Smarte Grills, Low & Slow BBQ und Pizza auf dem Rost: Diese Trends bestimmen die Grillsaison
Low & Slow
Grillen gehört für viele Menschen zum Sommer einfach dazu. Doch rund um den Grill hat sich in den letzten Jahren viel verändert: Neue Geräte, ungewöhnliche Zutaten und experimentelle Zubereitungsarten erweitern die Möglichkeiten. Unsere zehn Grilltrends 2026 zeigen, wohin sich die Grillkultur aktuell entwickelt.
Digitale Technik spielt beim Grillen eine immer größere Rolle. Viele moderne Grillgeräte verfügen über integrierte Thermometer, die per Bluetooth oder WLAN mit dem Smartphone verbunden werden. In einer App lässt sich dadurch etwa die Kerntemperatur des Grillguts sowie die Temperatur im Garraum in Echtzeit verfolgen.
Einige Modelle bieten zusätzlich automatische Temperatursteuerung oder voreingestellte Programme für unterschiedliche Fleischsorten. Die gewünschte Temperatur wird dabei automatisch gehalten, während Sensoren den Garzustand überwachen. Sobald der eingestellte Gargrad erreicht ist, sendet die App eine Benachrichtigung. Auch eigenständige Grillthermometer mit App-Anbindung gehören zu den häufig genannten Gadgets der aktuellen Grillsaison. Sie ermöglichen eine genaue Kontrolle der Garzeit, ohne dass man den Grilldeckel ständig öffnen muss.
Hybrid-Grillen: Gas, Kohle und verschiedene Methoden kombinieren
Auch die klassische Frage „Gas oder Holzkohle?“ verliert zunehmend an Bedeutung. Beim sogenannten Hybrid-Grillen werden nämlich verschiedene Grillmethoden bewusst kombiniert. Gasgrills kommen häufig zum Einsatz, wenn schnell hohe Temperaturen benötigt werden und das Grillen kurzfristig beginnen soll. Holzkohle oder Pellets werden dagegen genutzt, wenn ein intensiveres Röstaroma oder längere Garzeiten gewünscht sind.
Viele moderne Grillgeräte und Zubehörsysteme erweitern die Zubereitungsmöglichkeiten innerhalb eines Setups. Mehrere Temperaturzonen erlauben direktes und indirektes Grillen gleichzeitig. Zubehör wie Räucherboxen, Drehspieße oder Gussplatten bieten noch mehr Variation. Auch Keramikgrills werden in diesem Zusammenhang häufiger verwendet. Sie halten Temperaturen sehr stabil und eignen sich sowohl für schnelles Grillen als auch für langsames Garen, Backen oder Räuchern.
Low & Slow BBQ: Fleisch langsam bei niedriger Temperatur garen
Eine der bekanntesten BBQ-Techniken bleibt auch 2026 im Trend: das sogenannte Low & Slow Garen. Dabei wird Fleisch über viele Stunden bei niedrigen Temperaturen von etwa 100 bis 120 Grad gegart. Die Methode wird vor allem mit klassischen amerikanischen BBQ-Gerichten wie Beef Brisket oder Pulled Pork verbunden.
Zum Einsatz kommen häufig Smoker oder geschlossene Kugelgrills. Räucherchips oder Holzstücke erzeugen dabei Rauch, der dem Fleisch zusätzliches Aroma verleiht.
Beliebte Holzarten sind beispielsweise Hickory oder Obstbaumholz. Das Fleisch wird dann meist im Ganzen gegart und erreicht erst nach vielen Stunden seine gewünschte Kerntemperatur. Durch die lange Garzeit wird das Bindegewebe im Fleisch langsam abgebaut, wodurch besonders zarte und saftige Ergebnisse entstehen.
Hochtemperaturgrillen: Steaks bei extremen Temperaturen
Neben langsamen BBQ-Methoden gewinnt auch das Grillen bei sehr hohen Temperaturen an Bedeutung. Spezielle Hochtemperaturgrills, häufig mit Gas oder Infrarotbrenner betrieben, erreichen Temperaturen von bis zu 800 Grad. Diese Hitze sorgt dafür, dass die Oberfläche des Fleisches sehr schnell anbrät.
