Forscher und Deutsche Krebshilfe wollen Potenzial der Prävention besser ausschöpfen

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)Bild: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv / Jörg Carstensen

Angesichts vieler vermeidbarer Krebsfälle wollen Experten die Möglichkeiten der Vorsorge besser ausschöpfen. "In der Prävention liegt ein riesiges Potenzial", erklärte Gerd Nettekoven, Vorsitzender der Deutschen Krebshilfe, am Dienstag in Berlin. Es gehe darum, "die Menschen zu motivieren, mit einem gesunden Lebensstil ihr persönliches Krebsrisiko zu senken". Zudem soll die Präventionsforschung stärker gebündelt werden.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Krebshilfe wollen dazu ein Nationales Krebspräventionszentrum in Heidelberg einrichten. Geplant sind auch eine Präventionsambulanz und ein Informationszentrum. Zudem sollen unter dem Dach des DKFZ in Heidelberg zielgruppengerechte Präventionsprogramme entwickelt werden. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit 25 Millionen Euro.

Die Bundesregierung hatte zu Jahresbeginn eine nationale Dekade gegen Krebs ausgerufen, um die Krebsforschung voranzutreiben und die Prävention zu stärken. Dabei wurde auch der Aufbau eines nationalen Krebspräventionszentrums vereinbart.

In Deutschland erkranken jedes Jahr fast 500.000 Menschen neu an Krebs, rund 220.000 sterben daran. Experten zufolge wäre gut die Hälfte aller Krebsfälle durch einen gesunden Lebensstil und regelmäßige Früherkennung vermeidbar.

"Der Kampf gegen Krebs ist mit besserer Therapie allein nicht zu gewinnen", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Nötig sei auch bessere Vorsorge. Auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) betonte, der "Kampf gegen den Krebs fängt bei der Prävention an". In den kommenden zehn Jahren werde die Krebsforschung in den Fokus gerückt.

Das DKFZ und die Deutsche Krebshilfe starteten am Dienstag die erste nationale Krebspräventionswoche, um dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Unter anderem sollte es eine gemeinsame Telefonaktion der beiden Beratungsdienste - des Krebsinformationsdiensts und des Infonetzes Krebs - geben.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass sich etwa 40 Prozent aller Krebsneuerkrankungen allein durch einen konsequenten gesunden Lebensstil vermeiden ließen. Dazu zählen beispielsweise Nichtrauchen, viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ein geringer Alkoholkonsum.

Zu diesem Schluss kamen auch Experten des Deutschen Krebsforschungszentrums. Hinzu kommen die Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung, mit der sich Tumoren in einem noch heilbaren Stadium entdecken lassen.