Den Stars und Sternchen so nah mit Jana: Mimi Kezele im exklusiven Interview – Eine erfolgreiche Drehbuchautorin und Regisseurin, deren persönliche Erfahrungen sich oft in ihren filmischen Werken widerspiegeln

Eine prägende Kindheit zwischen München und Dubrovnik

Mal erzählt Mimi Kezele von großen Gefühlen und bewegenden Schicksalen, mal lässt sie das pulsierende Lebensgefühl der Münchner Technoszene der 1990er-Jahre wiederaufleben. Als Regisseurin und Drehbuchautorin bewegt sie sich mühelos zwischen anspruchsvollen Dramen, spannenden Fernsehstoffen und mitreißenden Serienwelten. Ihre Münchner Jugend, ihre Freude an starken Figuren und ihre unbändige Liebe zu Geschichten prägen ihre Arbeit bis heute. Bereits ihr Abschlussfilm „Milan“ wurde mit mehr als 40 internationalen Festivalpreisen ausgezeichnet und für den Studenten-Oscar nominiert. Für ihr Kinodebüt „Die Brücke am Ibar“ erhielt sie unter anderem den Bayerischen Filmpreis und den Friedenspreis des Deutschen Films. Zuletzt erweckte sie mit „München Beats“ die legendäre Ära des Kunstparks Ost zu neuem Leben, während mit der Verfilmung von Ewald Arenz’ Bestseller „Alte Sorten“ bereits das nächste Kinoprojekt entsteht. Unsere Redaktionsleitung Jana Dahnke traf Mimi Kezele zum Interview und sprach mit ihr über ihr bewegtes Leben...

cropped-1787043137-bildschirmfoto-2026-08-18-um-10.52.06
Die sympathische „Filmemacherin“ zeichnet sich durch eine ganz besondere künstlerische Handschrift und Arbeitsweise ausBild: Nils Schwarz
cropped-1787043159-bildschirmfoto-2026-08-18-um-10.52.33
"Wenn man offen ist, bereichert und verändert sich mit der Besetzung, dem Team, den Motiven und der Inszenierung noch sehr viel"Bild: Nils Schwarz
cropped-1787043174-bildschirmfoto-2026-08-18-um-10.52.46
"Das private Leben und die kleinen Dinge, die nichts mit dem Film zu tun haben, geben mir den nötigen Ausgleich"Bild: Nils Schwarz
cropped-1787043202-bildschirmfoto-2026-08-18-um-10.53.16
Vierteilige Serie "München Beats" – Unbedingt einschalten!Bild: ZDF, Marc Reimann
cropped-1787043678-bildschirmfoto-2026-08-18-um-11.01.09
Unsere Redaktionsleitung Jana Dahnke trifft "Stars und Sternchen" im exklusiven InterviewBild: Jana
Jana: Du hast einmal gesagt, dass Dich Deine Kindheit in Dubrovnik und München geprägt hat. Wenn Du heute einen Film über Dein bisheriges Leben drehen würdest – welche Themen würden Dir hierbei besonders am Herzen liegen?
Mimi Kezele: Das wären vorrangig Familie, Krieg, das Gute im Menschen und Musik.

Du bist zwischen der Gaststätte Deiner Eltern in Deutschland und dem Bauernhof Deiner Großeltern im ehemaligen Jugoslawien aufgewachsen – zwei Bereiche, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Welche dieser Welten hat Deinen Blick auf Menschen und Geschichten stärker geprägt?
Ich würde sagen, beide Orte. Einerseits habe ich morgens kurz vor 6 Uhr die Kühe und Schafe zur Weide gebracht und mir auf dem langen Weg Geschichten ausgedacht oder gesungen. In den Schulpausen ist dann manchmal die ganze Klasse schnell ins Meer gesprungen und saß danach nass im Klassenzimmer. Andererseits habe ich in der Gaststätte Pommes von den Tellern der Gäste geklaut – da konnte ich nicht einmal die Tischoberfläche sehen, so klein war ich.

Geschichten haben Dich schon sehr früh begeistert. Wann wird aus diesen für Dich eine Filmidee, die unbedingt erzählt werden muss?
Wenn eine Geschichte einen nicht mehr loslässt, einen überall begleitet und so lange wächst, bis man nicht mehr anders kann, als zu schreiben. 

