Janas Stars und Sternchen: Kerim Waller im Interview zu "Eat Pray Bark – Therapie auf vier Pfoten" – Ein österreichischer Schauspieler, den man nicht unterschätzen darf!

Eine absolute Paraderolle!

Er zählt zu den spannendsten Newcomern der deutschsprachigen Filmszene: Kerim Waller. Erste Aufmerksamkeit erhielt der österreichische Schauspieler im gefeierten Sky-Serienhit „Der Pass“, bevor er mehrmals im „Barcelona-Krimi“ an der Seite von Clemens Schick überzeugte. Auch bei „Rosamunde Pilcher – Einspruch für die Liebe“ bewies er bereits sein Talent. Vor der Kamera verkörpert Kerim häufig kantige, verschlossene Figuren – privat zeigt er sich jedoch nahbar, reflektiert und überraschend sensibel. Mit der Netflix-Produktion „Eat Pray Bark – Therapie auf 4 Pfoten“, inszeniert von Marco Petry, ist er nun in einem Film zu sehen, der vor allem Tierliebhaber begeistern dürfte – und unterstreicht dabei einmal mehr seine Vielseitigkeit. Unsere Redaktionsleitung Jana Dahnke traf den sympathischen Schauspieler zum exklusiven Interview und sprach mit ihm über seinen neuen Film, besondere Drehmomente und seine Zukunftspläne.

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"Mein großer Wunsch ist es, auf der Kinoleinwand zu sehen zu sein. Und vielleicht war „Eat Pray Bark – Therapie auf 4 Pfoten“ dafür ein Schritt in die richtige Richtung!"Bild: Victoria Nazarova
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Unsere Redaktionsleitung Jana trifft Stars und Sternchen zum exklusiven InterviewBild: Jana
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"Zwischen Dreh und Veröffentlichung liegen oft eineinhalb bis zwei Jahre – in dieser Zeit entwickelt man sich stetig weiter"Bild: Victoria Nazarova
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"Die Dreharbeiten haben sich von allem abgehoben, was ich bisher gemacht habe. Das lag am Team sowie am Cast & gleichermaßen daran, dass wir total zusammengewachsen sind"Bild: Stephan Rabold / Netflix
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"Ich habe einmal gehört, dass man nie mit Hunden oder Kindern vor der Kamera stehen soll, weil sie einem die Show stehlen. Ich sehe das ehrlich gesagt überhaupt nicht so"Bild: Sasha Ostrov / Netflix
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"Gerade deswegen funktioniert der Film am Ende so gut – weil die Chemie zwischen uns einfach gestimmt hat"Bild: Sasha Ostrov / Netflix
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"Ich liebe Hunde total und hatte mein ganzes Leben lang welche um mich herum"Bild: Stephan Rabold / Netflix
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"Nahezu die komplette Zeit so zu tun, als würde ich meinen vierbeinigen Begleiter nicht mögen – ihn an der Leine zu ziehen oder anzuschnauzen – das fiel mir echt schwer"Bild: Stephan Rabold / Netflix
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"Rúrik ist wirklich toll! Wir teilen so ein bisschen den Background, weil wir beide nicht ursprünglich aus der Schauspielerei kommen"Bild: Stephan Rabold / Netflix
Jana: Wie hat sich das mit der Schauspielerei bei Dir ergeben?
Kerim Waller: Bei mir passiert vieles eher zufällig – so war es auch mit der Schauspielerei. (Lacht) Tatsächlich komme ich überhaupt nicht aus einem künstlerischen Umfeld: In meiner Familie hat niemand etwas mit Film und Fernsehen zu tun. Unverhofft bin ich auf einer Schauspielschule in Wien gelandet und mir war relativ schnell klar: Schauspiel ist genau mein Ding. Insgesamt war es ein schöner, schleichender Prozess. Inzwischen durfte ich schon tolle Projekte angehen – unter anderem habe ich eine Hauptrolle bei „Rosamunde Pilcher“ gespielt und bin jetzt ganz neu bei „Eat Pray Bark“ auf Netflix zu sehen.

