Organspenderzahl in Deutschland bleibt trotz Corona-Pandemie stabil

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OrganspendeausweisBild: AFP/Archiv / Tobias SCHWARZ

Trotz der Corona-Pandemie ist die Zahl der Organspender in Deutschland im Jahr 2020 stabil geblieben. In der Bundesrepublik spendeten im vergangenen Jahr 913 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Donnerstag in Frankfurt am Main erklärte. So konnten Patienten auf Wartelisten insgesamt rund 2900 postmortal entnommene Organe zugewiesen werden. Statistisch ermöglichte so jeder der rund 900 Organspender mehr als drei Schwererkrankten die Chance auf ein neues Leben.

In anderen Mitgliedsländern der Stiftung Eurotransplant, die für die Zuteilung von Spenderorgane in acht europäischen Ländern verantwortlich ist, war es während der Corona-Pandemie zu teils zweistelligen prozentualen Einbrüchen bei den Organspendezahlen gekommen. In Deutschland sank die Zahl nur leicht, von durchschnittlich 11,2 Spendern pro eine Million Einwohner im Jahr 2019 auf elf Spender pro eine Million Einwohner im vergangenen Jahr.

Die DSO sieht die stabile Organspendebereitschaft in Deutschland mit dem anhaltenden Engagement der Kliniken und den frühzeitigen Absprachen aller beteiligter Institutionen begründet. So stieg die Anzahl der Beratungsanfragen an die DSO durch deutsche Kliniken im Jahr 2020 um zweieinhalb Prozent. Laut Axel Rahmel, medizinischer Vorsitzender der DSO, ist das ein wichtiges Zeichen.

"Es zeigt, dass es für Ärzte und Pflegende auf den Intensivstationen zunehmend selbstverständlich ist, am Lebensende von Patienten mit schwerer Hirnschädigung auch nach der Einstellung zur Organspende zu fragen", sagte er. Dies gelte "selbst in der Phase der Pandemie".

Doch noch immer gibt es laut DSO nicht ausreichend Spenderorgane. Den rund 2900 Organtransplantationen im Jahr 2020 standen zum Jahresende mehr als 9000 Patienten auf Wartelisten gegenüber. Ziel sei es deshalb, dass mehr Menschen noch zu Lebzeiten eine Entscheidung zur Organspende treffen, erklärte Rahmel. "Das ist im Fall einer möglichen Organspende eine wichtige Hilfe für Angehörige und lässt die Frage nach einer Organspende am Lebensende selbstverständlich werden."

Auch gesetzliche Vorgaben hätten zu den stabilen Organspendezahlen beigetragen, betonte die DSO. Vom Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende, das 2022 in Kraft tritt, verspricht sich die DSO indes weitere Impulse. Das Gesetz sieht eine verstärkte Aufklärung der Bevölkerung und die Einführung eines Organspenderegisters vor.

Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende ist in Deutschland nach wie vor freiwillig. Ein Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Einführung der Widerspruchslösung, mit der jeder als Spender gelten sollte, sofern er nicht widerspricht, scheiterte im Januar 2020.