Neubau des Universitätsklinikums: Bürger informieren sich über nächste Planungsschritte
Stadt Augsburg stellt Bauleitplanung vor – Großprojekt mit vielen Fragen und langen Zeithorizonten
Der geplante Neubau des Universitätsklinikum Augsburg ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Region – entsprechend groß ist das öffentliche Interesse. Bei einer Informationsveranstaltung am 23. März im Augustanasaal stellte die Stadt Augsburg den aktuellen Stand der Bauleitplanung vor und gab einen Ausblick auf die nächsten Schritte im Verfahren. Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, Fragen zu stellen und ihre Anliegen einzubringen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die geplante Bauleitplanung für den Neubau des Universitätsklinikums. Hintergrund ist, dass das bestehende Hauptgebäude aus dem Jahr 1982 nach über 40 Jahren Betrieb am Ende seines technischen Lebenszyklus angekommen ist und langfristig ersetzt werden muss.
Bereits 2023 fiel daher auf Grundlage eines Ministerratsbeschlusses die Entscheidung für einen Neubau. Eine Sanierung im laufenden Betrieb wurde nach intensiver Prüfung als nicht realisierbar bewertet – unter anderem, weil sie massive Einschränkungen des Klinikbetriebs zur Folge hätte.
Ziel des Projekts ist es, die medizinische Versorgung in der Region dauerhaft zu sichern und gleichzeitig moderne Strukturen für Forschung, Lehre und Patientenversorgung zu schaffen. Der Neubau soll parallel zum laufenden Klinikbetrieb entstehen, die bestehenden Gebäude werden nach Inbetriebnahme schrittweise zurückgebaut.
Als bevorzugter Standort gilt ein westlich gelegenes Baufeld auf dem Klinikareal im Stadtteil Kriegshaber. Diese Entscheidung wurde im Juli 2024 von einem Lenkungsausschuss getroffen, in dem neben dem Freistaat Bayern auch die Stadt Augsburg und weitere beteiligte Institutionen vertreten sind. Ausschlaggebend waren unter anderem Vorteile bei Zeit, Kosten und baulicher Umsetzung.
Allerdings bringt diese Standortwahl auch Eingriffe mit sich: So würde unter anderem der bisherige Patientengarten überplant werden. Bestehende Grün- und Erholungsflächen müssten in diesem Fall an anderer Stelle ausgeglichen werden – ein Punkt, der auch im Publikum kritisch angesprochen wurde.
Durch den Abend führte unter anderem Alexander Spanjardt vom Stadtplanungsamt, Referat für Stadtentwicklung, Planung und Bauen, der die planerischen Grundlagen erläuterte und den aktuellen Verfahrensstand einordnete.
Deutlich wurde dabei auch die Komplexität des Projekts. Neben städtebaulichen Fragen spielen Themen wie Verkehrsanbindung, Immissionsschutz, Natur- und Artenschutz sowie die Einbindung in das bestehende Klinikareal eine zentrale Rolle. Entsprechende Gutachten und Untersuchungen laufen bereits und werden weiter vertieft.
Auch der zeitliche Rahmen wurde skizziert: Für die Bauleitplanung wird derzeit ein Zeitraum bis etwa Mitte 2028 angesetzt. Parallel dazu soll ein Architektenwettbewerb die Grundlage für die konkrete Gestaltung des Klinikneubaus schaffen.
Im Publikum zeigte sich ein gemischtes Stimmungsbild. Während einige Bürgerinnen und Bürger die Notwendigkeit eines Neubaus unterstrichen, äußerten andere Bedenken – insbesondere im Hinblick auf Umweltaspekte, Verkehrsbelastung und die Auswirkungen auf das Umfeld.
Konkrete Antworten blieben an diesem Abend naturgemäß in vielen Punkten noch offen – ein Umstand, der in dieser frühen Phase des Planungsprozesses nicht ungewöhnlich ist.
Die Stadt verwies daher auf die anstehende frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung. Vom 30. März bis 8. Mai 2026 können die Planunterlagen online sowie im Stadtplanungsamt eingesehen und Stellungnahmen abgegeben werden.
Fazit
Die Veranstaltung machte deutlich: Der Neubau des Universitätsklinikum Augsburg ist ein langfristiges Großprojekt mit hoher Priorität, das die Stadt Augsburg über viele Jahre begleiten wird.
Auch wenn an diesem Abend noch keine abschließenden Antworten auf alle Fragen gegeben werden konnten, wurde der aktuelle Planungsstand transparent dargestellt und der weitere Prozess erläutert.
Für Bürgerinnen und Bürger bietet sich nun die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen und die Entwicklung des Projekts im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung mitzugestalten.
