Perfektes Stichwort: „Eat Pray Bark – Therapie auf 4 Pfoten“ – wie kam es überhaupt dazu und was hat Dich an dem Film sofort gereizt?
Das Casting fand ziemlich kurzfristig online statt, während ich gerade für eine andere Produktion im Ausland war. Ich habe mich gedanklich gar nicht so sehr darauf eingelassen, ob es schlussendlich klappt oder nicht – habe mir die Chance aber nicht entgehen lassen, weil ich die Figur des Hakan unglaublich spannend fand. Als dann die Zusage kam, habe ich mich riesig gefreut und wusste sofort, dass ich in die Rolle viel von mir selbst einbringen kann. Gerade weil sie so physisch ist: Meine Figur spricht in großen Teilen des Films kaum – und genau das mag ich total gerne. Ich liebe es, über Körpersprache zu arbeiten.

Was für ein Mensch ist Hakan für Dich, wie viel von ihm steckt in Dir – und was hat Dich beim Verkörpern der Rolle am meisten gefordert?

Er ist jemand, der sehr bei sich ist. Gerade in seiner Traurigkeit zieht er sich total zurück – er leidet lieber für sich allein und nicht unter Menschen. Das kann ich ziemlich gut nachvollziehen, weil ich da in gewisser Weise ähnlich ticke. Für mich ist Hakan ein wahnsinnig sensibler Mensch, selbst wenn er nach außen oft hart wirkt – aber diese Härte ist eher eine Art Schutzmechanismus, um irgendwie durchs Leben zu kommen. Die größte Herausforderung für mich war allerdings etwas ganz anderes: Ich liebe Hunde total und hatte mein ganzes Leben lang welche um mich herum. Nahezu die komplette Zeit so zu tun, als würde ich meinen vierbeinigen Begleiter nicht mögen – ihn an der Leine zu ziehen oder anzuschnauzen – das fiel mir echt schwer.

Im Film nähert sich Hakan seinem Hund erst sehr spät an – war diese plötzliche Verbindung für Dich befreiend?
Absolut! Es war nämlich ein schöner Zufall: In der Szene, in der ich den Maulkorb abnehme, hat der Hund plötzlich seine Pfote auf meinen Arm gelegt. Und das war unglaublich emotional. Man hat sofort gemerkt, wie sich die Stimmung am Set verändert hat – es ging ein richtiges Raunen durch den Raum, weil alle gespürt haben: Das ist gerade ein ganz besonderer Moment.

Beim Dreh mit Hunden – lief da eigentlich immer alles nach Plan?
Ich habe einmal gehört, dass man nie mit Hunden oder Kindern vor der Kamera stehen soll, weil sie einem die Show stehlen. Ich sehe das ehrlich gesagt überhaupt nicht so – im Gegenteil, ich finde das super. (Lacht) Aber klar: Wenn man mit Hunden arbeitet, laufen die Dinge selten wie gedacht – auch wenn das alles sehr gut trainierte Tiere sind. Die meisten kamen von einer Film-Tier-Ranch und waren speziell für Drehs vorbereitet. Wir hatten zum Beispiel fast alle zwei Hunde pro Rolle, weil so ein Hund natürlich keinen zehnstündigen Drehtag durchhält. Und jeder bringt seinen eigenen Charakter mit – manche sind ruhiger, andere haben mehr Energie. Meine beiden Hunde waren sogar Geschwister, einer davon ein ausgebildeter Rettungshund. Er wurde dann gezielt für Szenen eingesetzt, in denen viel Power gefragt war.

Wie war die Drehzeit für Dich – habt ihr Euch untereinander gut verstanden?
Ja, total – sie hat sich wirklich von allem abgehoben, was ich bisher gemacht habe. Das lag nicht nur am Team und am Cast, die alle großartig waren, sondern gleichermaßen daran, dass wir total zusammengewachsen sind. Gerade deswegen funktioniert der Film am Ende so gut – weil die Chemie zwischen uns einfach gestimmt hat. Wir hatten eine richtig gute Energie am Set und haben viel miteinander gelacht. Allein durch die Hunde hatte das Ganze dann nochmal eine ganz besondere Atmosphäre.

