Kolumne „See Mannsgarn“: Meine Nacht allein im Auto – Teil 1
Schönwörterey
Moin Du Rabauke, Leinen los zu „Seemannsgarn“ – Vol. 39!
Wie ist es wohl allein im Auto zu schlafen? So richtig abenteuer-mäßig?
Ich werde nicht wissen, wie es ist, wenn ich es nicht probiere. Also fahre ich ans Meer.
Wie eine Superheldin fühle ich mich: Tip tip ausgesaugtes Auto, Schlafsack, Matratze, Kerze, SchreibUtensilien, Bücher, Sundowner – mehr brauche ich dafür nicht. Was ich jetzt schon bemerke bei der Vorbereitung:
Ich liebe Rucksäcke, FlipFlops und Salz auf meiner Haut mehr als Designer-Handtachen.
Diese kleine Reise ist eine Bestätigung für mich, meinen ganz eigenen Vibe zu leben, mein Lebensgefühl weiter zu verkörpern, mich nicht dafür zu schämen, dass ich LuxusUnterkünfte, Minimalismus, Schlafsack, Fülle, Barfuß, Sand, Hochwertigkeit, Banane als Frühstück, hervorragende Restaurants – dass ich das alles mag. Mich nicht entscheiden muss für eine bestimmte Version von mir, sondern alles leben darf, was meinen persönlichen Werten entspricht.
Beim Schreiben schweift mein Blick über mein Kolumnen-Bild von mir – es ist Zeit, es zu ändern. Auf dem Bild trage ich noch meinen Ehering.
Als ich auf dem Parkplatz für meine Nacht ankomme,
fühle ich mich auf einmal orientierungslos. Mein SuperHeldinnen-Umhang hängt schlaff an mir herunter. Ich checke ein und die erste Frage an mich lautet:
„Wieso bist Du alleine hier?“ Das trifft mich unvorbereitet. Ich fühle mich unsicher unter all den Camping-Profis, fühle mich allein und hätte jetzt am liebsten jemanden an meiner Seite. Und das ist okay.
Ich möchte nicht so tun, als würde mir alles leicht fallen. Und ich mache es, auch wenn es mir gerade schwer fällt. Ich mich nicht wie Sailor Moon fühle, sondern wieder in den Arm meiner Mama möchte.
Nachdem ich mich umgesehen habe, wo ich Zähneputzen kann, wo die Toiletten sind, meinen Schlafplatz eingerichtet habe, gehe ich ans Meer. Es ist stürmisch, der Wind zerrt an mir. Und da ich mich noch haltlos fühle, macht mir sein Wirken heute etwas aus. Meine Schritte am Strand sind seicht. So als würde ich den Boden kaum berühren und von den Boen jeden Moment fortgetragen werden.
Ich frage mich, wieso ich mich so fühle.
Ich trage Schal und Jacke, während Kinder um mich herum in Badesachen am Strand spielen. Mir ist kalt.
Wieso schreibe ich das? Weil genau das die Erfahrung ist. Meine Erfahrung, allein am Meer zu sein. Meine Kinder zu vermissen. Jemanden an meiner Seite zu vermissen. Die Nacht an sich nimmt fünf Prozent meiner Erfahrung ein. Ich bin um 21 Uhr eingeschlafen. Mit Möwengesang und MeeresRauschen.
Und dann – wache ich am nächsten Morgen auf…
In der nächsten September-Ausgabe – der 40. Jubiläumsausgabe meiner Kolumne – kommst Du zum zweiten Teil meiner Kolumne
„Meine Nacht allein im Auto“.
Ich freue mich, wenn ich Dich inspirieren und berühren darf.
In unbändiger Zuversicht,
Deine Stefanie
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Ich freue mich auf Dich!




