Innenstadtsanierung Neu-Ulm: Ludwigstraße wird zur Stadtpromenade

Spatenstich am 7. Mai / Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Euro

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Bild: Stadt Neu-Ulm
Mit dem Spatenstich am 7. Mai 2026 beginnt die Stadt Neu- Ulm offiziell mit der Neugestaltung der Ludwigstraße. Bereits im Jahr 2016 wurden erste Planungen zum Umbau der zentralen innerstädtischen Verkehrsachse im Rahmen der Innenstadtsanierung erarbeitet. Auf Grundlage des damaligen Wettbewerbsergebnisses wurden die Konzepte in den vergangenen Jahren überprüft, weiterentwickelt und an aktuelle Rahmenbedingungen angepasst.

Aufgrund des zuerst anstehenden Neubaus des „Heiners“ am Heiner-Metzger-Platz wurde die Neugestaltung der Ludwigstraße seinerzeit zeitlich nach hinten verschoben. Nun, nachdem die Arbeiten am und im Heiners auf die Zielgerade gehen, kann die Maßnahme umgesetzt werden. Vorausgegangen war eine Bürgerbeteiligung, die Anhörung von Händlerinnen und Händlern, Gastronomen und weiteren anliegenden Gewerbetreibenden. Auch die Anwohnerinnen und Anwohner des Straßenzugs wurden im Rahmen einer Bürgerbeteiligung einbezogen.

Bedeutung der Ludwigstraße

Die Ludwigstraße ist die wichtigste Nord-Süd-Achse im Zentrum von Neu-Ulm. Sie verbindet die Bereiche rund um Bahnhof, ZUP und Glacis-Galerie mit dem Innenstadtbereich entlang der Augsburger Straße, der Marienstraße sowie mit Rathausplatz und Petrusplatz.

Damit kommt ihr eine zentrale Bedeutung zu für:

den motorisierten Individualverkehr
den öffentlichen Personennahverkehr
den Fuß- und Radverkehr

Ziele der Neugestaltung

Ziel der Neugestaltung ist eine funktionale und gestalterische Aufwertung im Sinne einer „Stadtpromenade“. Die Ludwigstraße soll künftig nicht nur Verkehrsachse sein, sondern auch als attraktiver Aufenthaltsraum dienen.

Im Mittelpunkt stehen dabei:

Steigerung der Aufenthaltsqualität für Bürgerinnen und Bürger sowie Besucher

Attraktivierung für Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen

Verbesserung des Stadtklimas und der gestalterischen Qualität

Erhalt der wichtigen Verkehrs- und ÖPNV-Funktion

Maßnahmen im Straßenraum und zur Gestaltung

Im Zuge der Umgestaltung wird der Straßenraum grundlegend neu geordnet:
Reduzierung der Fahrbahnbreite von 11,5 Metern auf 6,5 Meter
Neuverteilung des Straßenraums zugunsten von zu Fuß Gehenden und Aufenthaltsflächen
Reduzierung der Stellplätze und Integration in den Seitenraum


Es entfallen 34 der bisher 55 Stellplätze im Straßenraum. Diese werden durch Stellplätze in der Tiefgarage des Heiners kompensiert.
Schaffung von Flächen für Außengastronomie und Aufenthalt
Neue Möblierung mit Bänken, Sitzmöglichkeiten und Fahrradabstellanlagen
Erneuerung der Straßenbeleuchtung

Verbesserungen für den Radverkehr

Ein besonderer Fokus liegt auf der Stärkung des Radverkehrs:
Aufstellflächen für Radfahrende an Lichtsignalanlagen
Sicherheitstrennstreifen zwischen Fahrbahn und Parkplätzen

Berücksichtigung einer künftigen Fahrradstraße in Kasern- und Friedenstraße

Gestaltung von „Baum-Toren“ zur Unterstützung der Verkehrsführung

Maßnahmen für den Fußverkehr und Aufenthalt

Auch für Fußgängerinnen und Fußgänger ergeben sich deutliche Verbesserungen:
Breitere und attraktivere Gehbereiche
Mehr Raum durch reduzierte Fahrbahnbreiten und weniger Stellplätze
Verbesserte Querungsmöglichkeiten
Gestalterisch-künstlerische Lösung im Bereich der

Einmündung zur Augsburger Straße zur Erhöhung der Verkehrssicherheit

Grün- und Klimamaßnahmen

Zur Verbesserung des Stadtklimas und der Aufenthaltsqualität werden umfangreiche Begrünungsmaßnahmen umgesetzt:

Baumpflanzungen in Gruppen zur Kühlung und gestalterischen Aufwertung

Neubepflanzung der Grünflächen auf der Ostseite der Straße

Erneuerung der Versorgungsinfrastruktur

Parallel zur Umgestaltung wird die technische Infrastruktur modernisiert. Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) setzen folgende Maßnahmen um:

Erneuerung sämtlicher bestehender Versorgungsleitungen
Neuverlegung von Fernwärmeleitungen
Ausbau von Glasfaseranschlüssen bis in die Gebäude

(FTTH)

Verkehrliche Auswirkungen während der Bauzeit

Während der Bauphase kommt es zu Einschränkungen im Verkehr, insbesondere im öffentlichen Nahverkehr. Für den Busverkehr werden Umleitungen eingerichtet. Stadteinwärts aus Richtung Ulm erfolgt die Führung über die Marienstraße, die Krankenhausstraße, die Johannisstraße und die Hermann-Köhl-Straße bis zum ZUP. Stadtauswärts in Richtung Ulm verläuft die Umleitung vom ZUP über die Bahnhofstraße, die Maximilianstraße, die Augsburger Straße und anschließend über die Marienstraße.
Die Stadt wird frühzeitig über Bauabläufe und Einschränkungen informieren.

Zeitlicher Ablauf

Spatenstich: 7. Mai 2026
Bauphase 1: Beginn nach dem Neu-Ulmer Stadtfest ab

dem 18. Mai 2026
Bauphase 2: Voraussichtlich August bis November

2026
Bauphase 3 und 4: Ab November 2026 bis Herbst 2027

Der Ausbau der Ludwigstraße erstreckt sich zwischen der Bahnhofstraße und der Augsburger Straße auf rund 300 Metern Länge. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Euro. Die Stadt Neu-Ulm rechnet mit Fördergeldern durch die Regierung von Schwaben in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro.

Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger blickt der Neugestaltung der Ludwigstraße mit viel Vorfreude und Enthusiasmus entgegen und betont die besondere Bedeutung des Projekts für die Entwicklung der Innenstadt: „Mit der Neugestaltung der Ludwigstraße setzen wir einen zentralen Baustein unserer Innenstadtsanierung um. Unser Ziel ist es, die Straße zu einer lebendigen, attraktiven und zukunftsfähigen Stadtpromenade für alle Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln, die den Anforderungen einer modernen Innenstadt gerecht wird und gleichzeitig ihre wichtige Funktion als Verkehrsachse behält. In Kombination mit unserem Heiners am Heiner-Metzger-Platz entsteht hier ein echtes Zukunftsprojekt für Neu-Ulm, das unserer Innenstadt nochmals einen ganz enormen Schub und eine nachhaltige und spürbare Attraktivitätssteigerung verleihen wird.“