Neue Fischtreppe am Hochablass: Für die Bewohner des Lechs beginnt ein neues Zeitalter
70 Becken sollen künftig fast acht Meter Höhenunterschied überwinden.
Am Hochablass tut sich etwas: Die Stadtwerke Augsburg (swa) starten Mitte August mit dem Bau einer neuen Fischaufstiegsanlage. Damit soll eine fast acht Meter hohe Barriere im Lech für Fische und Kleinlebewesen künftig passierbar werden. Die Anlage ist nicht nur ein wichtiges Projekt für die Gewässerökologie, sondern fügt sich auch in das UNESCO-Weltkulturerbe „Wassermanagement-System Augsburg“ ein.
Wer am Hochablass unterwegs ist, kennt das imposante Wehr und die Kraft des Lechs. Für die Tiere im Wasser stellt die Anlage jedoch seit mehr als 120 Jahren eine große Herausforderung dar. Künftig soll sich das ändern: Eine moderne Fischaufstiegsanlage ermöglicht es Fischen und Kleinlebewesen, den Höhenunterschied Schritt für Schritt zu überwinden.
Dafür werden insgesamt 70 Becken in Serpentinen angelegt. Jedes Becken ist vier mal zwei Meter groß und überwindet jeweils nur einen geringen Höhenunterschied. So entsteht im Prinzip eine Art Treppe für die Bewohner des Lechs – sowohl aufwärts als auch abwärts.
Von der kleinen Mühlkoppe bis zum kräftigen Huchen: Die Fischarten im Lech haben ganz unterschiedliche Ansprüche und Fähigkeiten. Während manche Arten nur geringe Fließgeschwindigkeiten bewältigen können, sind andere deutlich kräftiger. Die neue Anlage soll deshalb möglichst vielen verschiedenen Arten gerecht werden. Sediment am Boden und eingebrachtes Substrat sollen den Tieren außerdem Möglichkeiten zum Ausruhen und Verweilen bieten.
Gebaut wird die Fischaufstiegsanlage an der sogenannten Bastion unterhalb des Wehres auf der östlichen Hochzoller Lechseite. Die Betonflächen werden aufgeraut, damit sich schneller Moos bilden kann und sich die Anlage möglichst harmonisch in die Landschaft einfügt.
Die swa sehen in dem Projekt eine wichtige Investition in die Artenvielfalt und den Schutz der Gewässer. Gleichzeitig soll die Durchgängigkeit des Lechs in Verbindung mit weiteren geplanten und bereits bestehenden Maßnahmen in einem größeren Bereich verbessert werden.
Die Planungen für die Anlage laufen bereits seit dem Bau des Wasserkraftwerks am Hochablass. Die Pläne wurden im Laufe der Jahre mehrfach angepasst – unter anderem aufgrund von Vorgaben der Genehmigungsbehörden, der Fischfachberatung und neuer Erkenntnisse aus der Planung moderner Fischaufstiegsanlagen.
Auch die Verbindung zum Augsburger Wassermanagement-System spielt eine wichtige Rolle. Nach Angaben der swa steht der Bau im Einklang mit dem UNESCO-Weltkulturerbe und soll Naturschutz und den Erhalt des kulturellen Erbes miteinander verbinden.
Die Bauarbeiten beginnen Mitte August und sollen voraussichtlich rund eineinhalb Jahre dauern. Wie lange die Arbeiten tatsächlich dauern, hängt unter anderem vom Pegelstand des Lechs ab. Bei Hochwasser müssen die Bauarbeiten unterbrochen werden
Für Spaziergänger und Fußgänger sollen die Einschränkungen möglichst gering bleiben. Während der Bauphase kann der Übergang über das Hochablasswehr allerdings zeitweise kurzzeitig unterbrochen werden. Gearbeitet wird zu den normalen Tageszeiten. Für Anwohner soll die Lärmbelastung möglichst gering gehalten werden. Ganz vermeiden lässt sich Lärm beispielsweise beim Einrammen von Spundwänden jedoch nicht.
Fazit
Mit der neuen Fischaufstiegsanlage wird am Hochablass ein wichtiges Projekt für die Natur umgesetzt. 70 Becken sollen künftig dafür sorgen, dass Fische und Kleinlebewesen die bisherige Barriere überwinden können. Für den Lech bedeutet das mehr Durchgängigkeit – und für seine Bewohner deutlich bessere Möglichkeiten, ihren natürlichen Lebensraum zu nutzen.








