Kolumne „See Mannsgarn“ Das ÜberLeben im Alltag

Schönwörterey

Moin Du Rabauke, Leinen los zu „Seemannsgarn“ – Vol. 35!

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Steffi Steinbach, Persönliche Mentorin mit Hingabe, Mama, SchriftstellerinBild: Steffi Steinbach
Offensichtlich verhalte ich mich gerade so, als würde jeden Moment der Zug vor meiner Haustür abfahren, der mein Überleben sichert…

Oder wieso räume ich den Geschirrspüler mit einem derartigem Tempo ein, als würde jemand mit kritisch hochgezogener Augenbraue und Stoppuhr in der Hand meine Zeit dabei messen? 

Wieso bediene ich den Staubsauger so, als hätte ich nur noch wenige Sekunden zu leben?

Wieso lege ich die Wäsche „nur mal eben kurz“ zusammen?

Fahre die Kids „nur mal schnell“ wohin..?

Wieso esse ich und mache dabei andere Dinge – so dass ich weder beim Essen noch bei den anderen Dingen bin?

Wieso trinke ich Kaffee, damit ich die Anzeichen von Müdigkeit überdecken kann um durchzuhalten? Um meinen Körper „am Laufen“ zu halten? Um weiterhin zu funktionieren, obwohl alles in mir schreit:

Pause! Halt an! Atme!

Wieso verhalten wir uns so, als würde es irgendwo brennen und wir müssen vorher noch alles regeln?

Vielleicht findest Du Dich in diesen Sätzen wieder. Vielleicht in einem. Vielleicht in allen.

Ich habe mich gefragt: Wieso verhalten wir uns oft so, als würden wir in unserem Alltag ums Überleben kämpfen? Als müssten wir ALLES in jede Sekunde des Tages quetschen, die Zeit auswringen, uns hineinpressen in Minuten, Stunden, Wochen. Und dabei immer noch das Gefühl zu haben, dass sie nicht ausreicht. Das 24 Stunden zu wenig sind.

Und während ich das hier schreibe, klopft mein Herz, weil das, was ich Dir jetzt schreiben werde, so wichtig ist zu lesen:

Stop. Jetzt. Atme. Mach das mal wirklich. Du wirst sehen, dass es einen Unterschied macht. Spüre Deine Füße. Achte auf Deinen Atem. So. Und jetzt hör auf zu lesen. Und sieh Dich um. 

[Umsehen – nicht lesen]. Mach mit – tu Dir den Gefallen, vertrau mir.

Und? Siehst Du ein Feuer? Oder einen Zug, den Du verpassen könntest? Siehst Du eine Dringlichkeit – jetzt gerade? Oder befindet sich diese Dringlichkeit nur in Deinem Kopf? Etwas in Dir, das sagt:

„Ich muss noch.. | Ich sollte…“. – Nein, du wundervoller Mensch.

Du musst gar nichts. Oder elegant formuliert:

„Einen Scheiß müssen wir.“

Gerade die reiferen Generationen zucken jetzt vielleicht kurz bei meiner gewählten Wortwahl, doch erachte ich diese als äußerst notwendig, damit wir uns alle (von 0-99 Jahre und darüber hinaus) bewusst machen, dass uns nichts und niemand – ich wiederhole: NICHTS & NIEMAND das Gefühl geben kann, etwas zu müssen. Es sei denn, wir erlauben es. Es sei denn, wir geben unser „GO!“ dafür.

Frag Dich also hier und jetzt:

Was glaubst Du zu müssen? Und musst Du das wirklich? Und wenn ja: Wer sagt das? Wer?

Ich bin gespannt, wie Du diese Fragen für Dich beantworten kannst. Und was es für Dich heute für einen Unterschied macht diese Dringlichkeit aus Deinem Handeln zu nehmen, durchzuatmen, eine Portion Konfetti in die Luft zu werfen und Dir selbst zu versichern: 

Ich darf. Einen scheiß muss ich 

In unbändiger Zuversicht,

Deine Steffi

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