Kleine Forscher ganz groß: Kinderakademie Dr. Kiebitz zeigt, wie spannend Ernährung sein kann

Über 100 Kinder tauchten heute in die Welt der Ernährung ein – mit Liedern, Experimenten und vielen Aha-Momenten in der Uniklinik Augsburg

Der Hörsaal der Uniklinik Augsburg war an diesem Mittwochmorgen erfüllt von leiser Aufregung, dem Rascheln von Notizblättern und neugierigen Blicken in alle Richtungen. Über 100 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren hatten sich versammelt, um in die Welt der Ernährung einzutauchen – und sie taten dies mit einer Begeisterung, die ansteckend war. Als Redakteurin, die selbst Mutter ist, konnte man kaum anders, als den kleinen Forschern beim Staunen zuzusehen, während sie gemeinsam herausfanden, wie Zucker im Körper wirkt, warum Karotten so gesund sind und wieso Essen eigentlich unsere Energiequelle ist.

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Mit Liedern und Kurzfilmen erleben die Kinder, wie Nahrung im Körper wirkt – Lernen mit Spaß und Staunen.Bild: Nina Königs
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Kleine Forscherinnen und Forscher im Hörsaal der Uniklinik Augsburg: konzentriert, neugierig und voller Begeisterung für ihren eigenen Körper.
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Gemeinsam experimentieren die Kinder an Mitmachstationen – Zucker, Vitamine und Energie werden lebendig erklärt.
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Gemeinsam experimentieren die Kinder an Mitmachstationen – Zucker, Vitamine und Energie werden lebendig erklärt.
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Gemeinsam experimentieren die Kinder an Mitmachstationen – Zucker, Vitamine und Energie werden lebendig erklärt.
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Kleine Forscherinnen und Forscher im Hörsaal der Uniklinik Augsburg: konzentriert, neugierig und voller Begeisterung für ihren eigenen Körper.
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Dr. Schmidt vom Bunten Kreis gibt praktische Tipps für Kinder, wie sie Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen können.
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Kleine Forscherinnen und Forscher im Hörsaal der Uniklinik Augsburg: konzentriert, neugierig und voller Begeisterung für ihren eigenen Körper.

Die Kinder stürmen mit erwartungsvollen Augen in den großen Hörsaal der Uniklinik Augsburg, Stühle reihen sich wie kleine Inseln in der Meereswelle aus wissbegierigen Kindern. Über hundert junge Forscherinnen und Forscher haben sich heute versammelt, um zu entdecken, was in ihrem eigenen Körper passiert, sobald sie essen. Die Kinderakademie „Dr. Kiebitz“ öffnet an diesem ersten Tag ihre Türen für das Thema Ernährung, und bereits nach wenigen Minuten ist klar: Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, hier wird Begeisterung geweckt. Lilli, neun Jahre alt, sitzt neben ihrer Mutter und flüstert aufgeregt: „Ich wusste gar nicht, dass in einer Packung Cornflakes hundert Würfelzucker stecken! Das ist ja unglaublich!“ Man sieht den Stolz in ihrem Blick, wenn sie aufschreibt, was sie gerade gelernt hat.

Die Akademie ist eine Kooperation zwischen der Kinderklinik Augsburg, dem Mutter-Kind-Zentrum Schwaben und dem Bunten Kreis Augsburg, einem Verein, der seit seiner Gründung kranken Kindern und ihren Familien beisteht. Ursula Schmidt, langjähriges Vorstandsmitglied und selbst Seelsorgerin im Palliativteam für Kinder und Jugendliche, erklärt: „Der Bunte Kreis fühlt sich zuständig für Familien, und wir wollen Kindern zeigen, dass sie Verantwortung für ihren eigenen Körper übernehmen können. Es geht nicht nur darum, zum Arzt zu gehen, wenn man krank ist, sondern Prävention und Wissen zu vermitteln – kindgerecht, spielerisch, greifbar.“

