KI-Dating-App der japanischen Regierung führt zu hunderten Eheschließungen
Eine mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitende Dating-App der japanischen Regierung hat seit ihrem Start vor rund zwei Jahren zu 265 Eheschließungen geführt. Außerdem hätten zum Stichtag am 30. Juni 760 Paare bei der Partnerschaftsbörse angegeben, in einer "ernsthaften Beziehung" zu sein, wie aus Daten der japanischen Regierung hervorgeht, die mit Hilfe der App die notorisch niedrige Geburtenrate anheben will.
Die Anwendung "TOKYO Enmusubi" ging im September 2024 an den Start, nachdem eine Umfrage ergeben hatte, dass rund 70 Prozent der grundsätzlich heiratswilligen Japaner nichts dafür tun, einen Partner kennenzulernen. Mitte 2026 hatte sie 16.000 registrierte Nutzer. Die KI sorgt dabei dafür, dass Nutzern potenzielle Partner mit "hohen Übereinstimmungsraten" vorgeschlagen werden.
Grundlegendes Problem ist die seit Jahren niedrige Geburtenrate in Japan, die 2025 noch einmal auf 1,14 Kinder pro Frau gesunken war. Konkret kamen im vergangenen Jahr 671.236 Babys von japanischen Staatsbürgern zu Welt - die Zahl der Todesfälle war mit 1,6 Millionen mehr als doppelt so hoch.
Die Regierung zitierte eine Frau mit dem Pseudonym "Turtle", die angab, die App als "letzte Chance" ausprobiert zu haben, als sie auf ihren 40. Geburtstag zuging. "Nachdem ich mehrere Blind Dates hatte, lernte ich Ende August meinen heutigen Ehemann kennen, und Mitte September begannen wir eine ernsthafte Beziehung", sagte sie. "Ende Dezember nahm ich seinen Heiratsantrag an."
© 2026 AFP




