Kartellamt: Sprunghafter Anstieg der Spritpreise um neun Cent zu Jahresbeginn

Die Preise an der Zapfsäule für Benzin und Diesel sind um den Jahreswechsel sprunghaft angestiegen: Im Schnitt betrug die Preiserhöhung neun Cent pro Liter, teilte Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt am Donnerstag mit. Dies sei im Kern auf Steigerungen beim CO2-Preis und der Treibhausminderungsquote (THG-Quote) für Mineralölunternehmen zurückzuführen. Das Kartellamt werde die Preisentwicklung aber "gerade vor diesem Hintergrund" weiterhin "engmaschig" beobachten, betonte Mundt.

Der Preis pro Tonne ausgestoßenes CO2 durch die Verbrennung von Heizöl, Erdgas, Diesel und Benzin lag 2025 bei 55 Euro pro Tonne - seit Anfang dieses Jahres werden Zertifikate zu einem Preis zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO2 versteigert. Unternehmen, die dabei nicht genügend Zertifikate erhalten haben, müssen teurere Zertifikate zum Preis von 68 Euro pro Tonne nachkaufen.

Auch die THG-Quote soll den Ausstoß von CO2 im Verkehr senken. Die Mineralölunternehmen werden damit dazu verpflichtet, ihre Emissionen jedes Jahr weiter zu verringern; sie stieg laut Kartellamt von 10,6 Prozent 2025 auf nun 12,1 Prozent.

Das vergangene Tank-Jahr war laut Kartellamtspräsident Mundt günstiger als 2024. Benzin kostete im Schnitt sechs Cent, Diesel vier Cent weniger als im Vorjahr. Im vierten Quartal 2025 lag der Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 demnach bei 1,67 Euro, für einen Liter Diesel 1,61 Euro.

Mundt rief Verbraucherinnen und Verbraucher auf, Preise zu vergleichen und Ausweichoptionen zu nutzen. So würden sie den Wettbewerbsdruck erhöhen, und für Anbieter lohne es sich dann, Preisvorstöße vorzunehmen.