Bestands- und Bedarfsanalyse in der Gesundheitsregionplus

Ergebnisse für den Landkreis Augsburg vorgestellt

Im Rahmen des zweiten Gesundheitsforums im Landkreis Augsburg stellte Jana Schlosser, Geschäftsstellenleiterin Gesundheitsregionplus im Landkreis Augsburg, gemeinsam mit Mitarbeitern des beauftragten Lehrstuhls für Epidemiologie der LMU München die Ergebnisse der Bedarfs- und Bestandsanalyse in der Gesundheitsregionplus für den Landkreis Augsburg vor.

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Bild: Julia Pietsch
Zwischen Oktober 2019 und März 2020 wurde dazu die gesund-heitliche Versorgung in der Region untersucht. Schwerpunkte wa-ren die Verfügbarkeit von ambulanten und stationären Pflegeplät-zen sowie die Versorgung durch Haus- bzw. Fachärzte. Mithilfe von Interviews mit Bürgermeistern sowie Ärzten und Experten aus dem Gesundheitsbereich zeigt die Analyse den aktuellen Versor-gungszustand auf und gibt Handlungsempfehlungen für die Zukunft.

Grundsätzlich weist die gesundheitliche Versorgung im Landkreis Augsburg eine Regel- bzw. teilweise sogar Überversorgung auf. In Bezug auf die Pflegeplätze – vor allem im ambulanten Bereich lässt sich jedoch seit einigen Jahren ein hoher Bedarf feststellen, der in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Auch die Ver-sorgung durch Hausärzte muss im Blick behalten werden, da der Altersdurchschnitt sehr hoch ist, sodass viele Praxen in den kom-menden Jahren neu besetzt werden müssen. Zudem wurde in den Interviews angegeben, dass die Versorgung psychisch Erkrankter ausgebaut werden sollte.
 
Die aus der Analyse resultierenden Handlungsempfehlungen zielen daher beispielsweise auf nie-derschwellige Hilfsangebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen, die Förderung der fachärztlichen Niederlassungen sowie der Angebote für Angehörige ab. Wichtig sind außerdem Präventionsangebote sowie die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in der Region. Im Bereich der Altenpflege sollen pflegende Angehörige besser unterstützt und die attraktiven Seiten der Pflegeberufe hervorgehoben werden. „Die vorgestellte Analyse gibt wichtige Anhaltspunkte zur aktuellen Situation im Landkreis Augsburg. Auf dieser Grundlage kann die Geschäftsstelle Gesundheitsregionplus weitere Planungen angehen, um die Gesundheitsversorgung weiter zu op-timieren“, so Landrat Martin Sailer. 

Nach der Präsentation der Ergebnisse diskutierten die Mitglieder des Gesundheitsforums ge-sundheitliche Themenfelder und legten Handlungsbedarfe fest. In den nächsten Wochen sollen neben den bereits bestehenden Arbeitsgruppen „Gesundheitsportal“ und „Pflege“ zwei weitere Arbeitsgruppen (AG) gegründet werden: AG „Psychische Gesundheit“ und AG „Hausärztliche Ver-sorgung“.