Vergangenheit zum Greifen nah – EPOCI® Augsburg macht Geschichte lebendig

Neue AR-App erweitert das historische Augsburg um fünf faszinierende Zeitfenster – und zeigt eindrucksvoll, wie Digitalisierung Kultur erlebbar macht.

Es gibt Pressetermine, bei denen nicht nur das vorgestellte Projekt in Erinnerung bleibt, sondern auch die Atmosphäre. Die Präsentation der neuen Stationen von EPOCI® Augsburg an der idyllischen Kahnfahrt gehörte genau dazu. Zwischen liebevoll gedeckten Tischen und entspannter Sommerstimmung entstand schnell der Eindruck, nicht an einer klassischen Produktvorstellung teilzunehmen, sondern an einem Treffen von Menschen, die gemeinsam etwas geschaffen haben, auf das sie mit Recht stolz sind. Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und echtes Engagement waren während des Nachmittags deutlich spürbar. Genau diese besondere Stimmung passte hervorragend zu einem Projekt, das Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet. Denn mit EPOCI® Augsburg wird Geschichte nicht nur erzählt, sondern sichtbar gemacht. Wer sein Smartphone hebt, blickt plötzlich auf Bauwerke, die seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten aus dem Stadtbild verschwunden sind. Wir haben die App direkt vor Ort selbst ausprobiert – am Unteren St.-Jakobs-Wasserturm, nur wenige Schritte von der Kahnfahrt entfernt – und waren überrascht, wie intuitiv die Anwendung funktioniert und wie beeindruckend die digitalen Rekonstruktionen wirken.

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Sommerliche Atmosphäre an der Kahnfahrt: Bei der Präsentation von EPOCI® Augsburg wurde deutlich, wie viel Leidenschaft und Teamgeist hinter dem innovativen Kulturprojekt...Bild: Nina Königs
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Sommerliche Atmosphäre an der Kahnfahrt: Bei der Präsentation von EPOCI® Augsburg wurde deutlich, wie viel Leidenschaft und Teamgeist hinter dem innovativen Kulturprojekt...
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Sommerliche Atmosphäre an der Kahnfahrt: Bei der Präsentation von EPOCI® Augsburg wurde deutlich, wie viel Leidenschaft und Teamgeist hinter dem innovativen Kulturprojekt...
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Geschichte wird sichtbar: Mit der EPOCI®-App erscheinen verschwundene Bauwerke als beeindruckende 3D-Rekonstruktionen direkt an ihrem ursprünglichen Standort.
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Die neuen Stationen laden Einheimische und Gäste gleichermaßen dazu ein, Augsburg mit völlig neuen Augen zu entdecken.
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Die neuen Stationen laden Einheimische und Gäste gleichermaßen dazu ein, Augsburg mit völlig neuen Augen zu entdecken.
Wer heute durch Augsburg spaziert, bewegt sich durch eine Stadt, deren Geschichte an nahezu jeder Straßenecke verborgen liegt. Als freie Reichsstadt entwickelte sich Augsburg über Jahrhunderte zu einer der bedeutendsten Handels- und Kulturmetropolen Europas. Kaufleute handelten weit über die Landesgrenzen hinaus, bedeutende Baumeister wie Elias Holl prägten das Stadtbild und technische Innovationen – allen voran das bis heute einzigartige Wassermanagement – machten Augsburg zu einer Stadt, die ihrer Zeit vielfach voraus war. Vieles davon ist jedoch im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen. Kriegszerstörungen, Abrisse und tiefgreifende Veränderungen des Stadtbildes ließen zahlreiche Gebäude verschwinden. Genau diese Lücken schließt EPOCI® Augsburg – nicht mit Fantasie, sondern auf Basis historischer Quellen, wissenschaftlicher Recherchen, Archivmaterialien, alter Stiche und Modelle, die gemeinsam mit modernster 3D-Technologie zu beeindruckenden digitalen Rekonstruktionen verarbeitet wurden.

