Kolumne „See Mannsgarn“: Barfuß im Schneidersitz beim Elternabend

Schönwörterey

Moin Du Rabauke, Leinen los zu „Seemannsgarn“ – Vol. 40!

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Stefanie Steinbach: Mentorin für LebensLiebe, Schriftstellerin, HerzDenkerin, MamaBild: Stefanie Steinbach, Hintergrundbild mit KI generiert
Deine Jubiläumsausgabe! 

Zu aller-aller-erst: DANKE!
Danke an Dich, dass Du Dir Zeit nimmst für meine Worte. 

Ich wünsche mir von Herzen, dass Du aus meinen Erfahrungen und Gedanken für Dein Leben die Inspirationen bekommst, die Du jetzt brauchst und die Dich im Herzen berühren und bewegen.

Denn Du bist der Oberhammer. 

Von Herzen Danke an das TrendyOne-Team: 
Für die Menschen, die hinter den Abläufen stehen – jeder mit seinem ganz eigenen Leben und seiner eigenen Geschichte. Und jeder auf seine Weise einzigartig. Danke für diesen Raum, den ich bei Euch bekomme. Ich weiß das zu schätzen und freue mich weiterhin auf die wundervolle Zusammenarbeit mit Euch!

Ein ganz besonderer Dank ist für Dich, liebe Jana:
Für Dein Verständnis, Deine Unterstützung, Deine Geduld und vor allem: Dein liebevolles Wesen. Es ist so schön, dass Du da bist!

Und dann noch:
Danke an mich. Danke, dass ich nicht aufgegeben habe. Aufgrund meines LebensWandels war es machmal sehr verlockend alles hinzuwerfen. Und es gab Abende, an denen ich über meine Grenzen gegangen bin. Das schreibe ich nicht aus Stolz, sondern mit der Erfahrung besser auf mich aufzupassen.

Während ich diese Zeilen tippe, habe ich ein komplett neues Leben begonnen. Und vielleicht bedeutet mir diese 40. Ausgabe so viel, weil ich in diesem Jahr im Dezember 40 werde. Diese Zahl ist für mich wie eine Art Kristall, der alles, was ich schreibe und spreche klarer und ehrlicher sein lässt. 

In der ersten Ausgabe meiner Kolumne im Juni 2023 habe ich von einem Schriftsteller namens Henry David Thoreau geschrieben: 

Er baute sich eine Hütte im Wald und lebte dort zwei Jahre lang, um sich von den gesellschaftlichen Zwängen und Vorstellungen zu distanzieren. 

Was bleibt von uns übrig, wenn wir uns allem entziehen was wir glauben zu sein?

Ein bisschen fühle ich mich auch so. Nur dass ich jetzt in einem Teil eines alten Bauernhauses lebe. An diesem Ort habe ich das Gefühl ein Stück „ver-rückt“ zu sein – von der Welt und ihren schnellen Drehzahlen. Von der Erwartungen, den Systemen und gesellschaftlichen Rollen. 

Denn ich habe mich noch nie so richtig „dazugehörig“ gefühlt. Ich habe es probiert, mich anzupassen. Und es hat mich Kraft gekostet. Mein Herz ist dabei kälter geworden. Ich finde unser Handeln und Sein als Mensch mehr als Hinterfragungswürdig. 

Wieso zählt Status oft mehr als die Stimme des Herzens?

Vielleicht, weil sie leiser ist..

Anmerkung hier zu: 
Wenn wir tot sind, können wir all das Materielle nicht mitnehmen.  Das bleibt hier. Das heißt nicht, dass Schmuck, Autos etc. blöd sind.. es bedeutet nur, dass sie in meinen Augen zu selbstverständlich über echte und tiefe Verbindungen gestellt werden. Leeres Füllmaterial in unserem Leben sind, statt gefühlvolle Beziehungen. Das, was wir hingegen mitnehmen, sind Erfahrungen.

Am Ende zählt nicht, wie Dein Leben ausgesehen hat. 

Am Ende zählt, wie es sich angefühlt hat.

Nun gehe ich einen Weg, den ich nicht kenne. 

Und es macht mir Angst nicht sehen zu können, wo er hinführt. 

Und manchmal will ich zurück rennen. Will diese Sicherheit wieder haben – doch da ist nichts mehr. 

Ich habe mich nach 20 Jahren Beziehung von dem einzigen Mann in meinem Leben getrennt und bin aus unserem FamilienNest ausgezogen - in etwas völlig Unbekanntes. Ich habe noch nie allein gewohnt. War noch nie selbst zu 100% für mich verantwortlich. Manchmal sehe ich mich um und denke: Shit. Was habe ich getan. Besonders in Momenten, in denen ich meinen Verlobungsring wiederfinde und die Nostalgie mir einen Tritt in meinen Popo gibt. 

Das Interessante dabei ist: Tief in mir weiß ich - Es ist gut. 

So, wie es jetzt ist. Es ist genau der Weg, den ich gehen darf, damit ich mich an die Frau erinnere, die ich längst bin, bevor mir mein Umfeld gesagt hat, wie ich zu sein habe. Welche Rolle ich erfüllen muss, um ein guter Mensch zu sein. Um erfolgreich als Mensch zu sein. Als Mama. Als Frau. Als Ehefrau. Als Tochter. Als Freundin.

Der Weg, den ich gehe zeigt mir deutlich, wie ich sein – und nicht sein möchte. Was ich ablegen möchte. 

Denn wir haben immer die Wahl: 

Es geht in unserem Leben nicht darum gut oder schlecht zu sein.

Es geht darum uns daran zu erinnern, wer wir wirklich sind und wie wir wählen zu sein. Wir wählen. Ohne Bewertung:

Heute bin ich ein Arschloch. Gut. Dann mache ich die Erfahrung, wie es ist ein Arschloch zu sein. Ich merke vielleicht: Für mich nicht so cool. Dann wähle ich eben etwas anderes. Wieviel Freiheit bringt es für uns, wenn wir uns bewusst machen, einfach wählen zu dürfen? Ohne dafür be- und verurteilt zu werden? Wenn es darum geht, uns zu erleben und – wenn wir uns auf der Straße begegnen zu erkennen: Ah. Der will heute also mal erfahren, wie es ist ein Arschloch zu sein. Okay. Und dann gehen wir weiter. Keine Bewertung. Kein Vergleich. Wieviel Druck würde das aus unserem Leben nehmen? Wenn wir einfach bei uns selbst bleiben und die Dinge erleben können, die wir tief in unserem Herzen erleben wollen und niemand gibt dazu seinen Kommentar ab? 

Herrlich..

Ich selbst habe Angst davor gehabt, mir die Dinge einzugestehen, die ich wirklich will. Meistens sind das Sachen, die niemand in meinem Umfeld macht: einen Fremden küssen. Auf der Straße tanzen. Barfuß im Schneidersitz beim Elternabend sitzen.. Bunt sein zu dürfen, auch wenn ich dann aus der Masse an schwarzen Jacken hervorsteche?

Was, wenn mich Menschen merkwürdig finden, wenn ich mich so zeige, wie ich wirklich sein will? Sprich:

Des Merkens würdig? Was ist, wenn mich dann keiner mehr mag?

Ich schätze, dass ich dieses Risiko jetzt eingehen darf. 

Komm so gern mit, wenn Du magst – und sei dabei, wie sich diese Kolumne immer ehrlicher, klarer und berührender zeigt als jemals zuvor. 

In unbändiger Zuversicht,

Deine Stefanie

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