Playoff-Aus vor voller Arena: Emotionaler Abschied für Ulms Basketball-Architekt Thorsten Leibenath

Ratiopharm Ulm verliert auch das dritte Viertelfinalspiel gegen Bamberg – Fans sorgen trotz Saisonende für Gänsehaut-Momente in der ausverkauften Arena

Die Saison von Ratiopharm Ulm ist beendet – und mit ihr ging am Samstag auch eine Ära zu Ende. Vor ausverkauftem Haus unterlagen die Uuulmer den BMA365 Bamberg Baskets im dritten Viertelfinalspiel mit 87:96 und verloren damit die Serie glatt mit 0:3. Doch trotz des bitteren Playoff-Aus überwogen nach der Schlusssirene nicht Enttäuschung und Frust, sondern Emotionen, Dankbarkeit und minutenlange Standing Ovations für einen Mann, der den Verein über anderthalb Jahrzehnte geprägt hat: Thorsten Leibenath.

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Bild: TRENDYone
Schon vor dem Tip-off war die Atmosphäre in der restlos gefüllten ratiopharm arena besonders. Die Fans peitschten ihre Mannschaft lautstark nach vorne, in Orange gekleidet und voller Hoffnung auf das sportliche Wunder. Ulm kämpfte leidenschaftlich, hielt die Partie lange offen und zeigte vor allem offensiv immer wieder seine Qualität. Doch Bamberg präsentierte sich in den entscheidenden Phasen abgeklärter, traf wichtige Würfe und nutzte kleine Fehler der Gastgeber konsequent aus. Mit zunehmender Spielzeit wurde klar: Die Saison der Uuulmer würde an diesem Nachmittag enden. 

Trotz der Niederlage feierten die Zuschauer ihre Mannschaft nach dem Schlusspfiff minutenlang. Die Fans wussten, dass dieser Nachmittag weit mehr war als nur das Ende einer Playoff-Serie. Es war zugleich der Abschied eines der wichtigsten Gesichter der jüngeren Vereinsgeschichte. Bereits vor wenigen Wochen hatte der Klub bekanntgegeben, dass Thorsten Leibenath den OrangeCampus nach insgesamt 15 Jahren verlassen wird. Der frühere Cheftrainer, spätere Sportdirektor und Meistermacher wechselt im Sommer in eine neue Aufgabe und hinterlässt in Ulm gewaltige Fußspuren. 

Als Leibenath nach Spielende das Mikrofon ergriff, wurde es emotional. Der langjährige Ulmer Verantwortliche rang sichtbar mit den Tränen und bedankte sich bei Fans, Spielern, Mitarbeitern und Wegbegleitern. Ulm sei für ihn „ein Zuhause geworden“, erklärte er in Richtung der Fans, die ihn mit Sprechchören feierten. Viele Zuschauer erhoben sich noch einmal von ihren Sitzen und spendeten minutenlangen Applaus – ein würdiger Abschied für den Mann, der den Klub von einem ambitionierten Bundesligisten zu einer der besten Talentschmieden Europas entwickelte. 

Unter Leibenaths Verantwortung feierte ratiopharm ulm zahlreiche sportliche Höhepunkte – von Vizemeisterschaften über internationale Auftritte bis hin zur historischen deutschen Meisterschaft 2023. Vor allem aber stand seine Zeit in Ulm für Kontinuität, mutige Nachwuchsarbeit und eine besondere Verbindung zwischen Mannschaft und Fans. Genau diese Verbundenheit war auch am Samstagabend wieder deutlich spürbar. 

So endete eine Saison, die sportlich hinter den eigenen Erwartungen blieb, mit einem Moment voller Emotionen. Die Niederlage gegen Bamberg bedeutete zwar das frühe Aus im Viertelfinale – doch gleichzeitig verabschiedete die Basketball-Stadt Ulm eine prägende Persönlichkeit mit großem Respekt und echter Dankbarkeit.