Local Hero Norbert Sailer

"Ich habe die Welt des Kaffees zu meiner gemacht"

Norbert und Birgitt Sailer sind leidenschaftliche Kaffeetrinker. Aus ihrer Leidenschaft für die aromatischen Kaffeebohnen haben die beiden vor rund 20 Jahren ein Geschäft gemacht. Heute führen die „Kaffee-Pioniere von 1998“ die Firma Basoni Kaffee – einen Kaffeegroßhandel mit angeschlossener Kaffeerösterei und bieten zertifizierte Barista-Schulungen an. Beide schwören auf Qualität und legen Wert auf fair gehandelten Kaffee. TRENDYone traf das Ehepaar Sailer in ihrem Firmensitz in Waltenhofen zum Interview.

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Bild: Basoni Kaffee
Herr Sailer, wie kam Ihre persönliche Verbindung zur Kaffeebohne zustande und welchen beruflichen Werdegang hatten Sie bis dato absolviert?
Norbert Sailer: Eigentlich war es am Anfang ein Zufall. Gemeinsam mit einem Freund hatte ich den Wunsch, eine alte APE 50 von Piaggio zu kaufen und diese mit einer Espressomaschine auszustatten. Grundsätzlich wollten wir mit unserer mobilen Kaffeebar nur bei Grillpartys in unserem privaten Umfeld auftauchen. Da sich der Umbau der APE aber schwieriger gestaltete als gedacht, half uns ein Wohnmobilhändler aus. Nach dem erfolgreichen Umbau unserer APE lud uns dieser zu seiner Frühjahrsausstellung ein. Unser Auftritt dort als Kaffee Caterer war so erfolgreich, dass wir direkt für die nächsten Wochenenden ausgebucht waren. Einige Jahre später kündigte ich meinen Job und machte die Welt des Kaffees zu meiner.

Was unterscheidet Ihrer Meinung nach einen guten Kaffee von einem schlechten?
Das hängt von vielen Faktoren ab. Sicherlich liefert der industriell gefertigte Kaffee zu Dumpingpreisen nicht die beste Qualität. Kleinere Röstereien, die selbst darüber Auskunft geben können, welcher Rohkaffee verarbeitet wurde, bieten doch die - wenn auch teurere - hochwertigere Ware an. Dabei spielen zuvor alle Stufen der Wertschöpfungskette des Kaffees eine gewichtige Rolle. Wurde der Kaffeeanbau vor Ort fair entlohnt? Wie steht es um die Fermentierung, die Trocknung und wie wurde der Kaffee verpackt? 

Wie viele Caffés betreiben Sie heute und wo können Kunden diese finden?
In Waltenhofen (nahe Kempten) befindet sich unser Verwaltungssitz. Hier vor Ort wird unser Spitzenkaffee von Hand geröstet, hier führen wir Kaffeeschulungen durch, lagern unsere sortenreinen Kaffees und steuern zudem von hier unsere europaweiten Events. In Kempten selbst betreiben wir seit 2008 das Caffe Roma. Das Caffe Lucca in Füssen und das Caffe Torino in Marktoberdorf werden als Lizenz-Kaffees selbstständig von unseren Partnern geführt.

Auf welche Entwicklungen und Veränderungen während Ihrer Zeit als Geschäftsführer sind Sie besonders stolz? 
Es ist nicht einfach zu sagen, was mich speziell stolz gemacht hat. Die Firma hat sich seit ihren Gründungstagen vor 20 Jahren von einer Garagenfirma hin zu einem soliden mittelständischen Unternehmen entwickelt, das 25 Mitarbeiter beschäftigt. Heute bewirten wir europaweit Events, unser Großhandel für Kaffee und Zubehör läuft sehr gut und unsere Kaffeeschulungen erfreuen sich großer Beliebtheit. In diesem Sektor werden wir zeitnah stark investieren. Mir persönlich als leidenschaftlicher Kaffeetrinker liegt natürlich die eigene Kaffeerösterei am Herzen.

Woher beziehen Sie ihre Kaffeebohnen und welche Faktoren spielen für Sie z.B. beim Transport eine große Rolle?
Wir beziehen unsere Rohkaffees über spezielle Rohkaffeeimporteure, die u.a. in Hamburg oder Wien ansässig sind. Am schönsten aber ist es, wenn wir unserer Kaffeelieferanten direkt vor Ort besuchen und uns von der Güte des Rohkaffees selbst überzeugen können. Dabei schauen wir immer auch auf die vorherrschenden Arbeitsbedingungen. Wir wollen, dass die Bauern einen fairen Preis erhalten. Beim Transport achten wir darauf, dass unser Kaffee gut geschützt ist. Hierfür investieren wir schon einmal in robustere „GrainPro“ Säcke, die den Kaffee besser schützen.

Was macht Ihnen an Ihrer täglichen Arbeit besonders viel Spaß?
Mit Kaffee verbinden wir Menschen schöne Dinge - Genuss, Entspannung, Zwischenmenschliches. Wenn Kaffee zum Geschäft wird, braucht es dazu noch ein motiviertes und freundliches Team. Bei uns arbeitet jeder gern. Das spüren die Kunden und kommen deshalb gern zu uns.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Meine Frau und ich sind Naturliebhaber und Genussmenschen. Wir halten uns deshalb häufig in der Natur auf, radeln und reisen gern. Wir lieben gutes Essen, gerne auch selbst frisch zubereitet.

Haben Sie aktuell einen persönlichen Kaffee-Favoriten aus Ihrem Sortiment?
Ja, momentan empfehle wir einen sortenreinen Kaffee aus Peru, den wir als „AllgäuKaffee“ anbieten. Dieser eignet sich hervorragend als Kaffee oder als leicht fruchtiger Espresso. Diesen Kaffee zeichnet ein angenehm langer Nachgeschmack mit einer Note von dunkler Schokolade und etwas Karamell aus.