Füllstandswaagen im TRENDYone-Test

Gasflaschen-Check leicht gemacht

Gas-Griller aufgepasst: Wem ist das nicht auch schon einmal passiert? Am Abend kommen Freunde und Bekannte zum Grillen vorbei und mittags kommt dann plötzlich der Gedankenblitz: Ist überhaupt noch ausreichend Gas in der Flasche? Bevor Sie sich auf den Weg in den Baumarkt machen, um vorsichtshalber eine neue Gasflasche zu kaufen, zeigen wir Ihnen vier Varianten, wie Sie den Füllstand ganz bequem zu Hause messen können.

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Gasgrill oder Kohlegrill? Darüber ist sich Deutschland uneinig. Das ist aber auch vollkommen in Ordnung, denn jede Grillart bietet positive Aspekte. Die Vorteile eines Gasgrills sind schnell erzählt: eine schnelle Einsatzbereitschaft, kein Qualm aber dafür viel Komfort beim Grillen. Auch der gewünschte Garpunkt des Fleisches kann mit einfachen Mitteln schnell bestimmt werden, sodass sie im Nu ein perfekt gebratenes Steak auf dem Teller liegen haben. Dabei sein muss beim Gasgrill in jedem Fall die Gasflasche. Diese gibt es zwar im Baumarkt nicht so preisgünstig wie die handelsübliche Grillkohle für den Holzkohlegrill, dafür hält der Grillspaß länger an. Die Gasflaschen können in der Regel gemietet oder gekauft werden. Vor dem Grillen sollte aber der Füllstand der Flasche gecheckt werden, ehe während des Grillens eine böse Überraschung lauert.

Wir haben den Test gemacht und zunächst zwei haushaltsübliche Methoden für die Messung ausprobiert. Im Anschluss daran haben wir elektronische Waagen unter die Lupe genommen, die mittels einer Smartphone-App den exakten Füllstand der Flasche anzeigen sollen. Ob die Funktionen der Geräte halten, was sie versprechen, haben wir für Sie herausgefunden. Getestet wurde jeweils an zwei handelsüblichen Gasflaschen (gleiches Material) mit unterschiedlichen Füllständen.

Der Heiß-Wasser Test

Die Vorbereitung auf diesen Test ist kinderleicht und alles was dafür benötigt wird, ist einen Wasserkocher mit kochendem Wasser. Das Wasser sollte vorsichtig aber großzügig über eine Seite der Gasflasche verteilt werden. Anschließend folgt der Fingertest: Fahren Sie die Gasflasche vorsichtig von oben bis unten mit dem Finger ab. Die Gasflasche wird heiße und kalte Stellen aufweisen. An kalten Stellen befindet sich Gas in der Flasche, an warmen Stellen also kein Gas. Beim Übergang von „Heiß“ zu „Kalt“ hilft eine kleine Markierung mit dem Edding, sodass Sie im Nachhinein sehen können, wie voll die Flasche wirklich ist. Hier ist natürlich nur eine ungefähre Schätzung (z.B. „Die Flasche ist halb voll“) und kein genaues Messeergebnis in Prozent möglich.

Der Kofferwaagen-Test

Die Kofferwaage ist eigentlich nur als nützliches Urlaubs-Utensil bekannt, doch im Messtest für Gasflaschen kann es ebenfalls zum Einsatz kommen. Hierzu befestigen Sie die Kofferwaage am Griff der Gasflasche und halten diese anschließend hoch, bis die Waage ein Gewicht anzeigt. Dieses Gewicht ist natürlich das Eigengewicht der Flasche (auch Tara Gewicht genannt) inklusive dem Gewicht der Gasmenge. Um nun also umrechnen zu können, wie viel Kilogramm Gas in der Flasche sind, zieht man das Tara Gewicht vom gemessenen Wert ab. In unserem Fall z.B. 10,8 kg Messwert – 5,1 kg Tara = 5,7 kg Gasinhalt. Um nun wieder eine Aussage über den Füllstand machen zu können, muss man die beiden Zahlen in ein Verhältnis setzen. Bei eben genanntem Beispiel könnte man also sagen: „Die Flasche ist voll“, da das Gasgewicht das Tara Gewicht übersteigt. Auch hier ist wieder kein genaues prozentuales Ergebnis möglich, aber die Variante hilft für eine erste Einschätzung.

