWertach 2026
Vielfältiges Programm unter dem Motto „Spielen verbindet“ – 19 Tage Kultur, Begegnung und Mitmachangebote
Durch eine übergreifende kommunale Zusammenarbeit zwischen Bobingen, Graben, Königsbrunn, Langerringen und Schwabmünchen findet in diesem Jahr zum dritten Mal das Kulturfestival LechWertach statt. Vom 10. bis zum 28. Juni erwartet die Besucher ein breit gefächertes Programm mit zahlreichen Einzelveranstaltungen für alle Altersgruppen. Ein Großteil der Angebote ist kostenfrei zugänglich und bewusst niedrigschwellig gestaltet.
Das Kulturfestival LechWertach wird alle zwei Jahre veranstaltet und steht stets unter einem wechselnden Motto. 2026 rückt mit „Spielen verbindet“ eine Form der kulturellen Teilhabe in den Mittelpunkt, die generationsübergreifend funktioniert und Menschen unabhängig von Alter oder Hintergrund zusammenbringt.
Bereits bei der offiziellen Präsentation wurde deutlich, wie viel Engagement hinter dem Projekt steckt. Vertreter der Kommunen, Kulturbüros und Organisationen stellten ein Programm vor, das nicht nur Vielfalt verspricht, sondern diese auch konsequent umsetzt. Besonders hervorgehoben wurde dabei die enge interkommunale Zusammenarbeit, die das Fundament des Festivals bildet.
Franz Feigl, 1. Vorsitzender des Lech-Wertach-Interkommunal e. V., betont im Vorwort die zentrale Idee: Veranstaltungen sollen „spielend einfach die ganze Familie“ ansprechen. Gleichzeitig richtet er seinen Dank an die zahlreichen Ehrenamtlichen, Kulturschaffenden und Mitarbeitenden, die dieses Festival überhaupt erst möglich machen.
Vielfältiger Auftakt und durchgängige Programmhöhepunkte
Den Auftakt bildet am 10. Juni in Graben das Literatur-Event „Sound of Books“. Buchblogger Marius Müller präsentiert ausgewählte Werke aus dem aktuellen Buchmarkt und gibt Inspiration für die Urlaubslektüre. Musikalisch begleitet wird der Abend vom A n‘D Sharp Trio. Die Kombination aus Literatur, Musik und lockerer Atmosphäre macht diese Veranstaltung zu einem stimmungsvollen Einstieg.
Ein durchgängiger Programmpunkt ist die Ausstellung „Spiel Mit!“ im Museum und Galerie der Stadt Schwabmünchen. Hier stehen rund 30 historische Spieltische bereit, die nicht nur betrachtet, sondern aktiv genutzt werden können. Die Verbindung mit der Cartoon-Ausstellung sorgt für zusätzliche Unterhaltung und zeigt, wie kulturelle Inhalte spielerisch vermittelt werden können.
Zwischen Bildung, Kreativität und Erlebnis
Ein besonderes Highlight stellt das Projekt „Mathe trifft Kultur in der geodätischen Kuppel“ im Luitpoldpark dar. Schülerinnen und Schüler haben im Rahmen eines Schulprojekts die mathematischen Grundlagen für eine großdimensionierte Kuppel entwickelt, die vor Ort aufgebaut wird.
Die Besucher können nicht nur den Entstehungsprozess verfolgen, sondern auch die fertige Konstruktion als Veranstaltungsort erleben. Mehrere Abende mit kulturellen Programmpunkten finden direkt in der Kuppel statt, bevor das Projekt mit einem großen Zirkusfinale seinen Abschluss findet.
Spiel in all seinen Facetten
Das Festival zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig der Begriff „Spiel“ interpretiert werden kann:
Beim Mario-Kart-Junior-Cup in Graben erleben Kinder einen Mix aus digitalem Wettbewerb und realer Bewegung. Neben dem Konsolenspiel sorgen Kettcar-Rennen und Bubble-Balls für zusätzliche Action im Freien.
Ein ganz anderes Erlebnis bietet das Mittelalterevent „Ritterliche Spiele zu Königsbrunn“. Hier können Besucher in vergangene Zeiten eintauchen, sich im Bogenschießen versuchen und an verschiedenen Geschicklichkeitsspielen teilnehmen. Kulinarische Angebote runden das Erlebnis ab.
In Langerringen sorgt das Open-Air-Konzert „Musikschule & Friends“ für musikalische Höhepunkte. Bis zu 80 junge Musikerinnen und Musiker präsentieren ihr Können und schaffen eine lebendige Festivalatmosphäre.
Gemeinschaft im Mittelpunkt
Ein zentraler Gedanke des Festivals ist das gemeinsame Erleben. Besonders sichtbar wird dies am 21. Juni beim großen Aktionstag in Schwabmünchen.
Historische Holzspiele, Bodenschach, Bewegungsangebote und ein Flohmarkt laden Besucher dazu ein, aktiv teilzunehmen. Ergänzt wird das Programm durch Live-Musik und gastronomische Angebote, die den Tag zu einem Treffpunkt für die gesamte Region machen.
Auch kleinere Formate tragen zur besonderen Atmosphäre bei:
Das Plaudercafé für Senioren in Graben schafft Raum für Gespräche und gemeinsames Spielen in entspannter Umgebung. Workshops wie der Jonglierkurs in Bobingen fördern Kreativität und bieten vor allem Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erlernen.
Mit der Veranstaltung „Spiele aus Großmutters Zeit“ wird zudem ein nostalgischer Blick in die Vergangenheit geworfen – und gleichzeitig gezeigt, wie zeitlos gemeinsames Spielen sein kann.
Improvisation und lebendiger Abschluss
Das letzte Festivalwochenende steht ganz im Zeichen der Improvisation. In Langerringen bringen die WendeJacken mit ihrer KinderImproShow sowie der abendlichen ImproShow spontane Geschichten auf die Bühne, die direkt aus den Ideen des Publikums entstehen.
Diese Form des Theaters spiegelt den Charakter des gesamten Festivals wider: offen, spontan und gemeinschaftlich.
Organisation und Teilnahme
Die Veranstaltungen finden verteilt auf die fünf Kommunen Bobingen, Graben, Königsbrunn, Langerringen und Schwabmünchen statt.
Organisation, Anmeldung und gegebenenfalls Teilnahmegebühren werden jeweils über die einzelnen Kommunen abgewickelt. Tickets sind ausschließlich über die jeweiligen Vorverkaufsstellen vor Ort erhältlich.
Fazit
Das Kulturfestival LechWertach 2026 ist ein gelungenes Beispiel für moderne Kulturarbeit im ländlichen Raum.
Durch die enge Zusammenarbeit der Kommunen, das große Engagement lokaler Akteure und die bewusste Ausrichtung auf Mitmachangebote entsteht ein Festival, das weit über klassische Veranstaltungsformate hinausgeht.
Es verbindet Menschen, schafft Begegnungen und macht Kultur auf unkomplizierte Weise erlebbar – ganz im Sinne des Mottos: Spielen verbindet.















