Günstigere Kfz-Versicherungen?

Die neuen Einstufungen der Regionalklassen

Bei der Berechnung einer Kfz-Versicherung hängt die Höhe des Preises von vielen Aspekten ab. Unter anderem die regionale Unfallquote spielt dabei eine Rolle. Einmal jährlich schauen Versicherer nach den Zulassungsbezirken und deren Unfallrate, um danach Prämien für das folgende Jahr entsprechend anzupassen.

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Bild: stock.adobe / Panumas
Für 1,3 Millionen Autofahrer in Bayern sind das wohl gute Nachrichten. 18 der insgesamt 97 bayerischen Zulassungsgebiete werden bei der Kfz-Haftpflichtversicherung besser eingestuft. Darunter fällt auch Neu-Ulm. Mit Stufe sechs steht die Stadt genau im Bundesdurchschnitt. Dagegen hat es Autofahrer im Ostallgäu härter getroffen. Dort und auch in elf weiteren Bezirken kam es zu häufigeren Schäden, wodurch sie vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine Stufe schlechter gesetzt wurden. Insgesamt sind davon etwa 680.000 Fahrer betroffen.

413 Zulassungsbezirke zählt die Bundesrepublik, wovon die Schadensbilanzen jedes Jahr errechnet und in zwölf Regionalklassen eingeteilt werden. Die Anzahl der Unfälle unterscheidet sich jedes Jahr voneinander wodurch neue Einstufungen sinnvoll sind, um zu vermeiden, dass Versicherer und Versicherte zu hohe Kosten tragen. Eine genaue Zahl für den Beitrag kann man nicht konkret nennen, da er sich aus der Typklasse des Fahrzeugs, der Schadensfreiheitsklasse und eben der Regionalklasse zusammensetzt. Dabei wird von den Versicherungsgesellschaften zum Teil unterschiedlich kalkuliert. 

Ulm wird auch weiterhin in der zweitteuersten Haftpflicht-Regionalklasse gelistet und liegt somit in Stufe elf. Laut Verband zählen besonders in Großstädten die höheren Regionalklassen ,wodurch zum Beispiel auch Augsburg und München in Stufe zwölf platziert sind. Viel Stadtverkehr und hektische Teilnehmer erhöhen die Chance auf Zusammenstöße ungemein. Allerdings haben es auch Kempten und Kaufbeuren im Allgäu geschafft ihre Stufe zwölf zu behalten. Im Gegensatz dazu zählt Kronach zusammen mit Coburg-Land und Lichtenfeld zu den besten Regionen mit Einstufung in Klasse eins.

Im Bereich der Kaskoversicherung gab es ebenfalls einige Änderungen. Etwa 530.000 Versicherte sind in eine höhere Stufe gerutscht. Dagegen können nur rund 280.000 von einer Herabstufung profitieren.

Bezogen auf die gesamte Bundesrepublik zeichnet sich besonders der Norden ab. In Bereichen von Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern waren eher geringe Schäden zu beobachten. Berlin trägt, wie auch in den Vorjahren schon, die schlechteste Schadensbilanz. Der Wert liegt etwa ein Drittel über dem Durchschnitt.

Ab sofort kann die Regionalstatistik des GDV für Neuverträge hergenommen werden. Für bereits bestehende, folgen dann ab Januar zur Hauptfälligkeit gegebenenfalls Anpassungen. Im Jahr 2019 lag die durchschnittliche Kfz-Haftpflichtprämie bei etwa 260 Euro. Insgesamt sind zu diesem Jahr rund 15 Milliarden Euro für Schäden angefallen jedoch rund 16,8 Milliarden eingezahlt worden.