Litauische Behörden untersuchen erneute Schäden an Unterseekabel in Ostsee
Die Behörden der Baltenrepublik Litauen untersuchen derzeit eine weitere Beschädigung an einem Unterseekabel in der Ostsee. Der Leiter der litauischen Notfallbehörde, Vilmantas Vitkauskas, sagte am Montag vor Journalisten, das betreffende Kabel verbinde Litauen mit dem benachbarten Lettland. "Wir prüfen, welche mögliche Konsequenzen dieser Vorfall haben könnte", sagte Vitkauskas. Es sei noch zu früh, um eine Aussage über eine mögliche Beteiligung Russlands zu treffen.
Der Schaden sei erstmals am Freitag bemerkt worden, sagte der Behördenchef. Auch die Behörden in Lettland untersuchten den Vorfall. Die lettische Regierungschefin Evika Silina erklärte am Sonntag, die Kommunikation in Lettland sei durch den Vorfall nicht beeinträchtigt worden. Der Kabel-Betreiber, das schwedische Unternehmen Arelion, teilte mit, die Reparaturarbeiten und Nachforschungen zur Ursache für die Beschädigung seien im Gange.
Zuletzt hatten sich Schäden an Unterseekabeln in der Ostsee gehäuft: Am 3. Dezember war ein Kabel zwischen Estland und Finnland durchtrennt worden, am 30. Dezember ein Kabel zwischen Schweden und Estland. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor fast vier Jahren sind in der Ostsee immer wieder wichtige Telekommunikations- und Stromkabel beschädigt worden. Fachleute gehen davon aus, dass es sich um hybride Angriffe im Auftrag Russlands handelt.
Als mutmaßlicher direkter Verursacher der Kabelschäden gilt die sogenannte Schattenflotte von oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen, mit denen Russland das im Zuge des Ukraine-Krieges verhängte Öl-Embargo umgeht. Die Nato verstärkte wegen der Serie mutmaßlicher Sabotageakte in der Ostsee ihre Patrouillen.
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