Mehr Zeit für Pflege: Altenhilfe Augsburg führt Sprachdokumentation ein - Zum Tag der Pflege setzt die Altenhilfe der Stadt Augsburg auf digitale Entlastung im Arbeitsalltag

cropped-1778678232-26_05_11_sprachdokum-kragen-voize
Bild: KOPF & KRAGEN, voize
Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am Dienstag, 12. Mai richtet die städtische Altenhilfe den Blick auf eine der größten Herausforderungen im Pflegealltag: die Dokumentation. In den beiden Seniorenzentren Servatius und Seniorenzentrum Lechrain ist Ende April eine digitale Sprachdokumentation in der Pflege eingeführt worden. Pflegekräfte können jetzt per Handy Informationen zum Gesundheitszustand, Vitalwerte, durchgeführte Pflegemaßnahmen, Ess- und Trinkverhalten oder besondere Beobachtungen erfassen und diese unmittelbar zeitnah eingeben. Die per Sprache eingesprochenen Informationen werden strukturiert verarbeitet und in die bestehende digitale Dokumentation der Altenhilfe integriert.

Pflegereferent Schenkelberg: „Wir müssen das Pflegepersonal entlasten“

„Das Rückgrat guter Pflege sind die Menschen, die diese Aufgabe mit hoher Einsatzbereitschaft und Einfühlungsvermögen übernehmen. Unser Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal durch den Abbau von Bürokratie und die Digitalisierung zu verbessern. Dann bleibt mehr wertvolle Zeit für die Pflege am Menschen und persönliche Zuwendung“, erklärt Martin Schenkelberg, Referent für Gesundheit, Pflege, Integration und Gesellschaft.

Spürbare Entlastung im Arbeitsalltag

Erste Erfahrungen aus den Senioreneinrichtungen zeigen eine deutliche Veränderung im Arbeitsalltag: Pro Schicht können laut aktueller Untersuchungen des Kompetenzzentrums Digitalisierung und Pflege mit Sitz in Bonn zwischen 18 und 60 Minuten Zeit eingespart werden. Handschriftliche Notizen entfallen ebenso wie Laufwege zu den PC-Arbeitsplätzen. Ein Vorteil ist zudem, dass wichtige Informationen dem gesamten Team unmittelbar zur Verfügung stehen und jederzeit für alle abrufbar sind. Arbeitsabläufe in der Pflege einer Senioreneinrichtung werden dadurch übersichtlicher und effizienter.
Davon profitieren auch die Bewohnerinnen und Bewohner direkt: Pflegekräfte haben mehr Zeit für persönliche Zuwendung, können schneller auf Veränderungen reagieren und alle Informationen sind auch unterwegs in der Einrichtung jederzeit verfügbar.

Mehr Zeit für das Wesentliche

„Wir wollen die Rahmenbedingungen für gute Pflege aktiv verbessern.
Anzeige
Wenn es uns gelingt, den Dokumentationsaufwand zu reduzieren, gewinnen unsere Mitarbeitenden Zeit für die Menschen, die sie begleiten“, sagt Werkleiter Kristian Greite. Auch aus fachlicher Sicht steht der Nutzen im Vordergrund: „Digitale Lösungen müssen im Alltag wirklich helfen. Entscheidend ist, dass sie sich in bestehende Software-Systeme integrieren und die Arbeit tatsächlich erleichtern. Genau das erreichen wir mit der Sprachdokumentation“, ergänzt die Digitalisierungsbeauftragte der Altenhilfe, Anna Feldschmid.

Digitalisierung als Gesamtstrategie

Die Einführung erfolgt im Rahmen der langfristig angelegten Digitalisierungsstrategie der Altenhilfe der Stadt Augsburg. Ziel ist es, Arbeitsabläufe nachhaltig zu verbessern und Pflegekräfte gezielt zu unterstützen. Die Integration in bestehende Dokumentationssysteme wurde im Vorfeld intensiv vorbereitet. Technische Voraussetzungen wie der Ausbau einer stabilen WLAN- Abdeckung in allen Räumlichkeiten einer Senioreneinrichtung sowie Schulungen der Mitarbeitenden tragen dazu bei, die Einführung datenschutzrechtlich sicher und praxisnah umzusetzen.
Mit der Sprachdokumentation geht die Altenhilfe einen weiteren Schritt, um Pflege zukunftsfähig zu gestalten – mit einem klaren Fokus auf Qualität, Effizienz und Menschlichkeit.