Neuesten Erkenntnisse aus dem DAT Report 2020

Deutschland liebt seine Autos

Seit dem Jahr 1974 ist der DAT Report, herausgegeben von der Deutschen Automobil Treuhand GmbH, die vielleicht verlässlichste Quelle zu Informationen rund um das Verbraucherverhalten der Deutschen beim Gebrauchtwagen und Neuwagenkauf. Detaillierte Auskünfte über die automobilen Vorlieben der Deutschen machen darin auch das Marktverhalten deutlich sichtbar.

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Bild: Adobe Stock
Im beliebtesten Fortbewegungsmittel der Deutschen steht nach wie vor das Spaßfahren im Vordergrund. Das Barometer, das das Marktforschungsinstitut GFK (Growth from Knowledge) erstellt hat, ist eindeutig: 79 Prozent der Pkw-Halter fahren Auto, weil es Spaß macht, allerdings beklagen 80 Prozent das hohe Verkehrsaufkommen und die zunehmenden Staus. 

Ganz anders sieht es beim Neuwagenkauf aus: nur jeder zehnte beschäftigt sich vorher konkret mit Elektrolösungen. Dennoch verzeichnete der Absatzmarkt der Elektrobranche ein Plus von rund 75 Prozent. Damit ist der deutsche Marktanteil der E-Autos aktuell auf rund 1,75 Prozent dotiert. Mit 10,8 Millionen Neu- und Gebrauchtwagen kauften die Deutschen 2019 so viele Fahrzeuge wie nie zuvor. Dabei gaben sie durchschnittlich 33.580 Euro (plus 7,8 Prozent) für Neuwägen und 12.470 Euro (plus 5,8 Prozent) für Gebrauchtwägen aus - der Spitzenwert seit Bestehen des DAT-Reports. Mehr als die Hälfte der Fahrzeugkäufe werden ganz oder teilweise finanziert. Wird das Gesamtbild betrachtet, macht die Rate aller geleasten und finanzierten Fahrzeuge rund 77 Prozent aller Neuwagen aus und nur 23 Prozent wurden ohne Finanzierung erworben. Die erstaunlichen Geldsummen entstehen beim Kauf vor allem deshalb, weil Neuwagenkäufer durch die CO2-Debatte nun häufiger bereit sind, mehr Geld für einen Wagen auszugeben, der weniger Sprit verbraucht. 

Und wie sieht es beim Thema Diesel aus? Trotz des Skandals und der anhaltenden Forderungen für Fahrverbote und Straßensperrungen für Dieselautos stabilisierte sich deren Marktanteil auf Vorjahresniveau. 32,0 Prozent, also jeder dritte Autokäufer, entschied sich für einen Selbstzünder. Vergleichsweise lag die  Quote 2016 noch bei 45,9 Prozent.

Das Internet greift erstmals ein 
Ganze 90 Prozent der Neuwagenkäufer befürworten die elektronischen Helfer – also Fahrassistenzsysteme wie Sensoren, Kameras und Computerchips - da sie das Agieren im Verkehr sicherer gestalten können. Von den Pkw-Haltern sprechen sich über drei Viertel (77 Prozent) für die Assistenten aus. Hingegen elf Prozent sind von allzu vielen elektronischen Gadgets abgelenkt oder überfordert, 21 Prozent nutzen sie überhaupt nicht, und 59 Prozent befürchten höhere Reparaturkosten im Schadensfall.

Akzeptanz von Carsharing gering
Trotz gestiegenem Fahrzeugbestands in Sachen Carsharing hält sich die tatsächliche Nutzungsrate in Grenzen. So lehnen 50 Prozent der Neuwagenkäufer und 46 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer Carsharing ab, weil sie ihr Fahrzeug nicht teilen wollen. Für jeweils 46 Prozent bietet die neuartige Mobilitätslösung zu wenig Flexibilität.