Viele kennen ihn aus dem Fußball – wie war es für Dich, mit Rúrik Gíslason vor der Kamera zu stehen?
Rúrik ist wirklich toll! Wir teilen so ein bisschen den Background, weil wir beide nicht ursprünglich aus der Schauspielerei kommen – dadurch passiert bei uns vieles eher instinktiv. Er ist einfach ein wandelndes Energiefeld: immer positiv, extrem gut vorbereitet und arbeitet wahnsinnig hart. Ich erinnere mich an einen Moment, der mir total im Kopf geblieben ist: Ich war morgens am Set in der Maske – müde, genervt, irgendwie einfach nicht gut drauf. Rúrik saß neben mir und hat mir den Song „Sexy Ru“ vorgespielt, an dem er damals gerade mit seiner isländischen Boyband „Ice Guys“ gearbeitet hat, und meinte: „Hör Dir das an, danach geht’s Dir besser.“ Und genau so war es dann. Das war total witzig, aber auch irgendwie bezeichnend für ihn – diese Mischung aus Positivität und Selbstironie. Da kann man sich auf jeden Fall einiges abschauen.

Gab es eine Szene, die Dich beim Dreh besonders gefordert hat?
Als meine Schauspielkollegin Alexandra Maria Lara bei einem Murenabgang den Hang hinunterrutscht, war sicherlich am anstrengendsten. Gedreht wurde nachts, am Berg, bei Kälte und Regen. Man ist müde, körperlich erschöpft und wird irgendwann ein bisschen sensibler. Gleichzeitig war das aber ein unglaublich spannendes Set, weil alles sehr aufwendig aufgebaut war – wirklich beeindruckend.

„Eat Pray Bark“ spielt größtenteils an Originalschauplätzen in Tirol – eine atemberaubende Kulisse. Konntest Du die Zeit vor Ort ein bisschen genießen?
Wir haben an wirklich wunderschönen Locations gedreht, die man als Tourist wahrscheinlich gar nicht entdecken würde. Da es sich um eine Ensembleproduktion handelt, standen wir alle meist gemeinsam vor der Kamera und waren die komplette Drehzeit am Set. Wirklich viel Freizeit für sich allein gab es da nicht. Wenn man dann mal Luft hatte, war man meistens einfach nur erschöpft – da ging es eher um ausschlafen, runterkommen und Energie tanken. Ich habe meinen Ausgleich irgendwo zwischen Sauna und Bar gefunden. (Lacht) Und dann gab’s noch Rúrik Gíslason – der hat sich direkt ein E-Bike geschnappt und ist die Berge hochgefahren. Da bin ich dann doch eher der gemütlichere Typ.

Wie gehst Du damit um, Dich selbst in fertigen Produktionen zu sehen?

Das fällt mir ehrlich gesagt nicht immer leicht. Zwischen Dreh und Veröffentlichung liegen oft eineinhalb bis zwei Jahre – in dieser Zeit entwickelt man sich stetig weiter. Wenn man sich dann später sieht, denkt man vielleicht bei manchen Momenten: Das würde ich heute anders angehen. Trotzdem gehört es dazu, sich fertige Projekte anzuschauen – gerade, weil man die eigene Arbeit reflektieren und Material für zukünftige Projekte zusammenstellen muss.

Was unterschätzen Zuschauer Deiner Meinung nach am Schauspielberuf am meisten?
Vielen ist gar nicht bewusst, wie viel Arbeit wirklich dahintersteckt. Wenn etwas gut gespielt ist, wirkt es oft total leicht – aber genau das ist eigentlich die größte Herausforderung. Es ist eben nicht so, dass man nur ein paar Sätze auswendig lernt und vor die Kamera tritt. Man muss oft aus einer Pause heraus plötzlich in eine emotionale Szene springen – und in dem Moment müssen die Gefühle einfach da sein. Und was schnell vergessen wird: Film ist absolute Teamarbeit. Da stehen nicht nur ein paar Schauspieler vor der Kamera – es sind über hundert Menschen beteiligt, die alles dafür geben, dass am Ende alles so mühelos aussieht.

