Den Stars und Sternchen so nah mit Jana: BRIADA im Interview – Mundart-Pop, echte Geschichten und Emotionen statt Filter

Vom Lehrerzimmer auf die Bühnen

Bei Chris und Male liegen Stundenplan und Konzertbühne nah beieinander. Hauptberuflich sind die beiden Lehrer, seit 2021 stehen sie als BRIADA für modernen Mundart-Pop mit persönlicher Handschrift. Damit zählen sie zu den spannendsten Acts der bayerischen Musikszene. Ihre Lieder verbinden Tiefgang mit Leichtigkeit, erzählen von persönlichen Erlebnissen und tragen selbst in nachdenklichen Momenten eine besondere Zuversicht in sich. Unsere Redaktionsleitung Jana Dahnke sprach mit Male über den gemeinsamen musikalischen Weg der Brüder...

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Zwei Brüder, ein unverwechselbarer Klang und längst mehr als ein GeheimtippBild: Tobias Bauernschmid
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"Die Menschen spüren, mit wie viel Leidenschaft wir unsere Musik spielen – und wenn dieser Funke überspringt, bedeutet uns das sehr viel"Bild: Tobias Bauernschmid
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Unsere Redaktionsleitung Jana Dahnke trifft "Stars und Sternchen" im exklusiven InterviewBild: Jana
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"Mit „BRIADA & Schwestern“ haben wir ein größeres Projekt an den Start gebracht. Dann ist richtig Rambazamba angesagt"Bild: Yvonne Missberger
Jana: Ihr kombiniert bayerische Mundart mit modernem Pop – warum ist Euch der Dialekt so wichtig?
Male Scheitzeneder: Weil wir uns darin einfach am besten ausdrücken können. Als Lehrer wissen wir, wie entscheidend es ist, Kultur und Tradition zu bewahren. Im Schulalltag beobachten wir, dass der Dialekt zunehmend verschwindet und manche Kinder sich gar nicht mehr trauen, ihn zu sprechen. Deshalb ist es uns ein Anliegen, unsere sprachlichen Wurzeln weiterhin nach außen zu tragen.
 
Was zeichnet den BRIADA-Sound und Eure Konzerte aus?
Unsere Songs kommen aus eigener Feder: Wir schreiben und produzieren sie größtenteils selbst – darauf sind wir sehr stolz. Live kommt uns die Bühnenerfahrung zugute, die mein Bruder und ich seit 1999 gemeinsam gesammelt haben. Angefangen hat nämlich alles mit einer Coverband. In den ganzen Jahren haben wir gelernt, einen direkten Draht zum Publikum aufzubauen. Die Menschen spüren, mit wie viel Leidenschaft wir unsere Musik spielen – und wenn dieser Funke überspringt, ist das für uns das Schönste.
 
Apropos Coverband: Bei „Born Wild“ steht Rockmusik im Mittelpunkt. Wie stark ist dieser Rock-Spirit heute im Mundart-Pop von BRIADA zu hören?
Mehr, als man nach unserem ersten Album vielleicht vermuten würde. Mit etwa 15 haben wir Heavy Metal gespielt – wir waren voll die Rocker, teilweise mit langen Haaren (Lacht). Mit BRIADA sind wir zunächst einen ganz anderen Weg gegangen: Unser erstes Album ist sehr autobiografisch und bewusst akustisch angelegt. Inzwischen merken wir aber, wie stark uns die Coverband-Jahre geprägt haben, und geben dieser rockigen Seite wieder mehr Raum. Eine meiner Stärken ist der hohe Rockgesang – ich denke da an Linkin Park oder Benson Boones „Beautiful Things“. Solche Höhen liegen mir einfach. Auf der aktuellen EP ist das bereits zu hören: E-Gitarren, die Brass-Mädels und ein druckvollerer Sound mit mehr Ecken und Kanten. Und da ist noch einiges in der Pipeline – wir sind gespannt, wie es bei den Leuten ankommt.
 
Manchmal tretet Ihr als Duo auf, manchmal mit musikalischer Verstärkung – wie verändert sich dadurch die Energie auf der Bühne?

