Stadt Memmingen: Fairer Handel im Fokus

Auftakt zur Bewerbung als Fairtrade-Town

Fairer Handel soll in Zukunft ein grundlegendes Thema in Memmingen bleiben – so will es der Stadtrat, der im Juli den Beschluss gefasst hat, dass sich die Stadt um das Siegel „Fairtrade-Town“ bewerben soll. Um die Zertifizierung zu erhalten, hat sich nun im Rathaus eine Steuerungsgruppe zusammengefunden, die die Umsetzung der verlangten Kriterien organisiert.

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Bild: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen
„Vieles wird in Memmingen bereits umgesetzt, aber wir möchten mehr Menschen gewinnen, die sich über faire Produktion und fairen Handel Gedanken machen und verantwortlich handeln - im privaten Bereich genauso wie in der Stadtgesellschaft“, betonte Oberbürgermeister Manfred Schilder.
 
Was sind nun konkret die Fairtrade-Town-Kriterien für eine Stadt in der Größe Memmingens? Faire Produkte müssen mindestens von neun Geschäften, fünf Gastronomie- und Hotelbetrieben, einer Schule, einem Verein und einer Kirche/ Glaubensgemeinschaft verkauft, angeboten oder verwendet werden. Dies können fair hergestellte Bälle sein, die im Sportverein genutzt werden. Es kann die faire Schokolade sein, die ehrenamtlich Tätige am Ende eines Gottesdienstes verkaufen. Oder dies können fair angebaute und gehandelte Bananen und Orangen sein, die in einem Eiscafé im Früchtebecher serviert werden. An vielen Stellen in Memmingen kann man faire Produkte bereits finden. „Aber da ist noch Luft nach oben. Unser Ziel ist es, mehr Geschäfte, Gastronomie-Betriebe oder Vereine zu gewinnen, als die Mindestanforderungen es verlangen“, erläuterte Alexandra Hartge, Stabstelle Stadtmarketing/Europa-Angelegenheiten.
 
Weitere Kriterien sind geplante Bildungsveranstaltungen zum Thema Fairer Handel oder auch dass im Rathaus mindestens zwei Produkte aus fairem Handel verwendet werden. Bei Sitzungen oder Empfängen wird beispielsweise Kaffee und Tee aus fairer Produktion und fairem Handel angeboten.
 
Als erster Schritt zur Fairtrade-Town werden im September Vereine, Schulen, der Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie, Kirchen und Religionsgemeinschaften angeschrieben, ob sie sich einbringen möchten und den fairen Gedanken mittragen.