Finnland beschlagnahmt Schiff nach Beschädigung von Unterseekabel
Nach der Beschädigung eines Telekommunikationskabels am Grund der Ostsee hat die finnische Polizei ein Schiff beschlagnahmt. Das Schiff stehe im Verdacht, für die Beschädigung des Kabels im Finnischen Meerbusen verantwortlich zu sein, erklärte die Polizei am Mittwoch. Das vom finnischen Telekommunikationsunternehmen Elisa betriebene Kabel zwischen Helsinki und der estnischen Hauptstadt Tallinn war demnach am frühen Morgen beschädigt worden.
Ein Patrouillenboot der finnischen Küstenwache und ein Hubschrauber orteten das verdächtige Schiff mit herabgelassenem Anker, erklärte die Polizei. Die Besatzung sei angewiesen worden, den Anker zu lichten und in finnische Gewässer einzufahren.
Die finnische Polizei ermittelt nach eigenen Angaben in Kooperation mit internationalen Behörden wegen "schwerer Sachbeschädigung, versuchter schwerer Sachbeschädigung und schwerer Störung der Telekommunikation".
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast vier Jahren sind in der Ostsee immer wieder wichtige Telekommunikations- und Stromkabel beschädigt worden. Fachleute gehen davon aus, dass es sich um hybride Angriffe im Auftrag Russlands handelt.
Als mutmaßlicher direkter Verursacher der Kabelschäden gilt die sogenannte Schattenflotte von oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen, mit denen Russland das im Zuge des Ukraine-Kriegs verhängte Öl-Embargo umgeht. Die Nato verstärkte wegen der Serie mutmaßlicher Sabotageakte in der Ostsee ihre Patrouillen.
© 2025 AFP