Beim sogenannten „Searing“ bildet sich innerhalb kurzer Zeit eine kräftige Kruste, während das Innere des Steaks saftig bleibt. Die Methode wird vor allem für hochwertige Fleischstücke wie Rib-Eye-Steaks oder andere stark marmorierte Cuts verwendet.
Viele Grillgeräte verfügen dafür über spezielle Infrarot-Seitenbrenner oder separate Hochtemperaturzonen. Nach dem kurzen scharfen Anbraten wird das Fleisch oft bei geringerer Hitze weitergegart, um den gewünschten Gargrad zu erreichen.
Plancha und Feuerküche: Grillen auf der heißen Platte
Ein weiterer Trend sind massive Stahl- oder Gussplatten. Beim Plancha-Grillen etwa verteilt sich die Hitze gleichmäßig über eine geschlossene Oberfläche. Dadurch lassen sich auch kleinere Zutaten zubereiten, die sonst durch den Rost fallen würden.
Typische Gerichte auf der Plancha sind beispielsweise Burger, Fischfilets, Garnelen oder Gemüse. Auch Frühstücksgerichte wie Spiegeleier oder Pancakes können darauf zubereitet werden. Die Platte speichert Hitze lange und erzeugt intensive Röstaromen.
Parallel dazu rückt das Grillen über offenem Feuer in diesem Sommer wieder stärker in den Fokus: Feuerschalen oder Feuerplatten dienen dabei gleichzeitig als Kochfläche. In der sogenannten Feuerküche kommen außerdem Geräte wie der Dutch Oven zum Einsatz, ein gusseiserner Topf, der direkt über Glut oder offenem Feuer verwendet wird.
Outdoor-Küchen: Kochen und Grillen im Freien
Immer mehr Grillfans richten im Garten oder auf der Terrasse feste Kochbereiche ein. Statt eines einzelnen Grillwagens entstehen komplette Outdoor-Küchen mit Arbeitsflächen, Stauraum und zusätzlichen Geräten.
Neben dem Grill gehören häufig Spülen, Kühlschränke oder Pizzaöfen zur Ausstattung. Viele dieser Systeme sind modular aufgebaut. Einzelne Elemente lassen sich je nach Platz und Budget kombinieren und später erweitern. Materialien wie Edelstahl, Naturstein oder Keramik werden bevorzugt, da sie wetterfest und langlebig sind.
Digitale Planungswerkzeuge helfen bei der Gestaltung solcher Außenküchen. Mit Online-Konfiguratoren lassen sich Maße, Geräte und Module planen und als komplette Küchenlösung zusammenstellen. Dadurch wird der Garten zunehmend zu einem festen Ort zum Kochen und gemeinsamen Essen.
Premium-BBQ: Hochwertige Zutaten im Mittelpunkt
Darüber hinaus rücken beim Grillen im Jahr 2026 hochwertige Zutaten noch stärker in den Fokus. Statt möglichst viel Fleisch zu grillen, setzen viele Grillfans auf ausgewählte Cuts und bewusst ausgewählte Produkte.
Besonders gefragt sind trocken gereiftes Dry Aged Beef sowie Iberico-Schwein, das durch die Fütterung mit Eicheln ein nussiges Aroma entwickelt.
Auch spezielle Steakzuschnitte gewinnen an Beliebtheit – dazu gehören zum Beispiel Flank Steak aus dem Bauchlappen, Hanging Tender aus dem Zwerchfell oder Outside Skirt. Diese Stücke gelten als geschmacksintensiv und werden von Kennern wegen ihrer Struktur und Saftigkeit geschätzt. Parallel dazu steigt das Interesse an regional erzeugtem Fleisch aus verantwortungsvoller Haltung. Hochwertige Gewürzmischungen, handwerklich hergestellte Saucen und langlebiges Grillzubehör gehören ebenfalls zu diesem Trend.
