Ein Scheck, der Geschichte schreiben soll
Königsbrunn erhält erste Millionenförderung für das Forum – Aufbruch nach Jahren des Stillstands
Es war einer dieser Termine, bei denen man sofort spürt: Hier geht es um mehr als Zahlen, Pläne und Förderbescheide. Auf der Außentreppe der ehemaligen Königstherme versammelte sich alles, was in Königsbrunn Rang und Namen hat – politische Vertreter, Projektverantwortliche, Medien, engagierte Bürgerinnen und Bürger. Und mittendrin ein symbolischer Scheck über 5,6 Millionen Euro. Der Startschuss für ein Projekt, das die Stadt seit Jahren bewegt, diskutiert, spaltet – und nun endlich voranbringt: das Königsbrunner Forum.
Bayerns Bauminister Christian Bernreiter überreichte den Scheck persönlich an Bürgermeister Franz Feigl. Die Summe steht für die erste Förderrate eines Vorhabens, das in seiner Dimension weit über Königsbrunn hinaus Aufmerksamkeit erregt. Insgesamt kann die Stadt mit Fördermitteln in Höhe von rund 25 bis 30 Millionen Euro rechnen – bei Gesamtkosten von voraussichtlich etwa 46 Millionen Euro. Möglich macht das ein außergewöhnlich hoher Fördersatz von 80 Prozent der förderfähigen Kosten, der erstmals im Freistaat Bayern über eine Innovationsklausel des Bundes greift. Weitere rund 4,5 Millionen Euro sollen von der Förderbank KfW kommen.
Dass dieses Projekt auch auf Bundesebene wahrgenommen wird, zeigte die Anwesenheit von Ministerialrat Joachim Gerth aus dem Bundesbauministerium, der eigens aus Berlin angereist war. Sein Fazit: Das Königsbrunner Forum sei ein Vorhaben, das selbst dort heraussteche. Die Fördergelder seien hier gut investiert, die Perspektive langfristig. Die geplante Fertigstellung in etwa fünf Jahren – spätestens 2031 – sei ein realistischer Zeithorizont.
Entstehen soll das Forum hinter der Eisarena, auf dem Gelände der ehemaligen Königstherme. Geplant ist ein „Zentrum der Kultur und Begegnung“, das vielfältige Nutzungen unter einem Dach vereint: einen großen Veranstaltungssaal, Museen, Stadtbücherei, Sing- und Musikschule, Stadtarchiv, eine Rot-Kreuz-Station sowie Gastronomie. Ein Ort, der nicht nur gebaut, sondern gelebt werden soll.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Thema Nachhaltigkeit. Das Forum soll ein Musterbeispiel für zirkuläres Bauen werden. Materialien aus abgerissenen oder stillgelegten Gebäuden – etwa der alten Grundschule, der Königstherme oder der ehemaligen Dehner-Filiale – werden wiederverwendet. „Zukunftsfähige Nachhaltigkeit beginnt mit der bewussten Entscheidung, etwas nicht wegzuwerfen“, brachte es Architekt Thomas Steimle vom verantwortlichen Stuttgarter Büro auf den Punkt. Der Entwurf verbindet Neubau, erhaltene Strukturen und bestehende Gebäude wie die Eishalle zu einem Gesamtkonzept.
Dass das Projekt nicht unumstritten ist, wurde auch vor Ort deutlich. Fragen zu Kosten, Dimension und Zeitrahmen stehen seit Jahren im Raum. Gleichzeitig war an diesem Tag vor allem eines spürbar: Erleichterung. Nach langem Stillstand, vielen Diskussionen und komplexen Planungen geht es nun sichtbar weiter. Die Förderzusage verleiht dem Projekt Rückenwind – politisch, finanziell und gesellschaftlich.
Fazit
Mit der Übergabe der ersten Fördermittel hat Königsbrunn einen entscheidenden Meilenstein erreicht. Das Forum ist kein Schnellschuss, sondern ein langfristiges Zukunftsprojekt – ambitioniert, teuer, aber auch visionär. Es zeigt, wie Stadtentwicklung, Kultur und Nachhaltigkeit zusammengedacht werden können. Dass das Vorhaben polarisiert, gehört dazu. Entscheidend ist: Nach Jahren des Wartens wird aus einer Idee nun Realität. Und Königsbrunn setzt damit ein Zeichen, das weit über die Stadtgrenzen hinaus wahrgenommen wird.






























