Der TRENDYONe Buchtipp: „Abgefahren. Vom Mut, aufzubrechen und anzufangen“ von Michel Malcin & Helene Volkensfeld

Geschichten aus dem Café-Bus – ein Buch über Neuanfang, Begegnungen und den Mut, wirklich zu leben.

In „Abgefahren“ erzählen Michel Malcin und Helene Volkensfeld ihre echte, ungeschönte Geschichte: Michel, nach Jahren als evangelischer Pastor ausgebrannt und auf der Suche nach Neuorientierung, kauft einen alten Berliner Doppeldeckerbus und baut ihn zu einem fahrenden Café um. Ohne Fachwissen, aber voller Vertrauen und mit einer gehörigen Portion Chaos im Herzen bricht er auf – Richtung Santiago de Compostela. Helene, eigentlich nur für einen Kaffee eingestiegen, wird zur Mitreisenden und Mitdenkerin dieser außergewöhnlichen Reise. Der Bus – mit den Worten „Love. Peace. Coffee.“ beschriftet – wird zur Bühne für persönliche Begegnungen und erlebte Geschichten. Es sind nicht die Orte selbst, die im Mittelpunkt stehen, sondern die Menschen, die die Autor:innen unterwegs treffen und die mit ihren Geschichten unter die Haut gehen.

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Der TRENDYONe Buchtipp: „Abgefahren. Vom Mut, aufzubrechen und anzufangen“ von Michel Malcin & Helene VolkensfeldBild: Nina Königs

Persönliche Meinung – Redakteurin Nina Königs

„Abgefahren“ ist ein Buch, das mich auf mehreren Ebenen beeindruckt hat:

Es ist keine klassische Reisereportage und kein flacher Motivationsratgeber. Es ist eine Lebensgeschichte in Bewegung, die weit mehr transportiert als Kilometer oder schöne Wegpunkte.

Was diese Erzählung so besonders macht, ist ihre Authentizität: Der Mut, alte Muster zu hinterfragen und einen radikalen Neuanfang zu wagen, wird hier nicht als romantisches Abenteuer verkauft, sondern als tief menschlicher Prozess – mit Unsicherheit, Zweifel und echten Begegnungen. Die kleine Oase, die der Café-Bus im Leben der Autoren und der Menschen, die ihm begegnen, schafft, wird zum Symbol für menschliche Offenheit und Verbundenheit.

Viele Leserinnen beschreiben das Buch als warmherzig, berührend und inspirierend, wobei sie besonders hervorheben, dass es nicht nur von großen Wundern erzählt, sondern von kleinen, bedeutsamen Momenten, in denen sich echte Lebensfreude zeigt.

Als Journalistin sehe ich darin einen Text, der Lebensfragen greifbar macht: Was macht uns wirklich lebendig? Wovor haben wir Angst, und warum halten wir dennoch an Gewohntem fest? Hier wird nicht nur von Mut gesprochen – man spürt ihn auf jeder Seite. Die vielen Begegnungen, die in den Geschichten auftauchen, zeigen: Es sind die Menschen am Wegesrand, die echte Bedeutung stiften.

Besonders gefallen hat mir, wie beiläufig und gleichzeitig eindringlich das Buch deutlich macht, dass Mut nicht in gigantischen Sprüngen steckt, sondern in der Bereitschaft, kleine, echte Schritte zu gehen – Gespräche zu führen, zuzuhören, zu lachen und weiterzufahren, auch wenn es unsicher ist.

Warum dieses Buch gerade jetzt wirkt

In einer Zeit, die geprägt ist von Burn-out-Diskussionen, Leistungsdruck und dem Wunsch nach Sinn, kommt diese Geschichte wie ein befreiender Atemzug daher. Sie erinnert daran, dass das Leben zu kurz ist, um nur zuzusehen – und dass wir es verdienen, nicht nur zu existieren, sondern wirklich zu leben.

„Abgefahren“ ist ein Buch für Menschen, die sich fragen, ob Veränderung mehr ist als ein Wort. Für alle, die wissen, dass Träume keine grauen Theoriegebilde sind, sondern lebendige Möglichkeiten. Und vor allem für die, die spüren, dass Aufbruch ein Gefühl ist, das man erfahren kann – Seite für Seite.

Fakten zum Buch: 

Titel: Abgefahren. Vom Mut, aufzubrechen und anzufangen – Geschichten aus dem Café-Bus

Autor:innen: Michel Malcin & Helene Volkensfeld

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

ISBN-13: 978-3-579-08260-8

ISBN-10: 3579082604

Seiten: 352

Format: Paperback, durchgehend vierfarbig gestaltet

Erscheinungsdatum: 24.09.2025

Genre: Lebenshilfe / Reiseberichte / Persönlichkeitsentwicklung