Eine zukunftsorientierte Ausbildung stärker in den Blick nehmen
Regionale Bildungskonferenz im Landkreis Neu-Ulm setzt den Fokus auf Bildung und Wirtschaft
„Wie wollen wir lehren und lernen, wie wollen wir miteinander arbeiten?“ Diesen Fragen widmete sich die Regionale Bildungskonferenz im Landkreis Neu-Ulm. Auf Einladung der Bildungsregion tauschten sich in der Berufsschule Neu-Ulm rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen aus. Dazu zählten die verschiedenen Schularten, die Jugendarbeit und Erwachsenenbildung, Inklusion sowie Wirtschaft und Unternehmen.
Der Wunsch, sich mit diesem Thema zu befassen, war in der letzten Sitzung des Bildungsbeirates im Herbst 2025 entstanden, da es in den vergangenen Jahren spürbare Veränderungen im Bereich Bildung, Ausbildung und Arbeit gegeben habe. Dabei wurde unter anderem auch ein Wertewandel wahrgenommen, der den Arbeitsalltag stark beeinflusse.
„Bildung und Wirtschaft gehören eng zusammen“, erläuterte Landrätin Eva Treu. „Gut ausgebildete Kräfte sind die Zukunft und das Rückgrat von Unternehmen sowie der Wirtschaft und damit auch von unserer Region.“ Welche Erkenntnisse und Wünsche es für die Bereiche Bildung und Wirtschaft sowie ihre engere Verknüpfung gab, wurde in Form eines sogenannten „Barcamps“ erarbeitet. Dabei handelt es sich um ein „Mitmach-Format“, bei dem die Inhalte nicht vorgegeben sind, sondern die Teilnehmenden selbst die Themen vorbringen konnten, über die sie sprechen möchten. Je nach Interesse konnten sich die Gäste auf die Themen aufteilen und diese in Gruppen vertieft bearbeiten. Zu nennen sind hier unter anderem zukunftsorientierte Berufe, der Einsatz von KI, der Bildungsplan, zukunftsorientiertes Lehren, Stärkung der Inklusion, New work braucht new learning, die Verantwortlichkeit der Eltern und außerschulische Jugendbildung.
Nach zwei Durchgängen und einem intensiven Austausch hieß es zurück ins Plenum, um ein Fazit zu ziehen. So benötige zum Beispiel die Wirtschaftsregion Ulm/Neu-Ulm innovative, ganzheitliche und länderübergreifende Lösungen für die Bildung von Morgen. Ebenso sollte eine zukunftsorientierte Ausbildung verstärkt in den Mittelpunkt gestellt werden. Zu bedenken gelte es, dass viele Systeme bereits überlastet seien. Oftmals könne man nur reagieren, anstatt sich Zeit für die Frage zu nehmen, was wir als Mensch und Gesellschaft wollen. Auch mehr Begegnungen mit Eltern, um sich auszutauschen, wurde als zielführend angesehen. Ebenso wurde die Wichtigkeit der außerschulischen Jugendbildung herausgestellt, da diese ebenfalls für die Entwicklung junger Menschen essentiell sei.
Die gesammelten Ergebnisse sollen in der nächsten Sitzung des Bildungsbeirats im Mai präsentiert werden und besprochen werden, wie die Erkenntnisse weiterverarbeitet werden können. Die Organisatoren zeigten sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung und dem Format des Barcamps.
Die Moderation der Veranstaltung übernahmen zwei Mitarbeitende der Regionalen Entwicklungsagentur für Kommunales Bildungsmanagement (REAB). REAB unterstützt die Gestaltung moderner Bildungslandschaften und den Ausbau qualitätsvoller Bildungsangebote. Dabei beraten und unterstützen sie alle interessierten Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern zu Fragen der kommunal verantworteten Bildung. Mit der Bildungsregion Landkreis Neu-Ulm besteht zudem eine Kooperationsvereinbarung, die jetzt erneuert wurde.