In dem großen Hörsaal erklären Kinderärztin und Ernährungswissenschaftler spielerisch die Ernährungspyramide, unterbrochen von Liedern, kurzen Filmen und anschaulichen Beispielen. Die Kinder lernen, dass Essen für den Körper wie Benzin für ein Auto ist, warum es wichtig ist, Hunger und Appetit zu unterscheiden, und wie unterschiedlich Zucker in Lebensmitteln versteckt sein kann. „Ich finde es cool, dass man sehen kann, wie unser Körper das Essen verarbeitet“, sagt Lilli begeistert, „jetzt weiß ich, warum ich abends nicht nur Schokolade essen sollte.“

Die Atmosphäre ist lebendig, fast magisch: Kinder tippen eifrig auf ihren Schreibblöcken, diskutieren mit ihren Nachbarn und strahlen, wenn sie etwas Neues verstanden haben. Ursula Schmidt betont, wie wichtig diese Momente für die Kinder sind: „Wer den eigenen Körper versteht, hat weniger Angst, wenn einmal ein Krankenhausaufenthalt nötig ist. Wir möchten den Kindern vermitteln: Du bist Experte für deinen eigenen Körper.“

Besonders beeindruckend ist, wie die Kinder an den praxisnahen Beispielen erkennen, dass gesunde Ernährung keineswegs Verzicht bedeutet. Die Mischung aus Wissen, Spaß und Interaktivität ist perfekt abgestimmt: Von Tomatensalat über gelbe Möhren bis hin zu den beliebten Osterleckereien – alles wird ins Verhältnis gesetzt, sodass Kinder ein Gefühl für Maß, Qualität und Nährstoffbedarf entwickeln. „Ich habe gelernt, dass mein Körper nicht nur Süßes braucht, sondern auch Vitamine und Proteine, sonst läuft er nicht richtig“, flüstert Lilli ihrer Freundin zu, und beide lachen.

Der Bunten Kreis spielt eine zentrale Rolle, auch über die Kinderakademie hinaus.

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Seit Jahren unterstützt der Verein Familien in schwierigen Situationen, bietet Seelsorge, praktische Hilfe und Informationen rund um kranke Kinder. „Wir wollen nicht nur medizinisch unterstützen, sondern Kinder stark machen und Eltern entlasten“, sagt Ursula Schmidt. „Die Akademie ist ein kleines Beispiel für unsere Präventionsarbeit – Wissen früh vermitteln, damit Kinder selbstbewusst und gesund aufwachsen.“

Zwischen den Lerneinheiten dürfen die Kinder Fragen stellen, Experimente beobachten und selbst ausprobieren, was sie über Ernährung und Körperfunktionen gelernt haben. Es wird gelacht, gestaunt, diskutiert und manchmal auch geseufzt, wenn man erkennt, wie viel Zucker in manchen Lebensmitteln steckt. Die Mischung aus Fachwissen, Humor und Interaktion macht den Tag zu einem besonderen Erlebnis.

Fazit:

Die Medizinische Kinderakademie „Dr. Kiebitz“ ist weit mehr als ein spannender Ferientag für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren – sie ist eine kleine Expedition in die Welt des eigenen Körpers, voller Aha-Momente, Spaß und Wissen. Über hundert Kinder haben heute in Augsburg gelernt, wie Ernährung funktioniert, warum Abwechslung wichtig ist und wie sie selbst Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen können. Mit Hilfe von Ärztinnen, Ernährungswissenschaftlern und dem Bunten Kreis werden die Kinder spielerisch Experten für sich selbst. Ursula Schmidt bringt es auf den Punkt: „Es geht nicht um Verbote, es geht darum, bewusst zu machen, wie wir unseren Körper versorgen. Wer das früh lernt, kann später gesünder und selbstbewusster durchs Leben gehen.“

Für Eltern bedeutet das: Die Kinderakademie bietet eine seltene Gelegenheit, Wissen und Freude zu kombinieren. Für Kinder: Ein Tag voller Staunen, Lernen und Überraschungen – mit Lerneffekten, die weit über den Hörsaal hinaus wirken. Wer die Kinderakademie erlebt, versteht schnell: Hier werden kleine Körperforscherinnen und -forscher zu großen Experten ihres eigenen Lebens.