Katastrophenschutz im Landkreis Augsburg beübt erfolgreich den Ernstfall in einem Störfallbetrieb

cropped-1777287163-image
Bild: Christian Kannler
Realitätsnahes Szenario fordert Einsatzkräfte und Führungsstäbe

Der Landkreis Augsburg hat im Rahmen einer groß angelegten Stabsrahmenübung mit 140 Teilnehmenden seine Abläufe im Katastrophenschutz intensiv trainiert. Ausgangspunkt war ein komplexes Schadensszenario: Ein Güterzug entgleiste in Gersthofen und prallte in die Lagerhallen des Logistikunternehmens Andreas Schmid Group, zeitgleich wurde eine Regionalbahn mit rund 300 Fahrgästen in den Unfall verwickelt. Es kam zu zahlreichen Verletzten sowie zu einem Brand mit kontaminierter Rauchentwicklung, der sich auf umliegende Gebiete auszubreiten drohte.

Warnung der Bevölkerung und Informationswege im Fokus

Ein besonderer Schwerpunkt der Übung lag auf der schnellen und flächendeckenden Warnung der Bevölkerung. Dabei wurden verschiedene Kanäle parallel simuliert: Sirenen, Rundfunkdurchsagen, Warn-Apps wie NINA, mobile Lautsprecherdurchsagen (Mobela), Cell Broadcast, Live-Ticker, Social-Media-Kanäle sowie klassische Pressemitteilungen. Ergänzend wurde ein Bürgertelefon eingerichtet. Ziel war es, die Bevölkerung im Gefährdungsbereich frühzeitig über Risiken wie kontaminierten Brandrauch zu informieren und konkrete Verhaltenshinweise zu geben.

Versorgung, Evakuierung und Betreuung der Betroffenen

Parallel zur Warnung standen die medizinische Versorgung und Betreuung der Betroffenen im Mittelpunkt. Einsatzkräfte übten die Rettung und Versorgung zahlreicher Verletzter aus den betroffenen Zugteilen sowie aus dem Betriebsgelände unter erschwerten Bedingungen. Zudem wurde die Evakuierung gefährdeter Bereiche vorbereitet und geplant. Für nicht verletzte, aber betroffene Personen wurden Betreuungsstellen eingerichtet – unter anderem in Schulen, die kurzfristig als Unterkünfte dienten. Auch weitere Maßnahmen wie Verkehrslenkung, Sperrungen und die Information von Angehörigen wurden simuliert.

Externer Notfallplan erfolgreich beübt

Die Übung diente insbesondere dazu, einen externen Notfallplan zu testen. Solche Pläne sind für Betriebe vorgeschrieben, die größere Mengen an Gefahrstoffen lagern oder verarbeiten. Auch wenn im konkreten Szenario kein klassisches Gefahrgut transportiert wurde, ergaben sich durch die Lagerhallen und den Brand erhebliche Gefahrenlagen. Das Szenario wurde von der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried entwickelt, die zugleich als Übungsbeobachter fungierte. Im Anschluss erhielt der Landkreis ein durchweg positives Feedback. Besonders hervorgehoben wurde die strukturierte und koordinierte Arbeitsweise aller beteiligten Stellen. „Solche Übungen sind unverzichtbar, um im Ernstfall schnell, abgestimmt und effektiv handeln zu können. Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Strukturen funktionieren und wir gut vorbereitet sind“, betonte Landrat Martin Sailer. Mit der Übung konnte der Landkreis Augsburg wichtige Erkenntnisse gewinnen und seine Einsatzfähigkeit im Katastrophenschutz weiter stärken.