Secondhand-Plattformen Kleiderkreisel & Mamikreisel werden zu "Vinted"

Es hat sich „ausgekreiselt“

Viele Fans von Secondhand Fashion waren in letzter Zeit ganz erstaunt, dass die strahlend türkisen App-Logos von Kleiderkreisel und Mamikreisel auf ihren Smartphones plötzlich grau waren. Einige wussten aber schon, was es damit auf sich hat: Die beiden Plattformen fusionieren zu „Vinted“.

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Bild: Adobe stock / Maridav
Das Shirt aus dem Laden sieht zuhause doch nicht mehr so toll aus, die Jeans passt oder gefällt nicht mehr und vor allem Babys wachsen sehr schnell aus ihren Sachen heraus. 

Oftmals wäre es schade (und schlecht für die Umwelt), die Kleidung einfach wegzuschmeißen – dafür gibt es Plattformen, auf denen Nutzer die gebrauchten Klamotten einfach und günstig weiterverkaufen können. Zwei dieser Secondhand-Plattformen - Kleiderkreisel und Mamikreisel - fusionieren nun.

Aus zwei mach eins

Die beiden Apps werden also zusammengeführt und gehen in den offiziellen Nachfolger mit dem neuen Namen Vinted über. Dementsprechend wechseln viele Nutzer gerade die App, was Vinted flugs auf Platz 1 der deutschen App-Charts hievte.  Der neue Name ist für die deutschen Nutzer sicherlich nicht so eingängig wie zuvor, das Funktionsprinzip bleibt aber gleich: Mitglieder können ihre Kleidungsstücke kostenlos zum Verkauf anbieten oder selbst Secondhand-Klamotten erwerben. Dabei werden dem Nutzer beim Stöbern nach neuen Artikeln zuerst Objekte in der Nähe angeboten, wodurch lange Versandwege und damit verbundene Kosten vermieden werden. Die Bezahlung erfolgt via Überweisung, PayPal oder Kreditkarte – der Käuferschutz ist allerdings gebührenpflichtig. 

Einfacher Wechsel

Der Hersteller erleichtert Nutzern den Wechsel zur neuen App, sodass alle Artikel und auch bislang erhaltene Bewertungen mit in das neue Profil genommen werden können. Während des Kontoumzugs werden die früheren Plattformversionen weiterhin zugänglich bleiben. In diesem Zeitraum können Mitglieder ihre noch laufenden Transaktionen und Konversationen abschließen, bis sie alle Account-Details transferiert haben.

Anderer Name, gleiches Design

Trotzdem sind noch lange nicht alle Kleiderkreisel- und Mamikreisel-Nutzer in die neue Vinted-App umgezogen, jedoch sollte dies laut Geschäftsführer Thomas Plantenga sehr bald erfolgen – schließlich ändere sich für die Nutzer eigentlich überhaupt nichts: Die angebotenen Produkte bleiben gleich, ebenso wie die Funktionen und auch die Benutzeroberfläche. Die einzige Änderung betrifft das App-Logo, welches eben künftig ein V ziert. 

Die Verbindung der zwei getrennten Plattformen zu einer gemeinsamen, ermöglicht den Verantwortlichen eine gewisse Flexibilität bei der Aktualisierung der App und bei der Einführung zusätzlicher Optionen.

Vinted wurde bereits vor zwölf Jahren in Litauen von Milda Mitkute gegründet. Um die Zielgruppe noch besser anzusprechen, wurde den deutschen Plattformen jeweils ein eigener Name gegeben. Dieser Schritt war auch sinnvoll, weil Vinted rund 34 Millionen registrierte Nutzer in insgesamt 12 Ländern hat, von denen immerhin ein Viertel aus Deutschland kommt. Trotzdem werden die etablierten Namen der Plattformen nun aufgegeben, vor allem, um den Namen Mamikreisel aktualisieren zu können. Schließlich sind die Mitglieder dort zwar größtenteils weiblich, allerdings ist es keinesfalls nur eine Plattform für Mütter, sondern vielmehr für Eltern generell. Ein Vorteil für die Nutzer beider Plattformen ist, dass ihnen künftig der Wechsel zwischen zwei sehr ähnlichen Apps erspart bleibt. Außerdem finden sie deutlich mehr Angebote und mehr potenzielle Interessenten für ihre Kleidung. Auch bietet Vinted bessere Versanddeals. Möglicherweise werden einige Nutzer mit der deutlich größeren Community nicht zurechtkommen oder den Umzug verpassen, ansonsten dürfte es aber keine Nachteile durch die Fusionierung geben.

Profiteur der Krise

Vinted ist ohnehin einer der wenigen Profiteure der Corona-Pandemie: Vor allem in den Monaten des ersten Teil-Lockdowns haben die Mitglieder sehr viel mehr Kleidung hochgeladen als sonst – schließlich waren die Läden zeitweise komplett geschlossen. Außerdem haben auch viele Menschen zuhause ihre Kleiderschränke ausgemistet. Ein weiterer Grund für den Erfolg, liegt im anhaltenden Trend zu mehr Umwelt- bzw. Klimaschutz. So neigen Menschen mittlerweile eher dazu, verantwortungsvoller zu konsumieren und Gebrauchtes zu kaufen und auch zu verkaufen. Das Sortiment der Plattform wird möglicherweise aus diesem Grund auch noch einmal erweitert: Neben Second-Hand-Kleidung, Schuhen und Accessoires für alle Alterskategorien kommen nun auch Heimtextilien sowie kleinere Deko-Artikel dazu.

Fazit

Vinted wurde 2008 in Litauen gegründet und expandierte ein Jahr später – unter dem Namen Kleiderkreisel – nach Deutschland, Mamikreisel folgte dann 2012. Auf allen Plattformen können gebrauchte (Baby-) Sachen an andere Nutzer weiterverkauft werden, was derzeit boomt wie nie zuvor. Nun fusionieren die Plattformen zu Vinted, wobei sich für die Mitglieder nichts ändert: Sowohl die angebotenen Produkte als auch die Benutzeroberfläche und die Funktionen bleiben gleich. | Text: Vera Mergle