EU-Kommission setzt sich für einfachere Aktienanlagen ein
Die Pläne der Bundesregierung für eine Stärkung der privaten Altersvorsorge dürften auf Zustimmung in Brüssel stoßen: Die Europäische Kommission hat die 27 EU-Länder aufgerufen, einfache Möglichkeiten für Aktienanlagen aufzusetzen. Ziel müsse sein, dass Europäerinnen und Europäer "höhere Renditen auf ihre Ersparnisse erzielen", erklärte EU-Finanzkommissarin Maria Luís Albuquerque am Dienstag in Brüssel.
Sie forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, ein Modell für ein "Spar- und Investitionskonto" zu entwickeln, mit dem Kundinnen und Kunden ihr Geld in Aktien anlegen können. Nach Vorstellung aus Brüssel soll ein solches Konto von Banken wie Online-Brokern angeboten werden und für möglichst viele Menschen zugänglich sein. Dabei sollten keine "hohen Gebühren oder umständliche Prozesse" anfallen.
Kundinnen und Kunden sollten bei unterschiedlichen Anbietern problemlos mehrere Konten eröffnen und in eine Reihe verschiedener Fonds und Aktien investieren können. Das Konto soll flexibler sein als eine klassische Altersvorsorge. Die Kommission setzt sich zudem dafür ein, dass die EU-Staaten Steuervorteile für die Konten zusagen und die Steuererklärung für die Kapitalerträge vereinfachen.
Die Bundesregierung plant unter anderem die sogenannte Frühstartrente. Damit sollen Kinder und Jugendliche mit staatlicher Unterstützung ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot aufbauen. Das Bundesfinanzministerium arbeitet nach Angaben von Minister Lars Klingbeil (SPD) derzeit an einem entsprechenden Gesetzentwurf.
Nach Angaben aus Brüssel gibt es in einer Reihe von EU-Ländern bereits einfache Aktienmodelle, etwa in Frankreich, Italien, der Slowakei und Schweden. Ziel der Kommission ist es mit ihren Empfehlungen auch, mehr Menschen zum Anlegen in Aktien zu bewegen. Die Logik: Mit mehr Geld am Kapitalmarkt stünde Unternehmen mehr Geld für ihre Investitionen zur Verfügung, welche die Wirtschaft ankurbeln sollen.
© 2025 AFP