Mit der jetzt veröffentlichten Erweiterung wächst die App um fünf neue Stationen und eröffnet damit weitere Fenster in Augsburgs Vergangenheit. Besucherinnen und Besucher können künftig das Siegelhaus mit seinem angrenzenden Weinstadel in der heutigen Maximilianstraße erleben – ein prächtiges Bauwerk von Elias Holl, das bis ins 19. Jahrhundert das Stadtbild prägte. Hinzu kommen der ehemalige Salzstadel am heutigen Ulrichsplatz, der Alte Einlass am heutigen Staatstheater, ein eigens für Kaiser Maximilian I. errichtetes Nachttor, der Fünfgratturm als Teil der historischen Stadtbefestigung sowie der Untere St.-Jakobs-Wasserturm in unmittelbarer Nähe der Kahnfahrt. Gerade diese Station verbindet die App auf eindrucksvolle Weise mit dem UNESCO-Welterbe „Wassermanagement-System Augsburg“. Hier wird sichtbar, wie ausgeklügelt die historische Wasserhebetechnik bereits vor Jahrhunderten funktionierte und warum Augsburg in diesem Bereich bis heute international als Vorbild gilt.

Bereits zum Start der Anwendung konnten Nutzerinnen und Nutzer das Barfüßertor, das Gögginger Tor sowie die historischen Fresken am Fuggerstadtpalast entdecken. Letztere wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz und umfangreicher historischer Forschung rekonstruiert und zeigen eindrucksvoll, wie moderne Technologien heute dabei helfen können, verlorene Kunstwerke wieder sichtbar zu machen. Mit jeder neuen Station wächst nicht nur der Umfang der App, sondern auch das Verständnis dafür, wie eng Architektur, Wirtschaft, Kultur und Technik die Entwicklung Augsburgs geprägt haben.

Besonders gelungen ist dabei die Art der Wissensvermittlung. Die App beschränkt sich nicht auf spektakuläre 3D-Ansichten historischer Gebäude. Sie beantwortet vielmehr genau jene Fragen, die man sich beim Spaziergang durch Augsburg immer wieder stellt. Warum ist die Maximilianstraße außergewöhnlich breit? Weshalb befindet sich der Herkulesbrunnen genau an seinem heutigen Standort? Welche Bedeutung hatte der Salzhandel für die Stadt? Wie funktionierte das Wassersystem, das Augsburg weltberühmt machte? Und weshalb entwickelte sich ausgerechnet hier eine Handelsmetropole von europäischem Rang? Aus diesen Fragen entstehen Geschichten, die Vergangenheit verständlich machen und zeigen, wie eng unsere heutige Stadt noch immer mit ihrer Geschichte verbunden ist.

Wir haben die App direkt nach der Präsentation selbst ausprobiert – am Unteren St.-Jakobs-Wasserturm. Bereits nach wenigen Sekunden stand das historische Bauwerk virtuell wieder an seinem ursprünglichen Platz. Die Bedienung ist angenehm unkompliziert, die Augmented-Reality-Darstellungen wirken erstaunlich präzise und fügen sich harmonisch in das heutige Stadtbild ein. Dabei überzeugt nicht nur die Technik, sondern vor allem das Gesamterlebnis. Ergänzende Texte, Bilder und Audiobeiträge ermöglichen es, sich sowohl vor Ort als auch später zu Hause intensiver mit den einzelnen Stationen zu beschäftigen. Die Anwendung begleitet ihre Nutzer also weit über den eigentlichen Spaziergang hinaus und macht Geschichte jederzeit erneut zugänglich.

Während der Präsentation fiel immer wieder ein Satz, der die Idee hinter dem Projekt treffend beschreibt.
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Das Smartphone wurde augenzwinkernd als das „Kuckkästle“ bezeichnet, das heute praktisch jeder ständig bei sich trägt. Genau dieses kleine Fenster in der Hosentasche wird mit EPOCI® Augsburg zu einem Fenster in die Vergangenheit. Statt ausschließlich Nachrichten zu lesen oder Fotos aufzunehmen, eröffnet das Smartphone plötzlich den Blick auf Bauwerke, die seit Jahrhunderten nicht mehr existieren. Digitalisierung wird hier nicht zum Selbstzweck, sondern zu einem Werkzeug, das Wissen vermittelt, Neugier weckt und Geschichte unmittelbar erlebbar macht.

