Augsburger Plärrer zieht positive Halbzeitbilanz: Weniger Gewalt, stabile Besucherzahlen und 50 Jahre Leopardenspur
Zur Halbzeit des Herbstplärrers 2026 fällt die Bilanz der Verantwortlichen überwiegend positiv aus. Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Schausteller und Stadt berichten von einer insgesamt ruhigen und friedlichen ersten Festwoche. Ein besonderer Höhepunkt der Halbzeit-Pressekonferenz war das 50-jährige Jubiläum der „Leopardenspur“.
Besonders zufrieden zeigte sich die Polizei mit der Sicherheitslage. Bis zur Halbzeit wurden elf Körperverletzungsdelikte registriert. Im vergangenen Jahr waren es im vergleichbaren Zeitraum noch 31 Fälle.
Auch bei anderen Straftaten sei die Entwicklung überwiegend positiv. Insgesamt habe sich die Zahl der Vorfälle deutlich reduziert. Eine Ausnahme bilden sexuelle Belästigungen: Hier wurden bislang vier Fälle registriert, während im Vorjahr zwei Fälle gemeldet worden waren.
Die Polizei betonte zugleich, dass bei entsprechenden Vorfällen konsequent eingeschritten werde. Personen würden identifiziert, angezeigt und gegebenenfalls des Platzes verwiesen.
Darüber hinaus berichtete die Polizei von einzelnen Diebstählen, darunter dem Versuch, Dekorations-Blumentöpfe vom Festgelände zu entwenden. In einem anderen Fall konnte eine mutmaßlich gestohlene Handtasche mithilfe ihrer Ortungsfunktion wieder aufgefunden werden. Die Ermittlungen zu möglichen Tatverdächtigen laufen.
Rotes Kreuz: Viel Arbeit, aber keine größeren Einsätze
Auch das Bayerische Rote Kreuz zieht eine positive Zwischenbilanz. Die Einsatzkräfte waren regelmäßig auf dem Gelände unterwegs und wurden von den Besucherinnen und Besuchern gut angenommen.
Zu den Einsätzen gehörten unter anderem Fälle nach übermäßigem Alkoholkonsum, kleinere Verletzungen und medizinische Hilfeleistungen. Größere Einsatzlagen blieben nach Angaben des Roten Kreuzes bislang aus.
Die Einsatzkräfte seien zudem froh darüber, dass viele Besucher aktiv das Gespräch suchten. Das werde gerade von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern als Zeichen der Wertschätzung wahrgenommen.
Schausteller zufrieden: „Ein Stück Normalität“
Auch aus Sicht des Schaustellerverbands fällt die Zwischenbilanz positiv aus. Von einem Besucherrekord könne zwar nicht gesprochen werden, dennoch sei das Festgelände täglich gut besucht.
Vor allem die ruhige Atmosphäre und das gute Wetter hätten für eine positive Stimmung gesorgt. Die Schausteller beobachteten viele Familien auf dem Gelände und erhielten überwiegend positives Feedback.
Der Plärrer biete den Menschen gerade angesichts der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage ein Stück Normalität und Ausgleich, hieß es bei der Pressekonferenz.
Auch bei den Preisen blieb es in diesem Jahr stabil. Nach Angaben der Schausteller wurden die Fahrpreise nicht erhöht.
50 Jahre Leopardenspur
Einen besonderen Grund zum Feiern gibt es in diesem Jahr bei einem der bekanntesten Plärrer-Klassiker: Die Leopardenspur feiert ihr 50-jähriges Jubiläum.
Das Fahrgeschäft wurde 1974 gebaut und feierte seine Premiere in Neu-Ulm. Seit 1976 gehört die Leopardenspur zum Augsburger Plärrer. Über vier Jahrzehnte wurde das Fahrgeschäft von Michael und Waltraud Heindel betrieben. 2019 übernahm die Familie Zinniker das Geschäft und führt die Tradition seitdem fort.
Besonders eng ist die Geschichte der Leopardenspur mit der Familie Heindel verbunden: Michael und Waltraud Heindel lernten sich einst sogar an der Kasse des Fahrgeschäfts kennen.
Zum Jubiläum würdigte die Stadt die lange Verbundenheit der Leopardenspur mit dem Augsburger Plärrer. Eine Urkunde wurde an die Betreiber überreicht.
Auch die Schausteller selbst wollen das Jubiläum nutzen, um etwas zurückzugeben. Einnahmen aus einer Jubiläumsaktion sollen einem wohltätigen Zweck zugutekommen. Der offizielle Plärrer-Kalender kündigt für den 7. September einen Jubiläumsfahrpreis sowie den Verkauf limitierter Fahrchips für einen guten Zweck an.
Schausteller betonen soziales Engagement
Während der Pressekonferenz wurde außerdem das soziale Engagement der Schausteller hervorgehoben. Dazu gehören unter anderem Aktionen für Heim- und Waisenkinder sowie Angebote für Menschen mit Behinderung.
Am Plärrer gibt es beispielsweise besondere Rundgänge und Möglichkeiten, Fahrgeschäfte auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen zugänglich zu machen. Die Stadt weist ebenfalls darauf hin, dass bei der Auswahl der Fahrgeschäfte auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung geachtet wird.
Die Verantwortlichen betonten, dass viele dieser Leistungen von den Schaustellerfamilien freiwillig und teilweise seit vielen Jahren erbracht würden.
Noch eine Woche Plärrer
Für den Rest des Herbstplärrers steht noch einiges auf dem Programm. Am Montag, 7. September, wird unter anderem das 50-jährige Jubiläum der Leopardenspur gefeiert. Am Dienstag folgen ein Rundgang für Menschen mit Behinderung sowie ein Besuch für Heim- und Waisenkinder. Am Mittwoch steht ein Kinder- und Familiennachmittag mit vergünstigten Preisen auf dem Programm.
Die Verantwortlichen hoffen deshalb auf eine ebenso erfolgreiche zweite Festwoche wie die erste.
Nächstes Volksfest steht bereits bevor
Zum Abschluss der Pressekonferenz richtete die Stadt den Blick bereits auf das nächste Volksfest in Augsburg: die Lechhauser Kirchweih.
Sie findet vom 17. bis 25. Oktober auf dem Festplatz in Lechhausen statt. Geplant sind unter anderem die Eröffnung durch Oberbürgermeister Dr. Florian Freund, ein Festgottesdienst im Festzelt, ein Marktsonntag, ein Ehrenamtsabend und ein Tag der Betriebe.
Damit geht es für die Augsburger Volksfest-Szene auch nach dem Ende des Plärrers nahtlos weiter.