Wann spürst Du, dass ein Drehbuch seine endgültige Form gefunden hat – oder bleibt gutes Erzählen für Dich immer ein Prozess, in dem bis zuletzt Veränderungen möglich sind?
Ich hatte noch kein Drehbuch, auch kein eigenes, bei dem das letzte Wort gesprochen wäre. Wenn man offen ist, bereichert und verändert sich mit der Besetzung, dem Team, den Motiven und der Inszenierung noch sehr viel.

Welche Momente in Deiner bisherigen Karriere gab es, in denen Du dachtest: Genau deshalb liebe ich meinen Beruf mehr als jeden anderen?
Da gibt es viele: Wenn Schauspieler, die man sich sehr wünscht, zusagen; wenn etwas Unerwartetes während der Inszenierung passiert, mit dem keiner gerechnet hat; und wenn man dann im Schnitt sitzt, der Film sichtbar wird und die Emotionen einen selbst berühren.

Als Regisseurin trägst Du am Set eine große Verantwortung und bist oft über viele Stunden hochkonzentriert. Was hilft Dir dabei, nach intensiven Drehtagen wieder bei Dir selbst anzukommen?
Das private Leben und die kleinen Dinge, die nichts mit dem Film zu tun haben, geben mir den nötigen Ausgleich. Auch Fahrradfahren gehört da auf jeden Fall mit dazu.

Was macht für Dich einen wirklich guten Drehtag aus – perfekte Planung, die Magie unerwarteter Momente oder etwas ganz anderes?
Entscheidend sind für mich definitiv eine gute Vorbereitung, ausreichend Zeit und motivierte Menschen um mich herum. 

Du schenkst Deinen Figuren viel Tiefe und arbeitest eng mit Deinen Schauspielkollegen zusammen. Gibt es jemanden, dessen künstlerische Handschrift Dich so fasziniert, dass Du sagst: Mit dieser Person möchte ich unbedingt noch einmal eine Geschichte erzählen?
Ich würde mit allen bisherigen Schauspielern nochmal arbeiten wollen. Wenn ich aber jemanden nennen sollte, wäre es Dagmar Manzel, mit der ich die Verfilmung über Katarina Witt gedreht habe. Sie spielte Katis Trainerin Jutta Müller. Egal, was ich mir vorgestellt hatte – Dagmar hat es getoppt. Zusätzlich fallen mir da noch Mišel Matičević und Zrinka Cvitešić ein, mit denen ich meinen Debütfilm „Die Brücke am Ibar“ gedreht habe.  

Unbedingt einschalten!

Vierteilige Serie "München Beats"

München in den 90er-Jahren: Die Welt ist im Umschwung, und es herrscht Aufbruchstimmung. Als Linda (Jule Hermann) mit der aufblühenden Techno-Bewegung in Berührung kommt, eröffnet sich ihr eine neue Welt fernab des elterlichen Bauernhofs. Begeistert vom pulsierenden Sound zieht sie nach München, um ihren Traum zu verwirklichen: DJ zu werden. Währenddessen kämpfen ihre Eltern mit einer existenzbedrohenden Nachricht: Der Unternehmer Theo Meinhardt (Tobias Moretti) sieht sich gezwungen, sein Werk für Kartoffelprodukte zu schließen.

Als langjährige Kartoffellieferanten stehen viele Bauern der Region plötzlich vor dem wirtschaftlichen Aus. Theo plant, das Gelände in ein modernes Stadtviertel zu verwandeln, doch sein Sohn Marius (Klaus Steinbacher) verfolgt eine andere Vision: Er setzt alles daran, die alte Fabrik in einen Ort für Raves sowie alternative Kunst- und Kulturprojekte zu verwandeln. Seine Mutter Alicia Meinhardt (Sophie von Kessel) steht an seiner Seite und stellt sich damit zunehmend gegen Theo, was die ohnehin angespannte Ehe zusätzlich verschärft. In der Clubszene wird ausgerechnet Linda zu Marius' engsten Verbündeten. Doch es sind nicht nur gemeinsame Träume, die die beiden verbinden. Ihre aufkeimende Liebe bringt Spannungen zwischen die Familien und ein lang gehütetes Geheimnis ans Licht.

Jetzt in der ZDF-Mediathek streamen

Mittwoch, 26.8. und Donnerstag, 27.8.2026, ab 20:15 Uhr, in Doppelfolge

Hier geht´s übrigens zum Interview mit Klaus Steinbacher: https://bit.ly/4xH31bF