Funktionierende Partnerschaft mit Baby

Aus Zwei mach Drei

Gemeinsames Frühstück im Bett, ein Cocktail in der Lieblingsbar mit dem richtigen Partner bei Aussicht auf jede Menge Sex am Abend – hach, was ist das Leben schön! Das Glück ist uns hold, wir schweben förmlich beim Gedanken an die Zukunft. Zur unübertrefflichen Krönung dieser wunderbaren Beziehung fehlt nur noch eins: ein Baby! Und wenn das kleine Wunder dann da ist, dann, ja dann ist es manchmal gar nicht der erwartete Gipfel der Glücksgefühle, bei dessen Erklimmen es Konfetti vom Himmel regnet. Plötzlich verdunkelt sich die rosarote Brille. Warum ist das so?

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Gemeinsames Frühstück im Bett, ein Cocktail in der Lieblingsbar mit dem richtigen Partner bei Aussicht auf jede Menge Sex am Abend – hach, was ist das Leben schön! Das Glück ist uns hold, wir schweben förmlich beim Gedanken an die Zukunft. Zur unübertrefflichen Krönung dieser wunderbaren Beziehung fehlt nur noch eins: ein Baby! Und wenn das kleine Wunder dann da ist, dann, ja dann ist es manchmal gar nicht der erwartete Gipfel der Glücksgefühle, bei dessen Erklimmen es Konfetti vom Himmel regnet. Plötzlich verdunkelt sich die rosarote Brille. Warum ist das so?

Schenken wir Büchern, Zeitschriften und diversen anderen Medien unseren Glauben, dann müsste ein Baby die unantastbare Erfüllung sein. Sozusagen die perfekte Kirsche auf unserer bisherigen Beziehung. So ein Wonneproppen öffnet eine Tür in eine Welt, die mit allerlei intensiven und glückseligen, aber auch widersprüchlichen und negativen Gefühlen gefüllt ist. Psychologen sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der Geburt eines Kindes und der sinkenden Glückskurve in der Partnerschaft. Es ist nicht immer einfach, sich als Familie zu finden, wenn vorher die Zweisamkeit wunderbar funktioniert hat. 

Warum ein Baby die Partnerschaft verändert

Um die Frage sofort zu beantworten: Weil das Hauptaugenmerk nun nicht mehr auf der Beziehung an sich, sondern auf ein winziges Wesen mit zwei großen Kulleraugen und Windel gerichtet ist. Wir definieren eine Partnerschaft als eine intime Beziehung (sexuell als auch sozial) zwischen zwei Menschen. Kommt ein weiterer kleiner Mensch hinzu, verändern sich die Beziehungsverhältnisse und Ansprüche der Partnerschaft. Es werden nun nicht mehr die Wünsche des Partners, sondern die des kleinen Wunders von den Augen abgelesen. Die Welt steht nun Kopf, auf wunderbare - aber auch auf zehrende Art und Weise. Paare kommen oftmals an ihre Grenzen, Gewohnheiten existieren nicht mehr, sondern weichen den neuen Ritualen, die ein Baby einfordert. Auch können sich Eltern meistens kaum noch daran erinnern, wann sie das letzte Mal eine Bar von innen betrachtet haben. Somit wandelt sich auch der Freundeskreis, da gemeinsame Verabredungen immer seltener werden. 

Paare sind also nicht mehr selbstbestimmt, sondern fremdgesteuert. Vieles ist unbekannt, eine Planung anfangs kaum möglich. Die unterschiedlichen Bedürfnisse von drei Menschen müssen unter einen Hut gebracht werden. Für vieles gilt nicht länger das Lustprinzip, sondern das Mussprinzip: Etliche Aufgaben müssen erledigt werden – auch solche, die unattraktiv sind, nicht bezahlt oder belohnt werden. Das Wort Spontanität wird meist völlig aus dem Wortschatz gestrichen, ebenso das sonntägliche Frühstück im Bett.

Junge Eltern haben meist wehmütige Tagträume, in denen sie sich noch erotische Kissenschlachten im Bett geliefert haben. Die Geburt eines neuen Lebens, der veränderte Körper der Frau und der nicht zu unterschätzende Schlafmangel pusten gekonnt jeden leidenschaftlichen Funken ins Nirvana. Warum bekommen wir dann überhaupt Kinder, wenn die Zukunft der Beziehung so düster aussieht? Weil es trotz allem das Größte auf Erden ist und Sie mit ein paar Beziehungskniffen bald wieder kichernd durch die Kissen hüpfen werden.

Beziehungstipps für eine erfüllte Partnerschaft mit Baby

1. Reden: Eine gesunde Gesprächskultur ist der Grundstein, auf dem die Beziehung steht. Überlegen Sie, welche Schwierigkeiten es in Ihrer Beziehung geben kann und welche Maßnahmen Sie ergreifen können. Vergessen Sie dabei nicht Ihrem Partner mitzuteilen, wie Sie sich fühlen. Wenn ein Baby da ist, sind Ihre Gefühle nicht automatisch unwichtig, sondern umso bedeutender für eine glückliche Beziehung.  

2. Realitätsfern: Denken Sie daran, dass ein Baby nicht bedeutet, dass Sie immer glücklich sein müssen. Es ist völlig normal, wenn es in der Partnerschaft mal holpert. Falsche Vorstellungen aus unterschiedlichsten Quellen legen Sie elegant beiseite. Wenn es Ihnen schlecht geht, dann lesen Sie sich Punkt eins noch einmal durch.

3. Zeit zu Zweit: Auch wenn es schwerfällt sich von dem kleinen Nesthäkchen zu trennen, so ist die Zweisamkeit elementar für eine funktionierende Dreisamkeit. Regelmäßige kleine Oasen im Kerzenschein lassen die durchwachten Nächte ganz schnell wieder vergessen. Das Kind sollte nicht zum absoluten Lebensmittelpunkt werden. Ihm wird es nur gut gehen, wenn es den Eltern gut geht – auch als Liebespaar.

Jedes Paar muss für sich individuell herausfinden, wie das Projekt Familie am besten gelingt. Und das finden sie nur heraus, wenn sie sich austauschen, aufeinander eingehen und sich gegenseitig unterstützen - als Paar und als Familie. Wir wünschen Ihnen viel Geduld, Ausdauer und jede Menge Federn in den Kissen! |Text: Stefanie Steinbach