Wo siehst Du Dich genretechnisch – und wohin würdest Du Dich gerne noch entwickeln?
Am meisten liegt mir sicherlich Drama. Komödie finde ich aber genauso spannend, weil sie unglaublich herausfordernd ist – und wenn sie gut gemacht ist, hat sie einen großen Wert. Generell bin ich aber gar nicht so festgelegt auf ein Genre. Ich würde wahnsinnig gerne einfach alles einmal ausprobieren. Ein Horrorfilm reizt mich zum Beispiel total – obwohl ich sie selbst überhaupt nicht schauen kann. (Lacht) Ich bin da ein ziemlicher Schisser und bekomme sofort Albträume. Aber genau deshalb finde ich es so aufregend. Oder sonst ein großer Actionfilm – ich bin da wirklich komplett offen.

Mit welchem Regisseur oder Schauspielkollegen möchtest Du unbedingt mal zusammenarbeiten?
Tatsächlich hatte ich bereits das große Glück, unglaublich tolle Menschen kennenzulernen, von denen ich jede Menge lernen durfte und die mich sehr inspiriert haben. Ein absolutes Vergnügen wäre es aber, einmal auf Fatih Akin zu treffen. Er ist unter anderem der Regisseur der Filmkomödie „Soul Kitchen“, und ich finde vor allem seine Persönlichkeit wahnsinnig spannend. Und wenn ich noch ganz groß träumen darf: mit dem italienischen Drehbuchautor und Regisseur Paolo Sorrentino oder mit Werner Herzog – da würde ich ohne zu überlegen sofort zusagen. Aber ich möchte mich gar nicht zu sehr festlegen, es gibt so viele spannende Persönlichkeiten in diesem Bereich – da könnten wir noch Stunden weiterreden. (Lacht)

Worauf dürfen Deine Fans gespannt sein?

Vor Kurzem haben wir einen Ostfriesen-Krimi abgedreht – darauf freue ich mich sehr, weil ich dort eine ganz besondere Figur spielen durfte. Die Regisseurin hat mir viel Vertrauen geschenkt und mir großen kreativen Freiraum gelassen. Außerdem arbeiten wir zu zweit an einem eigenen Film – er war nun lange in der Postproduktion und es ist unglaublich spannend, nicht nur vor der Kamera zu stehen, sondern auch Einblicke in die Regie zu bekommen. Wenn alles klappt, wird man ihn auf Festivals zu sehen bekommen!

Was ist ein Ziel, das Du in den nächsten Jahren unbedingt erreichen möchtest?
Mein großer Wunsch ist es, auf der Kinoleinwand zu sehen zu sein. Und vielleicht war „Eat Pray Bark – Therapie auf 4 Pfoten“ dafür ein Schritt in die richtige Richtung!

Netflix Streaming-Tipp: "Eat Pray Bark – Therapie auf 4 Pfoten"

Was tun, wenn der geliebte Vierbeiner nicht nach der Pfeife von Herrchen oder Frauchen tanzt? Für verzweifelte Hundebesitzer*innen bleibt hier nur ein Ausweg: das Retreat von Hundeguru Nodon (Rúrik Gíslason) in den idyllischen österreichischen Alpen. In dieses besondere Trainingscamp begeben sich Urschi (Alexandra Maria Lara), Babs (Anna Herrmann), Hakan (Kerim Waller) und das Paar Ziggy (Doğa Gürer) und Helmut (Devid Striesow).

Die bunt zusammengewürfelte Gruppe umfasst die Hunde-hassende Politikerin Ursula, die die sturköpfige Hündin Brenda adoptiert hat, um ihr Image aufzupolieren, die naive Babs mit ihrem großen, stürmischen Hund Torsten, das streitende Ehepaar Ziggy und Helmut mit ihrer verwöhnten Yorkshire-Terrier-Hündin Gaga und nicht zuletzt den unnahbaren Hakan, der seiner verunsicherten belgischen Schäferhündin Roxy misstraut. Mit ungewöhnlichen Methoden versucht Hundetrainer Nodon die überforderten Zweibeiner zu coachen, denn schnell wird klar, dass sie selbst Hilfe brauchen – nicht ihre treuen Begleiter auf vier Pfoten.