Bei unseren Konzerten zu zweit entsteht fast eine Wohnzimmeratmosphäre: familiär, intim und sehr nah am Publikum. Mit „BRIADA & Schwestern“ haben wir daneben ein größeres Projekt an den Start gebracht. Dann ist richtig Rambazamba angesagt – mit drei Bläserinnen, einer Keyboarderin und unserem Cousin am Schlagzeug. Ich wechsle vom Piano an den Bass, gehe vorne an die Bühnenkante und kann den Partymaker stärker rausholen. Dadurch wird das Programm noch abwechslungsreicher: Die ruhigen Balladen bekommen ihren Raum, und bei den Partysongs können wir richtig aufdrehen. Uns verbindet dabei mehr als nur die Musik – wir mögen uns persönlich richtig gern. Genau diese Vertrautheit gibt dem Ganzen seinen besonderen Drive.
 
Eure Lieder erzählen „echte Geschichten“. Gab es einen Song, bei dem Ihr gezögert habt, weil er Euch zu persönlich war?
Das ist schon krass, dass Du das ansprichst, denn auf unserer neuen EP gibt es tatsächlich so einen Song: „Der nächste Drink“. Darin geht es um unseren verstorbenen Opa. Ich hatte das Lied schon vor längerer Zeit geschrieben und dann lag es eine ganze Weile herum. Natürlich überlegt man als Band, ob man so etwas überhaupt veröffentlicht oder ob es ein Song bleibt, der nur für einen selbst bestimmt ist. Wir wollten ihn schließlich trotzdem herausbringen – aber nicht in einer tiefen Trauerstimmung. Es geht hauptsächlich darum, positiv an Menschen zu denken, die nicht mehr da sind, ihnen den nächsten Drink zu widmen und das Glas auf sie zu heben. Trotzdem ist es gar nicht so leicht, den Song live zu singen. Einmal ist das Fass emotional tatsächlich übergelaufen und ich musste kurz innehalten. Aber dann ist es eben so – gerade in solchen Momenten wird spürbar, wie viel Persönliches in unserer Musik steckt.
 
Wenn Ihr an neuen Songs arbeitet: Wer ist bei Euch eher der Freigeist – und wer sorgt für Struktur?
Da muss ich an unser erstes Album denken (Lacht). Die meisten Ideen hat Chris zwischen Saunagängen und Autofahrten als Sprachmemos festgehalten – und dieser „Kauderwelsch“ landete schließlich bei mir. Er würde am liebsten alles spontan, frei und ohne Skript angehen. Ich brauche dagegen einen Plan und fuchse mich gerne in Dinge hinein.
 
„Leb dei Lem“ ist eine Hymne gegen das Aufschieben. Welchen Traum habt Ihr selbst erst spät verfolgt?
Ganz klar: mit unseren eigenen Songs durchzustarten. Wir hatten schon in unserer Jugend erste Lieder geschrieben und sogar eine kleine Scheibe herausgebracht. Dann sind wir aber nicht drangeblieben. Die Coverband war ein richtiges „Wohlfühlding“: Es lief, wir spielten Gigs vor zahlreichen Leuten und hatten wahnsinnigen Spaß. Diesen sicheren Rahmen zu verlassen, war uns damals einfach zu riskant. Im Nachhinein sagen Chris und ich schon manchmal: Hätten wir diesen Schritt trotzdem gewagt, würden wir heute wahrscheinlich an einem anderen Punkt stehen. Im Musikgeschäft spielt es schließlich eine große Rolle, wie lange man schon dabei ist. Aber mei, wir haben diesen Neustart mit BRIADA eben erst Mitte 30 gewagt. Dadurch erleben wir jetzt mitten im Leben noch einmal einen besonderen Kick – und das fühlt sich überhaupt nicht falsch an.
 
 „Du bist schee“ hat es als einer von sieben Songs ins Publikumsvoting von „A Liad für d’Wiesn“ geschafft. Wie kam es überhaupt zu der Bewerbung?
Als wir von dem Wettbewerb gehört haben, habe ich mich gefragt: Welcher unserer Songs ist so herrlich direkt und eingängig, dass die Leute sofort mitsingen können und er selbst im Bierzelt funktioniert? Da war „Du bist schee“ für mich die logische Wahl. Mit den Brass-Mädels hatten wir dafür die passende Besetzung. Also habe ich gar nicht lange rumgefragt, sondern den Song kurzerhand eingereicht. Die anderen haben davon erst einmal nichts mitbekommen. Ehrlich gesagt hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass wir in die Endauswahl kommen.
 
