Tipps für Überblick im Kleiderschrank

Ordnung ist das halbe Leben!?

Angenehme 30 Grad Außentemperatur, eine Verabredung zum Essen steht an, gemütlich im romantischen Biergarten des Lieblingsitalieners. Der erste Griff in den Kleiderschrank führt zum…Strickpullover?! Das passiert, wenn man seinem Kleiderschrank zu wenig Beachtung schenkt. Denn nicht nur man selbst sollte sich den Jahreszeiten anpassen, auch der Schrank verdient saisonale Betreuung. Mit den richtigen Tipps und Tricks fällt die Orientierung deutlich einfacher und vor allem: man spart automatisch Platz. Wir erklären wie!

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Bild: stock.adobe.com
Ordnungsexpertin Marie Kondō, Pinterest und Instagram zeigen uns, wie es im heimischen Kleiderschrank oder Ankleidezimmer aussehen kann. Natürlich sind wir meist sofort hin und weg bei all den schönen Bildern von aufgeräumten Regalen, farblich sortierten Blusen, Shirts und endloser Schuhauswahl. Damit man dieser Illusion näherkommen kann, gilt es folgende Schritte zu befolgen: 

Step 1: Date mit dem Schrank
Klingt merkwürdig, hilft aber: einen Termin festlegen, der einem genügend Zeit einräumt, um sich ausgiebig Kleidung und Co. zu widmen. Je nach Chaoszustand sollten zwischen drei und sechs Stunden eingeplant werden, um wieder klar Schiff zu machen. Dabei ist die Zeit für das Entsorgen unnötiger Dinge nicht miteingerechnet! 

Step 2: Um Hilfe bitten
Erfahrungsgemäß ist es alles andere als leicht, objektiv auszusortieren. An vielen Dingen hängen Erinnerungen, man wird sentimental. Darum ist es am besten eine liebe Freundin oder einen Freund um Hilfe zu bitten, damit diese den Überblick behält und tatkräftig unterstützt. Wichtig dabei: Er/Sie sollte gnadenlos ehrlich sein. Denn eins der eigentlichen Lieblingsteile kann an einem selbst ziemlich unvorteilhaft aussehen – dann hat es auch keinen Platz im Schrank verdient. 

Step 3: Kategorie für Kategorie
Sofern du nicht nur 20 Teile besitzt, macht es Sinn, den Schrankinhalt in Kategorien einzuteilen und diese Schritt für Schritt zu bearbeiten. Also zum Beispiel erst Shirts, dann Hosen, dann Kleider usw. Sonst verliert man viel zu schnell den Überblick und steht meist nur noch vor einem Haufen von allem. Zum Start also: Alles einer Kategorie raus aus dem Schrank und zusammen auf den Boden. Und dann….

Step 4: Try it on! 
Jedes einzelne Teil wird nun anprobiert. Spätestens jetzt ist wahrscheinlich klar, warum zwischen drei und sechs Stunden eingeplant werden sollten. Denn: Das dauert! Doch nur so sieht man, welcheTeile wirklich gut sitzen und noch Gefallen finden und welche weg können. Die Lieblingsteile, die wirklich regelmäßig getragen werden, bilden hier die Ausnahme. Denn diese sollten in der Regel gut passen und noch in gutem Zustand sein. 

Step 5: Aussortieren 
Stücke die Fehler aufweisen oder nicht mehr passen bzw. nicht mehr gefallen, werden gnadenlos aussortiert. Egal ob offene Naht (die man, wenn man ehrlich zu sich selbst ist, so schnell nicht repariert), Fleck der sich nicht mehr auswaschen lässt oder ausgeleierter Stoff – hier helfen auch die schönen Erinnerungen nichts. Raus aus dem Schrank damit und Platz für Ordnung oder Neues schaffen! 

Step 6: Kategorie-Häufchen 
Drei Schilder mit folgenden Titeln schreiben: 

1. Verkaufen
2. Behalten
3. Weg! 

Diese drei Stapel können befüllt werden, in dem man sich bei jedem Teil die Frage stellt: 
Wird dieses Teil noch regelmäßig getragen? 
Gefällt es noch? 
Wieviele ähnliche Teile sind vorhanden? 

Spätestens jetzt kommt auch die helfende Person ins Spiel, die ganz objektiv jedes Teil mit beurteilen kann. Das hilft wahre Wunder, sonst landet nämlich häufig sehr viel auf Stapel zwei – behalten. Doch man darf das Ziel nie aus dem Auge verlieren: Mehr Platz und mehr Ordnung im Schrank! Und das geht eben nur, wenn man sich von alten und unnötigen Teilen trennt. 

Step 7: Schrankputz
Nachdem nun alle drei Stapel gebildet wurden ist klar, was auch künftig im Schrank wohnen darf. Damit es dort hübsch aussieht und riecht, muss einmal kräftig geputzt werden. Denn selbst im saubersten Haushalt macht sich Staub in den Regalen breit. Also mit einem sanften Reinigungsmittel, einem Microfasertuch und warmen Wasser einmal über alle Oberflächen wischen.

Step 8: Einzug
Alle Teile, die es auf den Stapel „behalten“ geschafft haben, dürfen nun wieder in den Kleiderschrank einziehen. Unser Tipp: Pullover dürfen gerne gefalten und gelegt werden, Shirts, Blusen und Hemden die leicht knittern, sollten dringen auf einen Bügel. Extra schmale Bügel, am besten mit einer Anti-Rutsch-Oberfläche, sparen zusätzlich Platz und sehen auch noch hübsch aus. Auch Hosen können auf den Bügel, denn so sind auch lästige Fältchen endlich passé. Besonders schön ist es, wenn man alle Teile nach Farben sortiert – denn so gelingt Orientierung künftig kinderleicht. 

Step 9: Aus den Augen, aus dem Sinn
Sorgen Sie dafür, dass die Stapel „verkaufen“ und „Weg!“ möglichst schnell verschwinden. Für ersteres eignen sich Onlineverkaufsportale, Kleinanzeigen oder auch ein Flohmarkt. Für letzteres können Sie Kleidercontainer nutzen (bitte hier unbedingt auf das „FairWertung“ Siegel achten, damit unterstützen Sie mit Ihrer Spende soziale Zwecke und nicht kommerzielle Verwerter), um die Kleidung entsprechend zu recyceln oder für den Second-Hand-Markt zur Verfügung zu stellen. 

Mit dieser Schritt-für-Schritt Anleitung macht Ausmisten sicher mehr Freude, als bisher. Vor allem versprechen wir Ihnen, dass das Ergebnis glücklich macht! Also ran an die Bügel!