Mindestens ebenso beeindruckend wie die technische Umsetzung war jedoch das Miteinander, das während der Veranstaltung spürbar wurde. Immer wieder wurden Unterstützer, Förderer und Kooperationspartner ausdrücklich gewürdigt. Die Dankesworte wirkten ehrlich und machten deutlich, dass ein Projekt dieser Größenordnung nur durch das Zusammenspiel vieler Beteiligter entstehen kann. Historische Forschung, touristische Entwicklung, kreative Gestaltung, Softwareentwicklung und öffentliche Förderung greifen hier ineinander. Man spürte, dass gegenseitige Wertschätzung nicht nur ausgesprochen, sondern tatsächlich gelebt wird. Genau dieses partnerschaftliche Arbeiten verleiht EPOCI® Augsburg seine besondere Qualität.

Die Umsetzung wurde durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat im Rahmen des Förderprogramms „HEIMAT DIGITAL REGIONAL“ ermöglicht. Gleichzeitig versteht die Regio Augsburg Tourismus GmbH die App als wichtigen Impuls für die Zukunft der Innenstadt. Während sich Innenstädte vielerorts im Wandel befinden, entstehen mit Projekten wie EPOCI® neue Gründe, die Stadt bewusst zu Fuß zu entdecken, länger zu verweilen und sich intensiver mit ihrer Geschichte auseinanderzusetzen. Die Anwendung richtet sich dabei bewusst nicht nur an Touristinnen und Touristen. Gerade Einheimische erleben vertraute Orte völlig neu und entdecken Zusammenhänge, die im Alltag häufig verborgen bleiben. Damit wird die App gleichermaßen zum digitalen Stadtführer, Geschichtsvermittler und kulturellen Erlebnisangebot für Erwachsene, Kinder, Familien und Schulklassen.

Passend dazu besteht auch eine enge Verbindung zu den Augsburger Museen. Sollte das Wetter eine Präsentation im Freien nicht zulassen, war als Ausweichort das Fugger und Welser Erlebnismuseum vorgesehen – ein Ort, der wie kaum ein anderer die Geschichte Augsburgs als europäische Handelsmetropole vermittelt. Diese Verbindung macht deutlich, dass EPOCI® bestehende Kulturangebote nicht ersetzt, sondern sinnvoll ergänzt. Museum, Stadtrundgang und digitale Anwendungen greifen ineinander und eröffnen gemeinsam einen zeitgemäßen Zugang zur Geschichte.

Die Entwicklung ist dabei längst nicht abgeschlossen. Bereits im Spätsommer sollen thematische Rundgänge die einzelnen Stationen miteinander verknüpfen und neue Perspektiven auf die Stadt eröffnen. Darüber hinaus lädt die Regio Augsburg Tourismus GmbH weitere Förderer dazu ein, die kontinuierliche Weiterentwicklung des Projekts zu unterstützen. Ziel ist es, das digitale Abbild der Stadt Schritt für Schritt wachsen zu lassen und noch mehr historische Orte wieder sichtbar zu machen.

Dass dieses innovative Konzept bereits für den Deutschen Tourismuspreis eingereicht wurde, unterstreicht den Anspruch des Projekts. Nach unserem Eindruck besitzt EPOCI® Augsburg das Potenzial, weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die App zeigt beispielhaft, wie sich kulturelles Erbe, wissenschaftliche Recherche und moderne Technologie zu einem Erlebnis verbinden lassen, das gleichermaßen informiert, begeistert und zum Entdecken einlädt. Sie macht Vergangenheit sichtbar, ohne den Blick auf die Zukunft zu verlieren – und genau darin liegt ihre besondere Stärke.