Katastrophenschutzvollübung AKat23 abgeschlossen

„Augsburg ist gut vorbereitet auf einen echten Ernstfall“

Bei der Katastrophenschutzvollübung am Sonntag, 22. Oktober, hat die Stadt Augsburg den Ernstfall geprobt. Rund 1000 Übungsteilnehmende von Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Polizei, Technischem Hilfswerk, der Stadtwerke Augsburg, verschiedener städtischer Ämter und der Bundeswehr waren von 7:30 Uhr bis 13:00 Uhr im Einsatz. Insgesamt wurden vier simulierte Szenarien durchgespielt. Die Vorbereitungen haben mehrere Monate gedauert. OB Eva Weber dankt allen Beteiligten für ihr Engagement.

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Atemschutztrupps der Feuerwehr im Einsatz zur Personenrettung im TunnelBild: Christoph Bruder - Bruder Media
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Zum Beginn der Übung hat die sogenannte Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) eine simulierte Verunreinigung des Trinkwassers in Haunstetten und Inningen virtuell durchgespielt. 

An der Nagahama-Allee wurde parallel dazu mit echten Fahrzeugen und etwa 200 teils wie Unfallopfer geschminkten Statistinnen und Statisten sehr realistisch ein großer Verkehrsunfall inszeniert. Beteiligt waren ein Bus und mehrere Autos samt „Massenanfall an Verletzen“. Dazu kamen mehrere Folgeauffahrunfälle im Tunnel mit brennenden Pkw. Hierfür wurde der ganze Tunnel mittels speziellen Hochleistungsrauchmaschinen einer Firma, die eigens aus Österreich anreiste, verqualmt. Im Tunnel war dann keinerlei Sicht mehr. Vermeintlich verletzte Unfall- und Brandopfer rannten in Panik schreiend auf die Helfer von Rettungsdienst und Feuerwehr zu. Ein beklemmendes Szenario, was sich hier bot. Auch die Geräuschkulisse der Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei mit Blaulicht und Martinshorn trugen seinen Teil zu der Szene bei.
Für die Feuwehr war es sehr schweißtreibend, den ganzen Tunnel abzusuchen und die Menschen darin in Sicherheit zubringen. Wertvolle Zugänge waren hier auch die drei Notausgänge.

Bei der dritten Übung wurde die Logistik auf die Probe gestellt. Dafür wurde am Parkplatz Messe Süd ein sogenannter Bereitstellungsraum eingerichtet. Dabei handelt es sich um eine Stelle, an der Einsatzkräfte und Einsatzmittel des Katastrophenschutzes für den unmittelbaren Einsatz oder vorsorglich gesammelt, gegliedert und bereitgestellt werden. Die Organisation übernahm das THW, welches auch mehrere mobile Tankstellen vor Ort einrichtete.

Auch Uniklinik an der Übung beteiligt

Bei einem weiteren Übungsszenario wurde der Transport von Patientinnen und Patienten zum Uniklinikum Augsburg und deren Aufnahme und Sichtung im Klinikum durchgespielt. Für diese großen Szenarien waren nicht nur zahlreiche Straßensperrungen rund um die Nagahama-Allee sowie Umleitungen in den betroffenen Stadtquartieren in Kauf zu nehmen.

OB Eva Weber: „Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt“

Zusammen mit Ordnungs- und Katastrophenschutzreferent Frank Pintsch war Oberbürgermeisterin Eva Weber im Einsatz. Sie übernahm nebenbei die fiktive Rolle einer Zeugin, die den Notruf nach einem Busunfall mit vielen beteiligten Autos absetzte. „Wir müssen solche Katastrophen üben, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt“, sagte die OB nach der Übung. „So können wir, bevor etwas passiert, sehen, wo Stellschrauben nachgezogen werden müssen, damit bei einer echten Katastrophe alle Rädchen reibungslos ineinandergreifen und alle gut zusammenarbeiten.“

Katastrophenschutzvollübung alle sechs Jahre Pflicht

Nach dem Bayerischen Katastrophenschutzgesetz (BayKSG) sind die Kreisverwaltungsbehörden verpflichtet, alle sechs Jahre solche Katastrophenschutzvollübungen durchzuführen. Sie finden unter Beteiligung aller statt, die zur Katastrophenhilfe verpflichtet sind. Dazu zählen die Stadt Augsburg mit dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz (ABuK), der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK), der Örtlichen Einsatzleitung (ÖEL) und der Integrierten Leitstelle Augsburg sowie Feuerwehren, Hilfsorganisationen, ACO, Polizei und Krankenhäuser.

Ordnungsreferent Frank Pintsch: „Unser aller Hochachtung verdient“

Ordnungs- und Katastrophenschutzreferent Frank Pintsch betonte: „Die Übung trägt einen wesentlichen Teil zum Bevölkerungsschutz in der Stadt Augsburg bei. Denn es ist immer damit zu rechnen, dass auf Krisen und Großschadenslagen reagiert werden muss.“ Damit dies auch richtig und angemessen geschehe, müsse die Gefahrenabwehr technisch wie medizinisch stetig weiterentwickelt und verbessert werden. „Dazu haben alle, die bei der heutigen Katastrophenschutz Vollübung mitgemacht haben, einen wertvollen Beitrag geleistet, der unser aller Hochachtung verdient.“

Dank an alle Übungsbeteiligten und an Bürgerinnen und Bürger

Mit Blick auf die Dimension der Katastrophenschutzvollübung richtet Oberbürgermeisterin Eva Weber das Augenmerk auf die rund 1000 Übungsteilnehmenden und die Bürgerinnen und Bürger: „Als Verantwortliche für die Stadt ist es mir und meinem Team in der Stadtspitze elementar wichtig, für den Ernstfall einer Katastrophe gewappnet zu sein. Allen Teilnehmenden, die diese Übung heute organisiert, durchgeführt und gestaltet haben, danke ich deshalb für ihren stundenlangen Einsatz. Danke für Ihre Bereitschaft, den Schrecken und seine Bewältigung zu üben. Danke für alle koordinativen Leistungen der Einsatzkräfte. Danke für alles, was zum Gelingen dieser großen Katastrophenschutzübung beigetragen hat und danke auch allen Bürgerinnen und Bürgern, für deren Geduld und Verständnis für alle Einschränkungen, die an diesem Sonntag mit der Übung einhergingen. Wir werden die Abläufe in den kommenden Wochen ganz genau auswerten. Ich bin froh, dass sich heute aber schon mal gezeigt hat: Augsburg ist gut vorbereitet auf einen echten Ernstfall!“

Beobachter aus ganz Bayern

Begleitet und beobachtet wurden die Übungen von einer breiten Basis an hauptamtlichen und ehrenamtlichen Fachleuten aus ganz Bayern. Auch waren neben den Leitungen der Berufsfeuerwehren aus mehreren bayerischen Städten unter anderem Barbara Schretter, die Präsidentin der Regierung von Schwaben, Rainer Hilsberg, der Leiter des Katastrophenschutzes der Regierung von Schwaben sowie der Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, Martin Wilhelm und verschiedene Stadträtinnen und Stadträte vor Ort. (pm)

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