Wenn Eure Fans aus Euren Texten nur eine Botschaft für ihr eigenes Leben mitnehmen – welche sollte das sein?
Schon unser erstes Studioalbum heißt „Auf bessere Zeiten“, unsere aktuelle EP „Des Radl draht se weida“. Beide Titel bringen die Grundhaltung unserer Musik auf den Punkt: Egal, welche Hindernisse einem das Leben vor die Füße wirft oder welche Schicksalsschläge man verkraften muss – es geht immer weiter. Das Leben bleibt herausfordernd, und manchmal fällt man eben aufs Gesicht. Entscheidend ist, die Zuversicht nicht zu verlieren. Genau diesen Optimismus möchten wir mit unseren Songs vermitteln.
 
Was war bisher das schönste Kompliment, das Ihr bekommen habt?
Jemand aus Norddeutschland schrieb uns: „Eure Musik bewegt mich und gibt mir Gänsehaut – obwohl ich den Dialekt kaum verstehe.“ Das zeigt, dass man Menschen auch über sprachliche Grenzen hinweg erreichen und ganz unterschiedliche Emotionen in ihnen auslösen kann. Mehr können wir uns eigentlich kaum wünschen.
 
Eure Songs transportieren „echte Emotion statt Filter“. Was ist im heutigen Musikbusiness der größte „Filter“, den Ihr für Euch bewusst abgeschaltet habt?
Am liebsten würden wir auf die sozialen Medien verzichten. Wir sind damit nicht groß geworden und kommen heute trotzdem kaum daran vorbei, weil viele Menschen vor allem dort auf uns aufmerksam werden. Was wir dagegen ausblenden, ist die Frage, welcher Stil in der bayerischen Musikszene gerade hip ist. Wir schreiben die Songs, die uns selbst abholen und hinter denen wir stehen, ohne ständig darüber nachzudenken, ob sie den Leuten gefallen.
 
Du hast das letzte Wort…
Dann habe ich einen Wunsch: Wer ohnehin mit dem Gedanken spielt, ein Konzert zu besuchen, sollte mit dem Ticketkauf nicht bis zum letzten Moment warten. Immer mehr Leute entscheiden heute sehr kurzfristig, weil sie flexibel bleiben möchten. Für Bands und Veranstalter ist der Vorverkauf jedoch entscheidend. Er schafft Planungssicherheit und ermöglicht es, Konzerte solide zu kalkulieren, alle Beteiligten zu bezahlen und neue Songs zu finanzieren. Ein früh gekauftes Ticket ist deshalb weit mehr als eine Eintrittskarte – es ist direkte Unterstützung für die gesamte Kulturszene!

BRIADA live: Alle Konzert- und Support-Termine im Überblick

26.09.2026 – Klagenfurt (AT) – Support Fäaschtbänkler – Messehalle

02.10.2026 – Innsbruck (AT) – Support Fäaschtbänkler – Olympiaworld

24.10.2026 – Wiener Neustadt (AT) – Support Fäaschtbänkler – Arena Nova

30.10.2026 – Rosenheim – BRIADA & Schwestern – Ballhaus

07.11.2026 – Eggenfelden – BRIADA (Duo) – Gotischer Kasten

13.11.2026 – Mannheim – Support Fäaschtbänkler – Maimarkthalle

14.11.2026Kempten – Support Fäaschtbänkler – bigBOX ALLGÄU

20.11.2026 – Bamberg – Support Fäaschtbänkler – brose ARENA

21.11.2026 – Regensburg – Support Fäaschtbänkler – das Stadtwerk.Donau-Arena

06.12.2026 – Nürnberg – BRIADA (Duo) – Gutmann am Dutzendteich

09.12.2026Augsburg – BRIADA & Schwestern – Spectrum Club

15.12.2026 – München – BRIADA & Schwestern – Ampere

www.briada.de