Pflanzliche Grillgerichte: Gemüse und Alternativen auf dem Rost
Dieser Trend ist nicht komplett neu, verfestigt sich aber weiter: Neben Fleisch gewinnen pflanzliche Gerichte auf dem Grill noch einmal an Bedeutung. Dabei stehen nicht nur Beilagen im Mittelpunkt, sondern eigenständige Hauptgerichte. Häufig gegrillt werden etwa gefüllte Portobello-Pilze, marinierter Tofu oder Halloumi und anderer Grillkäse.
Auch pflanzliche Fleischalternativen finden zunehmend Verwendung: Tempeh, ein fermentiertes Sojaprodukt aus Indonesien, wird häufig mariniert und anschließend gegrillt. Jackfrucht dient aufgrund ihrer faserigen Struktur ebenfalls als Fleischersatz und wird in der Regel ähnlich wie Pulled Pork zubereitet.
Des Weiteren kommen verschiedenste Gemüsesorten zum Einsatz. Blumenkohl, Auberginen oder Lauch werden häufig in Scheiben oder Steaks geschnitten und mit Marinaden oder Gewürzen verfeinert. Dadurch entstehen Gerichte, die nun unabhängig von Fleisch als vollständige Grillgerichte serviert werden.
Pizza und Backen auf dem Grill
Der Grill wird außerdem zunehmend zum Backofen. Mit Pizzasteinen oder Pizzastahl lassen sich Temperaturen erreichen, die für knusprige Pizza notwendig sind.
Ein Pizzastein aus Cordierit speichert Hitze und nimmt oberflächliche Feuchtigkeit auf, wodurch der Boden besonders kross wird. Pizzastahl hingegen heizt schneller auf und leitet die Hitze noch stärker an den Teig weiter.
Besonders geeignet hierfür sind Gasgrills und geschlossene Kugelgrills, da sich dort hohe Temperaturen aufbauen lassen. Für eine Pizza wie aus dem Steinofen werden meist Temperaturen von etwa 300 Grad oder mehr benötigt.
Daneben lassen sich auf diese Weise auch andere Teiggerichte zubereiten: Flammkuchen, Brötchen oder dünne Brotteige gelingen ebenfalls auf dem heißen Stein oder Stahl.
Neue Ideen vom Grill: Snacks, Desserts und Spezialtechniken
Zu guter Letzt entstehen in diesem Sommer immer mehr ungewöhnliche Grillideen – selbst Beilagen und Snacks werden zunehmend direkt auf dem Grill zubereitet.
Pommes können beispielsweise in einer Grillpfanne oder auf einer Grillplatte gegart werden. Selbst Popcorn lässt sich auf dem Grill herstellen, etwa in einer Pfanne oder in einer hitzebeständigen Folienhülle.
Auch Desserts gehören zunehmend zum Grillmenü. Häufig verwendet werden Früchte wie Ananas, Melone oder Pfirsiche, die durch die Hitze Röstaromen entwickeln und süßer wirken. Bananen werden oft im Ganzen gegrillt und anschließend mit Zutaten wie Schokolade oder Nuss-Nougat-Creme serviert.
Zusätzliche Grilltechniken erweitern die Möglichkeiten weiter. Ein Salzblock aus Steinsalz wird auf dem Grill erhitzt und dient anschließend als Grillfläche für Fisch, Fleisch oder Gemüse.
Zudem kommt häufiger eine Rotisserie zum Einsatz, ein Drehspieß, mit dem größere Fleischstücke gleichmäßig gegart werden.
FAZIT:
Die Grilltrends 2026 zeigen eine deutliche Entwicklung: Grillen wird vielseitiger und technischer, bleibt gleichzeitig aber stark mit traditionellen Methoden verbunden. Smarte Geräte, hochwertige Zutaten und neue Zubereitungsarten erweitern die Möglichkeiten am Grill. Zwischen digital gesteuerten Grills, langsam gegartem BBQ und kreativen Gerichten vom Rost entsteht eine Grillkultur, die Genuss, Technik und Experimentierfreude miteinander verbindet. |Text: Vera Mergle