Testgerät 1: Brunner Elektronische Waage W8 Gascontrol

Das Handling der tellerartigen elektronischen Waage von Brunner hat uns von Beginn an begeistert. Das Gerät ist im Internet für 92,90 Euro erhältlich und wiegt 800 Gramm. Dieser Preis mag auf den ersten Blick recht teuer wirken. Mit der Waage können Gasflaschen aller Art (Stahl, Aluminium, Kunststoff oder Feberglas) mit einem maximalen Durchmesser von 30 Zentimetern gemessen werden. Vor dem Test sind vier Batterien des Typs AAA einzulegen, welche nicht im Lieferumfang enthalten sind. Das Gerät ist mit einem ON/OFF Knopf einschaltbar. Die App Namens „W8 Systems“ muss vor dem Test installiert werden. Diese gibt es zwar für alle Android und IOS Geräte, allerdings ist sie im App Store relativ schlecht auffindbar. Die Waage muss zunächst eingeschalten und dann über einen QR-Code mit der App verbunden werden und übermittelt dann via Bluetooth die Daten an das Smartphone. Vor dem Messvorgang muss in der App noch das Tara Gewicht der Flasche eingegeben werden. Nach ungefähr drei Sekunden zeigt die App dann den genauen prozentualen Füllstand der Gasflasche an. Praktisch: man muss die Gasflasche nicht vom Grill abnehmen, sondern kann die Tellerwaage einfach darunter positionieren.

Testgerät 2: Füllstandsanzeiger SENSO4S

Nachdem wir den SENSO4S von GOK ausgepackt hatten, standen wir zunächst vor einem Rätsel, denn das Gerät war zunächst zu klein für die Gasflasche. Wer die Gebrauchsanweisung liest, erfährt, dass die SENSO4S über größenverstellbare Füße verfügt, die auf jede Größe von Gasflaschen angepasst werden kann. Somit ist das Gerät also ebenfalls für alle Größen und ebenfalls alle Materialien von Gasflaschen geeignet. Die Füße des Gerätes sind außerdem magnetisch und haften somit an der Flasche. Das Gerät ist im Internet für 77,40 Euro erhältlich. Vor dem Test sind drei Batterien des Typs AAA einzulegen, welche nicht im Lieferumfang enthalten sind. Das Gerät hat keinen Einschaltknopf und ist somit dauerhaft angeschaltet. Die App SENSO4S ist im App-Store einfach zu finden und muss ebenfalls per QR-Code mit der Waage verbunden werden. Alle Daten werden im Anschluss via Bluetooth auf das Smartphone übermittelt und auch hier muss vorher das Tara Gewicht eingegeben werden. Nach ungefähr drei Sekunden zeigt die App dann den genauen prozentualen Füllstand der Gasflasche an. Um die Gasflasche auf dem Gerät anbringen zu können, muss diese vorher am Grill abgestöpselt werden.

Das Fazit: Welches Gerät ist einfacher in der Handhabung?

Da wir bei unseren Tests durch die Alltagsgegenstände in Form von Wasserkocher und Kofferwaage zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sind, wie mit den beiden elektronischen Waagen, können wir die Funktionalität der elektronischen Testgeräte durchaus bestätigen.
Das Senso4S der Marke GOK ist durch die ausziehbaren Elemente etwas kleiner als die Control W8 (Marke Brunner) und damit leichter transportierbar, wobei dieses Argument eher nebensächlich ist, nachdem man die Gasflaschen meist nur stationär an dem Ort benötigt, wo der Grill steht. Die Standbeine der Waage sind zwar magnetisch, jedoch muss man das Gerät vorher relativ umständlich an die Größe der Gasflasche anpassen. Das kostet Zeit, die man sich mit der Gascontrol W8 sparen kann.

