Neuseeland genehmigt Einsatz von Partydroge MDMA bei posttraumatischer Belastungsstörung

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Ecstasy-PillenBild: AFP/Archiv / CHAIDEER MAHYUDDIN

Eine Partydroge als Medikament zur Behandlung von psychischen Problemen: In Neuseeland hat die Arzneimittelbehörde Medsafe zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) eine Verschreibung der Substanz MDMA genehmigt, die als Party-Droge Ecstasy bekannt ist. Damit ist Neuseeland nach Australien erst das zweite Land weltweit, die diesen medizinischen Einsatz der Droge erlaubt.

"PTBS zerstört Leben und ist schwierig zu behandeln", begründete Neuseelands stellvertretender Premierminister David Seymour die Entscheidung. MDMA, dessen chemische Bezeichnung 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin lautet, könne "sehr wirksam sein bei der Behandlung". Seymour hatte auch die Zulassung von als "Magic Mushrooms" bekannten halluzinogenen Pilzen zur Behandlung schwerer Depressionen unterstützt.

Zu der MDMA-Therapie von PTBS erklärte das neuseeländische Gesundheitsministerium, der Einsatz der Substanz werde in Kombination mit einer Psychotherapie erfolgen und sei erst ab 18 Jahren möglich. Außerdem dürften die Patienten die Droge nicht mit nach Hause nehmen. Ihr Einsatz erfolge vielmehr "in einem kontrollierten klinischen Rahmen unter der Aufsicht befugter Psychiater".

PTBS ist eine psychische Störung, die manche Menschen nach traumatischen Erfahrungen oder Bedrohungen wie etwa in Kampfeinsätzen oder bei einem sexuellen Übergriff entwickeln. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte den medizinischen Einsatz von MDMA 2024 noch abgelehnt und dies damit begründet, dass es nicht genügend Belege für die Wirksamkeit und Sicherheit gebe.

Vergangenes Jahr war in Israel eine Studie zu Besuchern des Nova-Musikfestivals im Oktober 2023 veröffentlicht worden, die zum Zeitpunkt des brutalen Angriffs der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas MDMA als Partydroge eingenommen hatten. Demnach fielen bei ihnen die Auswirkungen des Traumas durch den tödlichen Hamas-Angriff geringer aus als bei Festival-Besuchern, die zum Zeitpunkt des Angriffs kein MDMA im Körper hatten.