Vorerst keine EU-Einigung auf Absenken der Entschädigungen bei Flugverspätung
Im Streit um eine Absenkung der Entschädigungsansprüche bei verspäteten Flügen in der EU ist weiter keine Einigung in Sicht. Gespräche zwischen Vertretern aus dem Europaparlament und dem Rat des 27 EU-Länder brachten am Montagabend keinen Kompromiss zustande. Die Positionen liegen so weit auseinander, dass erst im Februar offiziell weiter verhandelt werden soll.
Bei der Reform geht es unter anderem darum, ab wann Fluggäste ein Recht auf Entschädigung haben. Bislang gilt eine Schwelle von drei Stunden Verspätung. Die Höhe der Entschädigung variiert je nach Flugstrecke zwischen 250 und 600 Euro. Eine Mehrheit der 27 EU-Länder will diese Schwelle anheben, das Europaparlament ist mit breiter Mehrheit strikt dagegen.
Keine der beiden Seiten will bislang von ihrer Position abrücken. Ein weiterer Streitpunkt ist das Handgepäck: Das Parlament will erreichen, dass Fluggäste immer einen kleinen Koffer kostenlos mitnehmen dürfen, nicht nur eine Handtasche.
Andere Teile der Reform gelten hingegen als unstrittig und sind bereits vorläufig vereinbart. So sollen Eltern kostenlos einen Sitzplatz neben ihren Kindern reservieren können. Außerdem sollen Passagiere nach Verspätungen automatisch ein Formular erhalten, mit dem sie eine Entschädigung beantragen können.
Die Reform steckt bereits seit mehr als zwölf Jahren in den Brüsseler Verhandlungsrunden fest. Im nächsten Schritt soll das Parlament im Januar eine Position festlegen, über die dann der Rat der Mitgliedsländer abstimmt - dabei ist mit einer Ablehnung zu rechnen.
Als letztes Mittel können beide Seiten dann einen Vermittlungsausschuss einberufen, in dem je ein Vertreter aus jedem der 27 Länder sowie 27 Abgeordnete des Parlaments sitzen. Dieser Ausschuss könnte im Februar oder März seine Arbeit aufnehmen und hätte anschließend sechs Wochen Zeit, um einen Kompromiss zu vereinbaren. Scheitert auch dieser Versuch, gilt die gesamte Reform als gescheitert.
© 2025 AFP