Die Gascontrol W8 von Brunner hat den Vorteil, dass man jede beliebige Gasflasche einfach darauf platzieren kann, ohne das Gerät erst darauf anpassen zu müssen. Ein weiterer Vorteil gegenüber der Senseo4s ist ein vorhandener Knopf, um die Waage ein- und ausschalten zu können, wenn man das Gerät nicht benötigt. Dies verlängert die Batterielaufzeit deutlich, wozu man beim Senso4s nur die Möglichkeit hätte, die Batterien umständlich auszubauen. Hierfür wäre nämlich ein Schraubendreher erforderlich.

Die Verbindung zur Smartphone-App funktioniert bei beiden Geräten gut und selbsterklärend über einen QR-Code. Beide Geräte sind außerdem komfortabel nutzbar, da man die Gasflaschen nicht ausbauen muss, um den Füllstand zu kontrollieren, sondern einfach per App darauf zugreifen kann. Auch nach dem Grillen zeigen die Apps per Push-Benachrichtigung immer wieder die aktuellen Füllstände an, falls man dieses Tool nutzen möchte. Als etwas negativ rechnen wir den Herstellern an, dass bei beiden Lieferumfängen die benötigten AAA Batterien nicht inklusive sind.

Das Preis-/Leistungsverhältnis

Aufgrund der korrekten Funktionsweise und des damit verbundenem Mehrwerts an Komfort, sind die beiden Füllstandswagen, die jeweils rund 80 bis 100 Euro kosten, ihr Geld aus unserer Sicht durchaus Wert.

Ob Sie dies nun als sinnvolle Investition ansehen, oder sich stattdessen auch mit den genannten Alltagsgegenständen oder einfach dem Kauf einer Ersatzgasflasche zufrieden geben, hängt auch sehr von den jeweiligen Grillgewohnheiten ab. Die Füllstandswagen sind Lifestyleprodukte für regelmäßige Gas-Griller. Wer nicht immer nur Würstchen auf den Grillrost legt, sondern auch mal längere Grillzeiten benötigt, beispielsweise für Spareribs, Braten oder Pulled-Pork, sollte über den Kauf einer Füllstandswaage nachdenken, um stets informiert zu bleiben, ob das Gas für das nächste Grillen noch ausreicht. Wenn Sie nur gelegentlich grillen und auch immer nur kurze Grillzeiten einplanen, genügt vielleicht auch der Kauf einer zweiten Gasflasche, die Sie dann Just in Time auswechseln, wenn die Flamme ausgeht.

Life-Hack: günstiger Sparerib-Halter

Damit der Gasverbrauch während des Tests nicht verschwendet wird, hat die TRENDYone Redaktion dies sinnvoll genutzt und währenddessen Spareribs gegrillt. Hierzu braucht man für gewöhnlich eine entsprechende Vorrichtung auf dem Grill. Diese „Sparerib-Halter“ liegen beim Kauf preislich etwa zwischen 15 und 30 Euro. Der Haken bei den meisten Geräten: man kann diese oft nicht einmal auf die passende Größe der Spareribs einstellen.

Deshalb liefern wir Ihnen einen Tipp, wie Sie zu einem stufenlos einstellbaren Sparerib-Halter kommen, der auf jeden Grill passt und zudem nur fünf Euro kostet. Ein großes und bekanntes schwedisches Möbelhaus, verkauft einen Deckelhalter, der eigentlich für Ordnung im Küchenschrank sorgen soll. Diesen Halter können Sie aber auch wunderbar zum Grillen von Spareribs verwenden. Das Produkt ist aus Edelstahl und hält somit problemlos der Hitze des Grills stand. Lediglich die Kunststoffkappen, die für den ursprünglichen Verwendungszweck des Produkts gedacht sind, sollten vorher abgezogen werden, da diese sonst schmilzen würden.